Ratgeber

Spitzenzins ist drin Geldanlage bei Sparvereinen

Das Zinsniveau ist so niedrig wie selten zuvor. Das freut vor allem Eigenheimbesitzer, die gerade eine Immobilie bauen möchten oder nach einer günstigen Anschlussfinanzierung suchen. Wer Geld anlegen möchte, muss lange nach lukrativen Angeboten suchen.

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(Foto: tommyS, pixelio.de)

Für Sparer sind die Minizinsen eine Katastrophe – gefühlt jedenfalls. Bezieht man die Inflationsrate mit in die Betrachtung ein, ist es gar nicht so schlimm. Psychologisch gesehen ist es allerdings schöner, sechs Prozent Zinsen bei vier Prozent Inflation als drei Prozent Zinsen bei einem Prozent Inflation zu erhalten.

Auf der Suche nach günstigen Konditionen für Tagesgeld,Festgeld, Sparbriefe und Zuwachssparen helfen in der Regel unsere Vergleichsrechner weiter, um die besten Konditionen zu finden. Einige Angebote sind dort allerdings nicht enthalten, an die man im ersten Moment auch gar nicht denken würde.

Keine Klassische Bank

In Deutschland gibt es über 2000 Wohnungsbaugenossenschaften. Ein kleiner Teil davon bietet auch Sparprodukte wie eine Bank an. Bei den Spar- und Bauvereinen handelt es sich nicht um eine klassische Bank. Das Betreiben anderer Bankgeschäfte als die Hereinnahme von Spareinlagen ist den Wohnungsbaugenossenschaften untersagt. Trotzdem betreiben sie ein Bankgeschäft nach § 1 des Kreditwesengeseztes, müssen von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zugelassen werden und unterliegen der laufenden Überwachung und Prüfung durch die BaFin.

Um ein Sparprodukt abschließen zu können, muss man zuvor Mitglied der Genossenschaft werden. Die Wohnungsbaugenossenschaften mit Spareinrichtung verfügen über ein eigenes Einlagensicherungssystem, das Selbsthilfefonds heißt. Dieser Selbsthilfefonds wird treuhänderisch vom GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen als Zweckvermögen verwaltet. Der Selbsthilfefonds besteht seit 1974. Seitdem hat es nach Angaben der GdW noch keinen Fall gegeben, in dem der Selbsthilfefonds eintreten musste.

Kredit direkt beim Kunden

Die Wohnungsbaugenossenschaften setzen die Einlagen zur Refinanzierung ein. Statt einen Kredit zum Bau oder Erhalt von Wohnraum bei einer Bank aufzunehmen, nehmen sie sozusagen ihren Kredit direkt bei den Sparern auf. Für die Wohnungsbaugenossenschaft bedeutet dies, dass sie geringere Zinsen als bei den Banken zahlen müssen und gleichzeitig Kunden höhere Zinsen als bei Banken oder Sparkassen bieten könnten. Immer machen sie dies freilich nicht, deshalb lohnt der individuelle Vergleich.

So bietet beispielsweise die Braunschweiger Baugenossenschaft ein Wachstumssparen an, das dem Bundesschatzbrief nachempfunden ist. Bei fünfjähriger Laufzeit steigen die Zinsen von Jahr zu Jahr, da nach einem Jahr gekündigt werden kann. Die Zinssätze (1,75%, 2,4%,2,6%, 3,0% und 3,5%) können sich sehen lassen und werfen nach fünf Jahren eine Rendite von 2,65 Prozent ab. Da kommt in unserem Vergleich keine Bank hinterher. Die besten Konditionen bietet im Banken-Vergleich die PSD Bank Hessen-Thüringen, mit einer Rendite von 2,29 Prozent an.

Vorher immer Vergleichsangebote einholen

Ein anderes Angebot kommt von der Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG. Sie zahlt für ein zwei Jahre laufendes Festgeld 2,7 Prozent pro Jahr. Das ist zwar ganz gut, aber schlagbar, wie unser Vergleichsrechner zeigt. Die abcbank ist dem Einlagensicherungsfonds der privaten Banken in Deutschland angeschlossen und zahlt für das zweijährige Festgeld satte drei Prozent Zinsen pro Jahr.

Es kommt also immer auf den Einzelfall an, ob der Sparverein einer Wohnungsbaugenossenschaft tatsächlich einen besseren Zins bietet. Hier hilft nur der individuelle Vergleich.

Quelle: ntv.de