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Ein perfektes Wochenende in... Bilbao - mehr als Guggenheim

Nur ein paar Kilometer vom Golf von Biskaya entfernt liegt Bilbao - die Hauptstadt des Baskenlandes. Dort haben sich berühmte Architekten wie Frank Gehry und Norman Foster verewigt und der einstigen Industriestadt neuen Glanz verliehen. Denn längst verlässt sich die Stadt nicht mehr nur auf Einnahmen aus Wirtschaft und Hafen – dafür käme vermutlich kaum ein Tourist. Auch wir nicht. Aber es gibt neben dem Guggenheim Museum noch viele andere Gründe dort ein Wochenende zu verbringen...

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n-tv Reporterin Stephanie Wätjen in Bilbao

Bilbao.  Eine der wichtigsten und lebendigsten  Städte im Baskenland. Zentrale Ader der Stadt ist der Fluß Nervion, an dem sich das Leben abspielt. Auf der Suche nach einem unverfälschten Stück Spanien ist man hier genau richtig. Die Basken sind gastfreundlich und gesellig. Sie genießen das Leben am liebsten draußen mit Freunden in einem der vielen Bars oder Cafes. In Bilbao legt man Wert auf gutes Essen. Die Stadt ist berühmt für ihre exzellente Küche. Vor allem für die ausgeklügelten Tapas, die man im Baskenland Pintxos nennt. Bilbao bietet interessante Architektur, moderne Kunst, gute baskische Küche, und wenn man möchte, auch sportliche Abenteuer.

Ein echter Hingucker im Stadtbild  ist das Guggenheim Museum. Erbaut vom kanadischen Stararchitekten Frank Gehry. Eine wilde Konstruktion aus Silbertitanplatten, die im Sonnenlicht wie Fischschuppen glitzern. Das Museum ist ein Touristenmagnet. Schon bevor es eröffnet, sammeln sich  die Besucher auf  dem Vorplatz und bestaunen „Puppy“ - die riesige Hundeskulptur aus Blumen vom Popkünstler Jeff Koons. Dieses Museums hat sich für die Stadt als Geniestreich herausgestellt. Erst seit dem Bau des Guggenheims ist die Stadt für Touristen so richtig attraktiv. Jährlich eine Million Besucher hat das Museum inzwischen.

In den 90er Jahren wurde in Bilbao viel in Architektur investiert. Neben dem Guggenheim entstanden die weiße Brücke von Santiago Calatrava und die Metro, deren Bahnhöfe von Sir Norman Foster gestaltet sind.   Es lohnt sich mit der U-Bahn einen Abstecher in den Vorort Arete zu machen. Denn vor den Toren der Stadt hält Bilbao noch eine Überraschung bereit.

Etwa 20 Minuten dauert die Fahrt, und dann steht man schon wieder vor einem  architektonischen Kunstwerk: der ältesten Schwebebrücke der Welt - Puente Colgante.  Wer auf die andere Seite will, kann mit dieser Gondel sanft über den Fluss schweben. Spektakulär ist auch die Aussicht von oben. In 50 Meter Höhe kann man den Pendelverkehr von oben betrachten und beim Spaziergang über die Brücke die Aussicht auf die Biskaya genießen.

Umgeben von so viel interessanter Architektur will ich natürlich auch in einem außergewöhnlichen Hotel wohnen und werde deshalb im Hotel Carlton übernachten. Das Hotel ist eins der vornehmsten und traditionsreichsten der Stadt.  Allein schon das Durchschreiten der majestätischen Jugendstil-Empfangshalle macht Spaß. Es gibt Zimmer, die komplett modern eingerichtet sind. Und solche mit gediegenem Mobiliar aus der Gründerzeit. Mit Balkon und Aussicht auf den zentralen Platz der Innenstadt.

Bilbao ist nicht groß. Die Stadt lässt sich sehr gut mit dem Fahrrad erkunden. In zwei Stunden kommt man an allen wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei. Vom Guggenheim Museum über die weiße Brücke, den Fluss entlang bis in die Altstadt, wo auf den Plätzen diverse Restaurants  und Bars mit baskischen Köstlichkeiten locken.

Was bei den Basken typischerweise auf den Mittagstisch kommt,  will ich mir vom Gastwirt Enrique Thate zeigen lassen. Ihm  gehört in Bilbao eine bayerische Kneipe, die sein aus Deutschland stammender Großvater einst gegründet hat. Enrique ist großer Fan von Athletic Bilbao, deutschen Fußballmannschaften - und von der baskischen Küche. Zu den typischen Gerichten der Region gehören frische Anchovis, mariniert in Essig und Olivenöl.

Sehr beliebt ist auch der gute spanische Schinken. Dazu gehört mittags ein Glas vom fruchtigen baskischen Weißwein.  Auch abends gehen die Basken gern in Bars, in denen es Pintxos gibt. Das sind kleine Snacks mit Käse, Fisch oder Ei auf Weißbrot. Wer warm essen will, bestellt beim Koch Iniaki Lazkano eine Racion  Fisch oder Fleisch. Zum Beispiel frisch gegrillten Thunfisch mit grünem Spargel. Drei Euro kostet so ein Teller.  

Abgesehen vom Essen lieben die Basken Abenteuersport. Klettern zum Beispiel. Üben lässt sich das sogar am Fluss. Auf einem alten Kran.

Auch Kajak kann man hier fahren. Für Anfänger bietet der Sportveranstalter Bilbobentura Wochenendkurse an. Vom Fluss aus zu sehen: der Löwe- Wahrzeichen des beliebten Fußballclubs Atletic Bilbao. Außer Kajakfahren bietet Bilbobentura auch noch diverse andere Sportkurse an.

Also man muss sich überhaupt nicht langweilen in Bilbao. Und das hat mich das ganze Wochenende hier gekostet. Für den Flug muss man mit 250 Euro rechnen. Gute Hotelzimmer gibt’s ab 100 Euro die Nacht. Und ein Essen mit Pintxos satt und gutem Wein kostet etwa 20 Euro.Fürs ganze Wochenende kommen so rund 600 Euro zusammen.

Stationen der Reise:

Bilbao Guggenheim
www.guggenheim-bilbao.es
Öffnungszeiten: Di-So 10-20 Uhr
Eintritt: 13 Uhr

Schwebebrücke Puente Colgante
Las Arenas
U-Bahn bis Station Areeta
Eintritt. 7 Euro

Hotel Carlton
Plaza Moyua 2
www.hotelcarlton.es
DZ ab 120 Euro

Essen:
SorginZulo
Plaza Nueva 12
Bilbao
www.sorginzulo.net
Pintxos ab 2,50 Euro

Fahrradverleih:
Tourné Bilbao
Villarias Kalea 1
48001 Bilbao
www.tournebilbao.com
1 Euro pro Stunde, auch geführte Citytouren mit deutschsprachigem Stadtführer

Sportkurse:
Bilbobentura
www.bilbobentura.com
Muelle Ramon de la Skoe 1
Wochendendkurs ab 60 Euro

Quelle: n-tv.de