Ratgeber

Der Aufwand lohnt Ran an die Steuererklärung

Es ist jedes Jahr dasselbe: Der Termin zur Abgabe der Einkommenssteuererklärung rückt immer näher. Und dennoch schieben viele Arbeitnehmer das oft ungeliebte Ausfüllen der Formulare so weit wie möglich vor sich her. Gerade weil sich der Aufwand oft in Form einer Rückzahlung vom Fiskus bezahlt macht, ist das Anpacken der Sache ratsam. Wer Angst vor dem Papierwust hat oder nicht mehr durchblickt, findet Hilfe bei Experten. Und ein kleiner Einführungskurs kann ebenfalls die gröbsten Probleme aus dem Weg räumen.

"Das Dokument Einkommenssteuererklärung besteht zunächst aus dem Mantelbogen. Darin werden vor allem die allgemeinen Angaben erfasst", sagt die Steuerberaterin Dorothee Herzer. Dazu gehören beispielsweise Name, Anschrift, Familienstand und Beruf. Außerdem muss jeder Steuerpflichtige hier seine Bankverbindung angeben für den Fall, dass er Geld zurückbekommt.

Sieben unterschiedliche Anlagen

Zu den Papieren zählen daneben die unterschiedlichen Anlagen - bis zu sieben Stück, die sich auf die jeweiligen Einnahmequellen beziehen. "In jede Anlage werden auf der Vorderseite die Einnahmen eingetragen und in der Regel auf der Rückseite die Ausgaben, die im Zusammenhang mit den erzielten Erträgen stehen", erklärt Herzer. Die Unterlagen gibt es beim Finanzamt, sie können persönlich abgeholt werden.

"Manche Finanzämter verschicken die Formulare auch auf Anfrage per Post an die Steuerzahler", sagt Isabel Klocke, Referentin für Steuerrecht und Steuerpolitik beim Bund der Steuerzahler in Berlin. Wer den Papier-Ausdruck scheut, kann seine Steuererklärung mit dem Computer ausfüllen und online verschicken. Dafür haben die Behörden das Portal "Elster" (Elektronische Steuererklärung) eingerichtet. Die Dokumente sehen hier genauso aus wie ihre Papier-Varianten, können aber gleich am Schirm ausgefüllt und an das Finanzamt gesendet werden. Meist werden diese Steuererklärungen schneller bearbeitet, so die Erfahrung der Steuerexperten.

Steuersoftware hilft

Wer Schwierigkeiten beim Ausfüllen hat, greift zu spezieller Software oder Fachliteratur, rät Klocke. "Hilfreich ist natürlich auch ein Steuerberater oder der Lohnsteuerhilfeverein." Grundsätzlich könne auch beim Finanzamt nachgefragt werden. Bevor es an das Ausfüllen geht, sollte aber jeder seine Unterlagen prüfen. "Alle Einnahmen und Ausgaben sollten durch Belege nachgewiesen werden können", sagt Herzer.

Wer einen Handwerker beauftragt und bezahlt hat, braucht als Nachweis eine Kopie des Kontoauszuges. Und nur belegte Kosten erkennt das Amt an. Weitere wichtige Belege können Lohnsteuerbescheinigungen oder Spendenbescheinigungen sein, mit studierenden Kindern kommen dazu deren Studienbescheinigungen, Belege über Arbeitsmaterial, Fortbildungskosten oder Quittungen über Bewerbungsausgaben. Doch in eine Einkommenssteuererklärung gehört noch mehr.

Lieber mehr aufheben

"Alles was mit der Arbeit, der Arbeitslosigkeit, der Vorsorge, außergewöhnlichen Belastungen und Kapitaleinkünften und Einkünften aus Vermietung und Verpachtung im Zusammenhang steht", sagt Joachim Hoffmann vom Lohnsteuerhilfeverein in Cottbus. "Lieber einen Zettel mehr abgeben und aufheben als einen zu wenig." Überhaupt sollten alle Belege und Quittungen - über Versicherungsausgaben, Mitgliedsbeiträge, Telefonkosten, Zahnersatz oder Kuren - so lange aufbewahrt werden, bis die Steuerfestsetzung bestandskräftig ist.

Bevor die Formulare abgegeben werden, darf die Unterschrift auf dem Mantelbogen nicht vergessen werden. Viele denken laut Herzer nicht daran. Zugleich ermuntert die Steuerberaterin auch diejenigen, die gar nichts oder nur wenig verdienen, eine Steuererklärung abzugeben. Denn auch diesen Menschen könnten Kosten entstanden sein, die steuermindernde Auswirkungen haben. So hatte ein Auszubildender 2008 möglicherweise Fahrtkosten, musste Geld für Fachbücher oder Berufskleidung ausgeben und kann diese gegenrechnen.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema