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Geplanter PersonalabbauAnsturm auf Abfindungen bei BMW: Lohnt es sich, schnell zu sein?

16.10.2026, 15:33 Uhr
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Beispiel BMW: Das Prinzip Geld gegen Auflösungsvertrag beruht auf doppelter Freiwilligkeit. (Foto: dpa)

Ein Abfindungsangebot kann für langjährig Beschäftigte attraktiv sein, für andere kaum. Welche persönlichen Faktoren bei der Entscheidung zählen und wann Eile tatsächlich geboten ist.

Der Autobauer BMW plant, Stellen abzubauen und hat dafür ein Personalabbauprogramm aufgelegt. Das Interesse, sich die individuellen Abfindungsangebote anzusehen, ist in der Belegschaft groß, so das Unternehmen. Laut "Bild"-Zeitung, die ihre Informationen aus internen Kreisen des Autobauers bezieht, winken älteren Mitarbeitern, die lange dabei waren, rund 50.000 Euro für jedes Jahr Betriebszugehörigkeit.

Doch was macht eine Abfindung eigentlich attraktiv? Und für wen lohnt es sich, ein solches Angebot anzunehmen? Antworten gibt der Fachanwalt für Arbeitsrecht Volker Görzel aus Köln.

"Abfindungen bestehen in der Regel aus verschiedenen Komponenten. Meistens sind das Betriebszugehörigkeit mal monatliches Bruttogehalt, mal einen bestimmten Faktor", erklärt Görzel. Je höher die einzelnen Werte, desto höher fällt die Abfindung aus. "Darüber hinaus gibt es oft Sockelbeträge, also eine bestimmte Mindesthöhe an Abfindung, weil Mitarbeiter mit kurzer Betriebszugehörigkeit sonst wenig Anreiz haben, zu gehen", so der Anwalt.

Möglich sind außerdem Zuschläge für ältere Beschäftigte oder ein Bonus für diejenigen, die sich besonders schnell für das Angebot entscheiden - ein sogenannter Signing-Bonus. Ob eine Abfindung attraktiv ist, hängt somit stark von den persönlichen Voraussetzungen ab. Dasselbe Programm kann sich für einen Beschäftigten besonders lohnen, für einen anderen dagegen kaum. "In der Regel profitieren aber vor allem ältere Arbeitnehmer mit langer Betriebszugehörigkeit", sagt Görzel.

Für wen lohnt es sich, die Abfindung anzunehmen?

Nach Görzels Erfahrung können Abfindungsangebote vor allem für Beschäftigte ab 55 Jahren attraktiv sein. "Viele ältere Arbeitnehmer wollen nicht mehr arbeiten, nicht selten legt der Arbeitgeber bei diesen Fällen noch was auf die Abfindung drauf, um die Zeit bis zur Rente zu überbrücken", so der Fachanwalt.

Jüngere Beschäftigte haben dagegen meist bessere Chancen, einen neuen Job zu finden. Ihre Abfindungen häufig geringer aus. Ob sich das Angebot für sie lohnt, hängt Görzel zufolge vor allem davon ab, ob ihnen zusätzliche Jahre bei der Betriebszugehörigkeit angerechnet werden oder ob sie einen attraktiven Sockelbetrag erhalten.

Entscheidend ist letztlich aber die persönliche Lebenssituation. "Besonders gut überlegen, ob sich ein Auflösungsvertrag gegen Geld lohnt, sollten sich Arbeitnehmer, die ein Haus abbezahlen, Kinder im schulpflichtigen Alter haben oder die wenig mobil sind, um eine andere Arbeitsstelle zu erreichen", sagt Görzel.

Lohnt es sich, schnell zu handeln?

Nicht bei jedem Abfindungsprogramm müssen Beschäftigte ihre Entscheidung schnell treffen. Gibt es einen Signing-Bonus für Schnellentschlossene, wird das in der Regel von Anfang an klar kommuniziert.

Üblich ist allerdings eine Frist, innerhalb der Beschäftigte ihr Interesse an einer Abfindung bekunden müssen. Diese sollten sie unbedingt einhalten. Anschließend setzen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer in der Regel zusammen, um über die Konditionen zu verhandeln.

Dabei entscheidet sich auch, ob der Arbeitgeber den jeweiligen Beschäftigten überhaupt ziehen lassen will. Denn sind Arbeitnehmer essenziell für den Betrieb, kann es sein, dass der Arbeitgeber keinen Auflösungsvertrag gegen Geld anbietet. "Das Prinzip beruht in der Regel auf doppelter Freiwilligkeit", erklärt Görzel.

Quelle: ntv.de, awi/dpa

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