Ratgeber

Schwarzwaldschinken-Streit entschieden Schneide-Ort ist entscheidend

Der Schutzverband der Schwarzwälder Schinkenhersteller setzt durch: Schwarzwälder Schinken darf nur im Schwarzwald und nirgends sonst auf der Welt geschnitten werden. Das dürfte einige Hersteller nun aber vor Probleme stellen.

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Am einfachsten ist es, wenn die Kunden selber schneiden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Darf ein "Schwarzwälder Schinken" auch so heißen, wenn er zum Beispiel in Norddeutschland geschnitten und verpackt wurde? Nein, hat jetzt das Bundespatentgericht entschieden und damit einem Antrag des Schutzverbands der Schwarzwälder Schinkenhersteller stattgegeben. Schwarzwaldschinken muss demnach im Schwarzwald nicht nur hergestellt, sondern auch weiterverarbeitet und verpackt werden.

"Entscheidend war für uns der Gesichtspunkt der Rückverfolgbarkeit und Kontrolle des Produkts", sagte der Vorsitzende Richter Franz Hacker zur Begründung. Dies sei aber nur gesichert, "wenn die Produktionsschritte zurückverlegt werden ins Herkunftsgebiet".

Für manche wird's schwierig

Die Spezialität ist schon seit fast 15 Jahren als regionale Angabe geschützt. Der Schutzverband der Schwarzwälder Schinkenhersteller wollte nun den verschärften Schutz durchsetzen. Andernfalls sei das Jahrhunderte alte Traditionsprodukt bedroht.

Andere Hersteller sahen das anders: In einer ungewöhnlichen Allianz stand eine große überregionale Firma Seite an Seite mit einem kleinen Familienunternehmen vor Gericht. Während das große Unternehmen seine Einrichtungen zentral in Norddeutschland hat, machte das kleine geltend, es könne sich keine eigene Schneideanlage leisten.

Quelle: n-tv.de, ino/dpa