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Zyklus-Apps im Test So klappt's mit der Verhütung

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Enthaltsamkeit schützt natürlich auch vor ungewollter Schwangerschaft.

(Foto: dpa)

Sex ist eine prima Sache, dient aber eigentlich der Reproduktion. Damit es nur beim Vergnügen bleibt, bieten sich zahlreiche analoge Alternativen. Frau 2.0 greift allerdings zur App. Was sie sich in den meisten Fällen noch mal überlegen sollte, wie Warentest weiß.

Der Geschlechtsverkehr dient in erster Linie der Arterhaltung. Dass der Akt zumindest den meisten Menschen auch noch Vergnügen bereitet, ist wohl als ein zusätzlicher Anreiz der Natur zu verstehen. Aber nicht jeder, der Sex möchte, hat auch Lust auf Nachwuchs. Wer also morgens Zirkus und abends Theater nichts abgewinnen kann, greift zu Verhütungsmitteln. Die analogen Alternativen sind bekannt: Kondom, Pille, Spirale und wenn es ganz arg kommt, auch das eigene (weibliche) Körpergefühl.

Moderne Frauen, die wenig Verlangen nach Hormonkeulen oder anderem haben, versuchen sich auch schon mal an natürlichen Methoden - welche aber natürlich nicht ohne digitale Hilfe auskommen. Schließlich schreiben wir das Jahr 2017. Also muss eine App her. Sogenannte Zyklus-Apps versprechen denn auch, dass Frauen hiermit zuverlässig ihre fruchtbaren Tage oder den Zeitpunkt ihrer nächsten Periode bestimmen können.

Letzteres mag sinnvoll sein, damit nichts in die Hose geht. Wenn es ums Thema Verhütung geht, ist allerdings Vorsicht geboten, wie die Stiftung Warentest berichtet. Die hat nämlich 23 der Helferlein auf ihre Zuverlässigkeit überprüft. Darunter 12 Apps für Android und 11 für iOS. 18 fielen allerdings mit der Note "mangelhaft" durch - Stichwort Zirkus und Theater. Nur drei der Produkte erhalten ein "gut".

Die ungeeigneten Apps berechnen auf Basis der zuvor eingegebenen Daten für ihre Anwenderinnen, wann der nächste Eisprung stattfinden oder die nächste Periode einsetzen soll. Die meisten mangelhaften Apps greifen nur auf bereits vorhandene Kalenderdaten aus früheren Zyklen der Frau zurück oder ziehen statistische Daten anderer Anwenderinnen heran. Im Ergebnis liefern sie reine Durchschnittswerte, auf die sich die Anwenderin nicht verlassen kann. Da bei einer gesunden Frau die Zykluslänge zwischen 25 und 35 Tagen schwanken kann, ist auf Durchschnittswerte keinerlei Verlass. Oft reicht auch schon Prüfungsstress oder intensiver Sport, um den Zyklus weiter ins Wanken zu bringen. Die kalenderbasierten Apps nehmen darauf keine Rücksicht. Sie wissen kaum etwas über die Frau, machen aber eine Vorhersage.

Besser machen es die drei Testsieger. Hier muss die Anwenderin morgens vor dem Aufstehen ihre Körpertemperatur, die Basaltemperatur, messen und eingeben. Zusätzlich beobachtet sie ihren Zervixschleim, der im Gebärmutterhals gebildet wird, da sich Menge und Beschaffenheit im Zyklusverlauf verändern. Die drei Apps bestimmen mit diesen Daten ziemlich zuverlässig die fruchtbaren Tage der Anwenderin. Denn tatsächlich haben Frauen an nur vier Tagen im Monat die Chance, schwanger zu werden.

Um diese ausfindig zu machen, eignet sich die "MyNFP" von Cristian Maas. Die Zyklus-App für iOS ist für 3,33 Euro pro Monat zu haben. Wer lieber auf Android zurückgreift, ist hier auch mit demselben Anbieter gut bedient. Gleiches gilt für das Produkt "Lady Cycle" von undisigner, welches sogar komplett kostenlos zu haben ist.

Verläuft die Verhütung dann doch nicht erfolgreich, sprich Frau ist ganz schnöde analog schwanger, lässt sich vielleicht hier für die kommenden Monate Rat finden.   

Quelle: n-tv.de, awi

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