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Steuermindernde Kosten Grünes Rezept beim Finanzamt einreichen

Ein grünes Rezept ist eine reine Empfehlung. (Bild: ABDA)

Ein grünes Rezept ist eine reine Empfehlung.

Rund 50 Millionen Mal pro Jahr empfehlen Ärzte ihren Patienten via grünem Rezept ein rezeptfreies Arzneimittel. Das muss dann allerdings selbst bezahlt werden. Aber immerhin wird bei manchen Kassen die Ausgabe erstattet. Ansonsten kann das Rezept steuermindernd wirken.

Selten verlassen Patienten Arztpraxen oder Krankenhäuser ohne ein Rezept. Fast eine halbe Milliarde Mal greifen Mediziner hierzulande jährlich zum Rezeptblock, damit sich die behandlungsbedürftigen Kassenpatienten die entsprechenden Medikamente aus der Apotheke besorgen können. Rund 50 Millionen Mal wird ein grünes Rezept ausgestellt. Es ist unbegrenzt gültig.

Grüne Rezepte gibt es, wenn der Arzt ein apothekenpflichtiges, aber freiverkäufliches Medikament empfiehlt. Es wurde im Jahr 2004 auf die Entscheidung des Gesetzgebers eingeführt, wonach rezeptfreie Medikamente nicht mehr von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet werden dürfen. Demzufolge muss der Patient die Kosten für die empfohlene Arznei selber tragen. Viele gesetzliche Krankenkassen erstatten ihren Versicherten für bestimmte rezeptfreie Arzneimittel aber einen Teil der Kosten - mitunter bis zu 400 Euro im Jahr.

Ist dies nicht der Fall, haben Patienten die Möglichkeit, die Quittung für das bezahlte grüne Rezept beim Finanzamt im Rahmen der Steuererklärung einzureichen. Die Rezepte dienen als Nachweis, dass bestimmte Medikamente medizinisch notwendig sind und können somit als außergewöhnliche Belastungen anerkannt werden, welche die Steuerlast mindern, wie der Deutsche Apothekerverband in Berlin erklärt. Gleiches gilt auch für die Zuzahlungsquittung für das rosa Rezept.

Von der Zuzahlung befreien lassen

Hierfür muss allerdings erst die individuelle zumutbare Belastungsgrenze überschritten werden, welche abhängig von Einkommen, Familienstand und Kinderzahl des Patienten ist. Mithilfe eines Rechners der Finanzverwaltung kann die leicht selbst ermittelt werden.   

Abgesehen davon können sich Versicherte auch von der Zuzahlung für rezeptpflichtige Medikamente befreien lassen. Dies ist insbesondere für Menschen, die regelmäßig auf Medikamente angewiesen sind, sinnvoll, da hiermit eine hohe finanzielle Belastung einhergeht. Dazu muss ein Befreiungsantrag bei der Krankenkasse gestellt werden. Laut Apothekerverband ist bereits jeder elfte gesetzlich krankenversicherte Bürger oder mehr als sechs Millionen Menschen von der Zuzahlung für rezeptpflichtige Medikamente befreit.

Voraussetzung für die Befreiung ist, dass die finanzielle Belastung zwei Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens überschreitet, wobei auch Freibeträge zur Anwendung kommen. Bei chronisch kranken Patienten ist es nur ein Prozent, während Kinder und Jugendliche bis zum 18. Geburtstag immer zuzahlungsbefreit sind.

Das sollten Sie über Rezepte wissen. 

Quelle: n-tv.de, awi

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