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Tenhagens Tipps Geldsparen mit nur einem Anruf?

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Manchmal reicht es schon per Anruf bei seinem Anbieter nach besseren Konditionen anzufragen.

(Foto: imago/PhotoAlto)

Ein wenig mehr im Portemonnaie zu behalten, wünschen sich viele. Und zahlen dennoch zu viel für Telefon, Internet, Strom und ihr Konto. Doch den Anbieter zu wechseln, ist den meisten zu anstrengend. Finanztip-Chef Tenhagen verrät, wie man trotzdem mehr Ersparnis herausholen kann. 

n-tv.de: Die meisten wissen ja, dass sie im Zweifelsfall zu viel für Telefon, Strom und ihr Konto zahlen, sind aber für einem Anbieterwechsel zu bequem. Können Sie denen trotzdem helfen?

Hermann-Josef Tenhagen: Im ersten Schritt kann man immer erst einmal beim eigenen Anbieter durchrufen und sagen, dass man die entsprechende Leistung bei ihm preiswerter haben möchte. Heute können Sie ja im Netz, auch mit Hilfe von Finanztip, die Preise und Tarife sehr transparent vergleichen. Hierauf kann man den Anbieter dann hinweisen und einen Preisnachlass verlangen. Und tatsächlich wird einem der Anbieter häufig entgegenkommen. Bei Handytarifen von vorher vierzig Euro im Monat bekommt man dann plötzlich ein Angebot von 30 Euro. So kann man ohne großen Aufwand schon erheblich sparen.

Bleiben wir mal beim Handytarif ...

Ein ordentlicher Handytarif mit All-Net-Flat und sattem Datenpaket ist ja heute schon für unter 10 Euro haben, wenn man bei O2 Kunde ist. Wer in eins der D-Netze möchte (Telekom und Vodafone), muss mit 20 - 25 Euro rechnen. Wenn deutlich mehr gezahlt wird, ist eine Nachfrage angesagt. Hier kann beispielsweise als Verhandlungsargument ein Neukundenangebot herangezogen werden. Wenn der Anbieter davon nichts wissen möchte, sollte der Vertrag gekündigt werden. Spätestens dann kommt meistens Bewegung in die Sache.

Und wie lässt es sich einfach beim Konto sparen?

Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.

Hermann-Josef Tenhagen ist Chefredakteur der unabhängigen Verbraucher-Webseite Finanztip.

Die Banken haben ja alle unterschiedlichen Kontomodelle. Hier lohnt es sich mit der eigenen Bank darüber zu sprechen, dass man das günstigste Kontomodell für den eigenen Gebrauch haben möchte. Eigentlich weiß die Bank ohnehin viel besser, was das geeignetste Modell für den jeweiligen Kunden ist. Denn die kann die Konditionen sehr schnell am Computer ausrechnen.

Seit Oktober letzten Jahres sind die Geldinstitute unabhängig davon dazu verpflichtet, darüber zu informieren, was das eigene Konto pro Jahr kostet. Hier sieht man dann mal, wie viel für das Konto so bezahlt werden muss. Dennoch fehlt hier aber immer noch der Vergleich. Dann hilft wie fast immer im Leben: darüber reden. Mit der Bank. So können die Kosten von einem teuren (170 Euro pro Jahr) zu einem günstigen und dennoch geeigneten Kontomodell (70 Euro) deutlich reduziert werden. Manchmal kann das auch auf der Homepage der Bank in Eigenregie mit einem Klick erledigt werden.

Und bei Strom und Gas?

Gilt wieder das Gleiche. Hier ist es so, dass diejenigen, die im Basistarif sind - also in dem Tarif des Anbieters vor Ort, der früher einmal der Monopolist war - extra viel bezahlen. Allein zu sagen, ich möchte in den Sondertarif umgestuft werden, bringt eine ganze Menge. Der Sondertarif ist jener, welcher Neukunden zugutekommt. Das kann sich dann mit 50, 60 oder 80 Euro lohnen - je nach Verbrauch.

Es kann natürlich aber auch sein, dass man mit einem Anbieterwechsel vielleicht sogar 300 Euro sparen kann. Und da der neue Anbieter den Wechsel erledigt, sollte man in diesem Fall den Schritt auch weitergehen. Wenn der bisherige Anbieter jedoch günstig ist, reicht es meist, in den Sondertarif umzusatteln.

Was halten Sie denn von Dienstleistern, die für den Kunden automatisch zu den jeweils günstigsten Anbietern wechseln?

Tarifoptimierer wie SwitchUp, Cheapenergy24 oder Wechselfuchs haben wir bisher noch nicht getestet. Die Idee dahinter, einmal im Jahr automatisch zu wechseln, um immer den günstigsten Anbieter zu erwischen und dabei die Boni mitzunehmen, die bei einem Wechsel gezahlt werden, ist sicher spannend. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass der Dienstleister den Wechsel verschläft.

Die andere Möglichkeit ist die, dass man selbst sehr gut organisiert und diszipliniert ist und die Sache einmal jährlich selbst in die Hand nimmt. Also vergleicht und auch wechselt. Wer den Kündigungstermin allerdings verpasst, zahlt dann gerne für das folgende Jahr beim eben noch günstigen Anbieter deutlich drauf.

Mit Hermann-Josef Tenhagen sprach Axel Witte

Quelle: n-tv.de

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