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Satter Anstieg Sehr viele Rentner werden nun steuerpflichtig

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Die Erklärung wird fällig, wenn das zu versteuernde Einkommen den jährlichen Grundfreibetrag überschreitet.

(Foto: imago images/Steinach)

Die Renten steigen zum 1. Juli. Das ist die gute Nachricht für Ruheständler. Weniger erfreut dürften Zehntausende von ihnen sein, die dadurch steuerpflichtig werden. Was es dazu zu wissen gibt, lesen Sie hier.

Im kommenden Monat steigen wegen der positiven Lohnentwicklung hierzulande die Renten - in Westdeutschland um 5,35 und in Ostdeutschland um 6,12 Prozent. Dadurch erhöht sich eine monatliche Rente von 1000 Euro, die nur auf West-Beiträgen beruht, um 53,50 Euro; eine gleich hohe Rente mit Ost-Beiträgen steigt um 61,20 Euro. Womit sich eine Anhebung des bei der Berechnung zentralen Rentenwerts im Westen von gegenwärtig 34,19 auf 36,02 Euro und im Osten von derzeit 33,47 auf 35,52 Euro ergibt. Der Rentenwert ist maßgeblich für die Berechnung der Rente.

Somit dürfen sich Ruheständler zwar über eine satte Erhöhung ihrer Bezüge freuen, doch Zehntausende von ihnen werden dadurch vom Finanzamt zur Kasse gebeten. Denn sie müssen dann Steuern auf ihre Rente zahlen oder sind zumindest dazu verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben. Die wird immer dann fällig, wenn das zu versteuernde Einkommen den jährlichen Grundfreibetrag überschreitet. Nach der Erhöhung werden rund 103.000 Rentner erstmals in die Steuerpflicht rutschen, wie aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums im April auf eine kleine Anfrage der Linken im Bundestag hervorging.

Demnach beschert dies dem Fiskus Mehreinnahmen von mindestens 730 Millionen Euro. Die Gesamtzahl der besteuerten Renten summiert sich demnach nach der Erhöhung auf fast 6 Millionen. So werden dann bei einer monatlichen Rente von 1200 Euro beispielsweise künftig rund 10 Prozent der Erhöhung an Einkommenssteuer abgezogen. Bei 1500 Euro sind es rund 14 Prozent und bei 2000 Euro demnach 17 Prozent.

Besteuerungsanteil über 8 Prozentpunkte gestiegen

Bereits 2020 zählten knapp 64 Prozent der Rentenleistungen zu den steuerpflichtigen Einkünften. Seit 2015 ist der durchschnittliche Besteuerungsanteil um mehr als 8 Prozentpunkte gestiegen. Zudem dürften Rentner auch wenig erfreut sein, da sie bei der geplanten 300-Euro-Energiepauschale wegen der Rentenerhöhungen leer ausgehen, es sei denn, sie gehen noch einer Beschäftigung nach. Abgesehen davon, dass diese unter Umständen auch der Steuer unterliegen, wird die derzeit grassierende Inflation kräftig an den Rentenerhöhungen nagen.

Die Erklärung wird fällig, wenn das zu versteuernde Einkommen den jährlichen Grundfreibetrag überschreitet. 2022 liegt er bei 9984 Euro für den Einzelnen und 19.968 Euro für Verheiratete. Allerdings kommt es nicht nur auf die Höhe der Rente an, sondern auch darauf, wann jemand in den Ruhestand gegangen ist. Denn Renten werden erst seit 2005 teilweise besteuert.

Bis 2005 war noch die Hälfte der damals bezogenen Rente steuerfrei, 2022 unterliegen bereits 82 Prozent der Altersbezüge der Steuerpflicht. Denn Jahr für Jahr steigt der Prozentsatz des steuerpflichtigen Teils der Rente für die jeweiligen Neurentner um zwei Prozentpunkte. Bei einem Rentenbeginn im Jahr 2022 liegt er somit bei 82 Prozent der Jahresbruttorente. Danach erhöht er sich für Neurentner jeweils nur noch um einen Prozentpunkt. Alle Renten, die im Jahr 2040 oder später beginnen, sind dann zu 100 Prozent zu versteuern.

Auch Bestandsrentner betroffen

Hintergrund für die dynamische Rentenbesteuerung ist die Umstellung der Besteuerung auf ein nachgelagertes System. Das heißt, während des Erwerbslebens können die Beiträge zur Rentenversicherung steuerlich abgezogen und in der Auszahlungsphase muss die Rente versteuert werden.

Zumindest wird dann eine Einkommensteuererklärung fällig, wenn der Gesamtbetrag der Einkünfte eines Rentners den jeweils für das entsprechende Jahr gültigen Grundfreibetrag überschreitet. Das kann dann auch langjährige Bestandsrentner betreffen. Die gute Nachricht lautet, dass der Rentenfreibetrag auch in den Folgejahren unverändert bleibt. Beim Senior, der seit 2005 Rente bezieht, bleiben also auch im Jahr 2022 50 Prozent der Rentenzahlung von 2005 immer steuerfrei. Der Freibetrag bezieht sich dabei auf den konkreten Geldbetrag und nicht auf einen Anteil der jeweiligen Rente. Zukünftige Rentenerhöhungen müssen also voll versteuert werden.

Wichtig zu wissen ist, dass mit Einkünften nicht nur die gesetzliche Rente, sondern alle Einnahmen gemeint sind. Also unter anderem auch Mieteinnahmen, Bezüge aus einer Betriebs-, Riester- oder Privatrente und Kapitalerträge. Liegt der Gesamtbetrag der Einkünfte für dieses Jahr beispielsweise bei einem alleinstehenden Neurentner bei 16.000 Euro, übersteigen 82 Prozent hiervon (13.120 Euro) den Grundfreibetrag von 9984 Euro. Der individuelle Freibetrag beläuft sich damit auf 2880 Euro. Es wird also eine Steuererklärung über 13.120 Euro fällig.

Kosten in der Steuererklärung absetzen

In welcher Höhe dann tatsächlich Steuern anfallen, hängt nicht zuletzt davon ab, welche Ausgaben beim Finanzamt steuerlich geltend gemacht werden können. Denn analog zum noch werktätigen Steuerzahler haben auch Rentner die Möglichkeit, diverse Kosten in der Steuererklärung abzusetzen. Dazu zählen etwa Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, die Kirchensteuer, Spenden, Beiträge zu Versicherungen wie einer Unfall- oder Haftpflichtversicherung und auch Gesundheitsausgaben.

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Gleiches gilt für die Kosten, die Rentnern entstehen, wenn sie die Hilfe eines Lohnsteuerhilfevereins oder Steuerberaters in Anspruch nehmen oder dort prüfen lassen, ob eine Steuerpflicht vorliegt. Was keine schlechte Idee ist, denn auch Rentner haben gegenüber dem Finanzamt eine Bringpflicht. Sie sollten also nicht erst darauf warten, dass die Behörde bei ihnen anklopft. Ansonsten kann diese Form des Ruhestandes auch zu Nachzahlungen und Sanktionen in Form von Strafzinsen führen.

So berechnet sich die Rente

Quelle: ntv.de, awi

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