Ratgeber

Kreativer Hausverkäufer Mit Alufolie gegen feuchte Wände?

Das Haus ist verkauft, das Geld auf dem Konto. Alles gut also? Nicht immer. Denn unter bestimmten Umständen kann es noch im Nachhinein für den Verkäufer teuer werden. Vor allem dann, wenn Mängel auch noch versteckt werden.

imago50571978h.jpg

Aluminiumfolie wird seit den 1970er-Jahren zur vorübergehenden Bekämpfung von Feuchtigkeit verwendet .

Wer ein Haus verkauft, kann sich nicht auf einen vertraglich vereinbarten Haftungsausschluss berufen, wenn er arglistig verschweigt, dass mehrere Wände im Haus feucht sind und er auch noch Maßnahmen ergreift, um die feuchten Stellen zu verbergen. Dies hat das Oberlandesgericht (OLG) Oldenburg entschieden (Az.: 1 U 129/13).

In dem verhandelten Fall schlossen die streitenden Parteien einen Kaufvertrag über ein Hausgrundstück ab. Nachdem der Käufer in das Haus einzog, bemerkte er insbesondere im Wohnzimmer feuchte Stellen. Diese waren bei der Besichtigung des Gebäudes nicht zu erkennen gewesen. Ein gerichtlicher Sachverständiger stellte im späteren Prozess fest, dass das Gebäude im Boden- und Sockelaufbau so feucht war, dass man es nicht beziehungsweise nur eingeschränkt bewohnen kann.

Deshalb verlangte der Käufer die Rückabwicklung des Kaufvertrages. Konkret: die Rückzahlung des Kaufpreises von 125.000 Euro gegen Rückgabe des Grundstücks und die Zahlung von Schadensersatz in Höhe von rund 16.000 Euro. Der Verkäufer verwies auf den im notariellen Vertrag vereinbarten Haftungsausschluss und lehnte beides ab.

Das OLG gab dem Käufer recht und verurteilte den Verkäufer zur Zahlung von Schadensersatz und zur Rückabwicklung des Kaufvertrages. Demnach kann sich Letzterer nicht auf den Haftungsausschluss berufen, weil er arglistig gehandelt hat. Zum einem habe er von der Feuchtigkeit gewusst und hätte den Käufer darüber aufklären müssen. Zum anderen hat der Sachverständige festgestellt, dass nicht zuletzt an den von Feuchtigkeit betroffenen Wänden hinter der Tapete Alufolie aufgebracht worden war. Durch diese Maßnahme sollte, so der Experte, das Feuchtigkeitsbild beseitigt werden. Während die Mauer dahinter feucht bleibt, zeigt die Tapete davor erst dann Feuchtigkeitserscheinungen, wenn die Folie nicht mehr dicht hält.

Neben der Rückabwicklung des Kaufvertrages und damit der Rückzahlung des Kaufpreises muss der Verkäufer auch die Maklerkosten, die Grunderwerbsteuer und die Kosten für einen Privatsachverständigen dem Käufer erstatten.

Quelle: ntv.de, awi

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen