Ratgeber

Risiko Whatsapp-Kettenbrief Gefahr durch brennende Kerze als Profilbild?

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(Foto: imago/blickwinkel)

Das echte Leben ist gerade erschwert. Aber es gibt ja noch das virtuelle. Hier soll zum Beispiel via brennender Kerze als Profilbild Covid-19-Erkrankten Hoffnung gegeben werden. Doch bei dem entsprechenden Motiv wird vor Datenklau gewarnt. Dabei lauert die Gefahr woanders.

Das analoge Dasein ist ja derzeit mit allerlei Einschränkungen, Ängsten und auch Hilflosigkeit belastet. Das Leben im Internet hingegen ist nach wie vor voller Hoffnung und Möglichkeiten. Und die lassen sich auch nicht so ohne Weiteres vom Coronavirus einschränken.

So kann man beispielsweise auf Facebook, Twitter oder Whatsapp seine Anteilnahme und Hoffnung für Covid-19-Erkrankte zum Ausdruck bringen. Derzeit geistert eine Whatsapp-Kurznachricht von Smartphone zu Smartphone, dass Menschen eine Kerze als Profilbild verwenden sollen, damit diese dann 24 Stunden für Corona-Patienten brennt. Jeder soll so das gleiche Bild in seinem Status haben und hiermit den Erkrankten Hoffnung geben. Ob diesen dadurch geholfen ist, sei dahingestellt. Symbolik ist zum Glück ja nicht virenbelastet.

Oder doch? Denn kurz nachdem die Aufforderung zum Ersetzen des eigenen Profilbildes durch die Kerze erfolgt ist, gibt es gleich eine Warnung auf demselben Weg hinterher. Und die lautet wie folgt: "Habe gerade eine Info erhalten, dass das Profilbild Kerze entfernt werden sollte, da es Spam ist und dazu dient, Daten zu klauen. Hab es von Kollegin aus Tessin erhalten. Hatte es auch drauf!"

Ein Bild kann keine Daten klauen

Droht also von dem Bild doch Ungemach? RTL.de wollte es genau wissen und hat die Sicherheits-Seite Mimikama gefragt, ob ein Bild wirklich Daten stehlen kann. Die eindeutige Antwort: "Nein, das stimmt nicht. Ein Bild kann keine Daten klauen".

Das beruhigt. Allerdings weist das Portal auf eine Gefahr von ganz anderer Seite hin. Denn wird ungefragt ein fremdes Foto oder auch Textmaterial verwendet, werden oft Urheberrechte verletzt.

Und dies kann eine teure Abmahnung zur Folge haben. Es sei denn, die verwendeten Daten sind zur freien Verwendung freigegeben. Grundsätzlich gilt: der Schöpfer oder aber jener, der die Rechte besitzt, kann bestimmen, wer seine "Werke" nutzen darf. Wird also die Verwendung fremden Eigentums missachtet, beispielsweise indem ein via Messengerdienst übermitteltes Foto kurzerhand als Profilbild verwendet wird, kann Ärger drohen. Derart können per entsprechender Abmahnung schnell 1000 Euro anfallen.

Juristen uneins

Allerdings gilt die Urheberrechtsverletzung nur dann, wenn das Bild auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird. Ob dies im Falle eines Profilbildes bei einem Messengerdienst tatsächlich der Fall ist, darüber wird gestritten. Es handelt sich um eine Grauzone - entsprechende Urteile sind Mangelware. Einige Juristen argumentieren, dass eine Urheberrechtsverletzung in diesem Fall nicht vorliegt. Schließlich wird das eigene Profil eigentlich nur einem begrenzten Kreis zugänglich gemacht und kann zudem über die Privatsphäre-Einstellungen gar nicht oder nur für Freunde einsehbar gemacht werden. Wer aber auf Nummer sicher gehen möchte, unterlässt es, fremde Bilder zu nutzen. Besser sieht es für jene aus, die fremdes Bildmaterial nur verschicken, ohne es als Erkennungsbild zu nutzen. Denn in diesem Fall sind die juristischen Fachkräfte der Meinung, dass es definitiv an der für eine Abmahnung nötigen Öffentlichkeit mangelt, da das Bild ja nur für den oder die Empfänger sichtbar ist.

Als Profilbild sollte konsequenterweise also nur das eigene Porträt oder Selbstgeknipstes verwendet werden. Wer also seine Anteilnahme via Kerze ausdrücken möchte, macht besser ein eigenes Foto des Motivs.

Quelle: ntv.de