Ratgeber

Lebensversicherungs-Verluste Jetzt doch absetzbar?

Einige Finanzämter in Deutschland sind dazu übergegangen, Verluste aus Lebensversicherungen bei der Steuererklärung anzuerkennen. Die Behörden hätten Verluste aufgrund vorzeitiger Kündigungen als Werbungskosten anerkannt, berichtet das "Handelsblatt" Bislang war dies nicht Praxis: Wer teils hohe Verluste durch die vorzeitige Kündigung seiner Lebensversicherung einsteckte, konnte diese steuerlich nicht geltend machen. Zusätzlich fielen oft noch Steuern auf die erwirtschafteten Zinsen aus der Versicherung an.

Dem Bericht zufolge besitzen die Deutschen rund 94 Millionen Lebensversicherungen, von denen etwa die Hälfte vorzeitig gekündigt wird. Die Verluste entstehen durch die sogenannte Zillmerung: Mit seinen Prämien bespart der Kunde nicht nur seinen Versicherungsvertrag, sondern zahlt auch die Provision des Versicherungsvermittlers und die Verwaltungskosten. So bekommt er bei einer Kündigung während der Laufzeit mitunter weniger heraus als er eingezahlt hat.

Verluste in Milliardenhöhe?

Sollte sich die neue Praxis nun bundesweit durchsetzen, könnten dem Staatshaushalt laut "Handelsblatt" Steuern in Milliardenhöhe entgehen. In den vergangenen beiden Jahren hätten die Versicherer nach Angaben des Branchenverbandes GDV jeweils rund zwölf Milliarden Euro vorzeitig an Kunden ausgezahlt. Da den Versicherten dabei oft Verluste von 50 Prozent entstünden, beliefen sich diese also ebenfalls auf etwa zwölf Milliarden Euro - die die Steuerzahler dann von der Steuer absetzen könnten. Das Bundesfinanzministerium reagierte auf Anfrage der Zeitung allerdings gelassen: "Die Fälle haben Potenzial, finden aber zurzeit noch keine breite Anwendung."

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema