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Enttäuschung für Feinschmecker Gourmet-Öle? Elf sind "mangelhaft"

Olivenöl in den Salat? Um Gottes Willen. Wer zeigen möchte, dass er sowohl kulinarisch als auch finanziell die Nase vorn hat, verwendet Gourmet-Öle. Doch nicht nur, dass diese oft heillos überteuert sind, viele sind auch richtig schlecht, wie "Test" klarstellt.

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Schwer in Mode - aber nicht immer überzeugend: Gourmet-Öle.

(Foto: imago/Westend61)

Wer etwas auf sich hält, verwendet beim Kochen und für den Salat Gourmet-Öle. Versprechen diese doch neben neuen Geschmackserlebnissen auch wegen ihres hohen Preises eine gewisse Exklusivität. Volkswirtschaftlich wird solch ein Konsumverhalten als "Snobeffekt" oder "Qualitätsvermutungseffekt" beschrieben. Das heißt, eine teure Ware wird gekauft, weil man sich mit ihrem Erwerb schmücken kann oder weil das teure Produkt einfach sein Geld wert sein muss.

Im Falle von Lein-, Walnuss-, Sesam-, Traubenkern- oder Arganöl laufen Feinschmecker allerdings bei der Qualität Gefahr, enttäuscht zu werden, wie die Stiftung Warentest berichtet. Von insgesamt 25 getesteten Ölen erhielten 11 die Note "mangelhaft". Und das bei Preisen von bis zu 112 Euro pro Liter. Noch dazu schmecken manche Öle nicht nur nicht, sondern enthalten auch gesundheitsgefährdende Schadstoffe. 

Nachfolgend ist aufgeführt, von welchem Öl Verbraucher besser die Finger lassen und wo sie mit gutem Gewissen zugreifen können.

Leinöl

Von sechs getesteten Produkten ist nur eines "gut": Das Bio-Leinöl von Alnatura (2,0/11,80 Euro pro Liter). "Mangelhaft" sind hingegen gleich vier: Die Öle von Kunella und Neuco enthalten zu viel PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe). Diese wirken krebserregend. Die Produkte sind laut Warentest nicht verkehrsfähig. Die Leinöle von Aldi Nord und Rewe schmecken hingegen einfach nur nicht.

Walnussöl

Von sechs getesteten Ölen sind zwei "gut": das Bio-Walnussöl von Rapunzel (2,0/65 Euro pro Liter) und das Bio-Walnussöl von Fandler (2,0/55,60 Euro pro Liter). Die Produkte von Kunella (zu viele Transfettsäuren) und La Torangelle (kritische Weichmacher) wurden mit "mangelhaft" bewertet.

Sesamöl

Fünf Produkte, zweimal "gut". Nämlich das Bio-Sesamöl von Alnatura (2,0/15 Euro pro Liter) und das Bio-Produkt von Rapunzel (2,0/18 Euro pro Liter). Nur das Sesamöl von Mazola fiel wegen der Verwendung  unerwünschter und vermeidbarer Lösungsmittel mit "mangelhaft" durch.

Traubenkernöl

Drei Öle, keines "gut", zwei "mangelhaft". Im Brändle Vita wurden potenziell krebserregende Mineralöle nachgewiesen, im International Collection weist den Testern zufolge nicht nur der Name auf eine Verfälschung mit fremden Speiseölen hin.

Arganöl

Fünf Öle, zweimal "gut", zweimal "mangelhaft".  Punkten konnte das Bio-Arganöl Selection von Edeka (2,3/60 Euro pro Liter) und das Öl von Bio-Planète (2,5/80 Euro pro Liter). Ein "mangelhaft" kassierten hingegen die Produkte von Vitaquell und Argand'Or. Für 95 beziehungsweise 112 Euro pro Liter schmecken den Testern die Öle deutlich zu käsig. Zudem enthalten beide einen kritischen Weichmacher.     

Quelle: n-tv.de, awi

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