Ratgeber

Typische Rollenverteilung im Job Kindergärtner sind unmännlich

Wer als Junge Kindergärtner oder Grundschullehrer werden will, gilt einer EU-Studie zufolge als unmännlich. Jungs wollen lieber klassische Männerberufe ergreifen wie Ingenieur, Techniker oder Naturwissenschaftler.

Rechnen

Dass Jungs in Mathe oft besser sind als Mädchen, liegt an der geschlechtergeprägten Erziehung.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Ganz oben auf der Wunschliste von Jungen und Mädchen stehen Jobs, die die traditionelle Geschlechterrolle widerspiegeln. Das hat eine Untersuchung der EU-Kommission ergeben. "Wenn ein Mann in den Vorschulbereich gehen will, stellt das sein Mannsein infrage", sagte die Autorin der Studie, Bernadette Forsthuber, bei der Präsentation in Brüssel. Die Eurydice-Studie sammelt und analysiert Bildungsdaten aus allen EU-Staaten außer Bulgarien sowie aus Island, Liechtenstein und Norwegen.

Auch in Deutschland wählen Männer und Frauen ihren Beruf immer noch häufig nach traditionellen Mustern: So stellen Frauen im schlecht bezahlten Bereich Gesundheit und Soziales rund 75 Prozent der Hochschulabsolventen (EU-weit: 76 Prozent), im Ingenieur- und Bauwesen jedoch nur knapp 18 Prozent (EU: 25 Prozent). Die Berufswahl gilt als einer der Gründe dafür, warum Frauen in Europa im Schnitt knapp ein Viertel weniger verdienen als Männer.

Mehr Jungen brechen Schule ab

Die EU-Kommission kritisierte, dass die meisten Förderprogramme darauf abzielen, Mädchen für technische Berufe zu begeistern - da könnten Jungen zu kurz kommen. "Unsere Politik muss sich um beide Geschlechter kümmern", sagte EU-Bildungskommissarin Androulla Vassiliou. So liege die Zahl der Schulabbrecher in der EU unter den Jungen mit 17,2 Prozent deutlich höher als bei Mädchen mit 13,2 Prozent.

Die Studie belegt auch, dass Mädchen im Schnitt schlechter im Rechnen abscheiden, Jungen dagegen schlechter im Lesen. "Die Mathe-Schwäche bei Mädchen hat nichts mit ihrem Gehirn zu tun, sondern mit der Erziehung", sagte die Kommissarin. Die traditionellen Rollenmuster seien immer noch das größte Hindernis für die Gleichstellung der Geschlechter.

Quelle: n-tv.de, dpa