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Billiger Bahnfahren So kommt man an günstige Tickets

Für die Bahnfahrt von Berlin nach Köln kann man 75 Euro ausgeben, oder auch nur 27. Wie viel man zahlt, hängt nicht nur davon ab, wann man bucht, sondern auch wo. Denn die günstigsten Bahntickets gibt es nicht unbedingt bei der Bahn.

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Wie viel ein Bahnticket kostet, hängt nicht nur davon ab, wann man es kauft, sondern auch wo.

(Foto: imago stock&people)

Bahntickets kauft man normalerweise bei der Bahn. Doch dabei zahlt man womöglich weit mehr, als nötig wäre. Wer sich abseits des bahneigenen Buchungsportals umsieht, findet Tickets für die gewünschte Verbindung manchmal für die Hälfte des Preises oder noch weniger. Denn die Bahn vertreibt ihre Fahrscheine über verschiedene Kanäle und ruft dabei zum Teil sehr unterschiedliche Preise auf.

Ein Beispiel: Wer am nächsten Dienstag um 8.47 Uhr den ICE von Berlin nach Köln nimmt, zahlt in der zweiten Klasse ohne Bahncard 75 Euro, wenn er direkt bei der Bahn bucht. Er kann die gleiche Strecke zur gleichen Zeit aber auch für 27 oder für 29 Euro bekommen – vorausgesetzt, er weiß, wo er suchen muss.

Der Last-Minute-Spezialist L'Tur ist eine gute Adresse, wenn es um spontane Reisen geht. Über den Reiseveranstalter verscherbelt die Bahn Restplätze im deutschen und europäischen Fernverkehr. Teils kosten sie genauso viel wie bei der Bahn, für bestimmte Verbindungen gibt es aber sogenannte "Fernweh-Tickets" zum Pauschalpreis von 27 Euro. 37 Euro kosten die Fernweh-Tickets auf internationalen Strecken, allerdings ist die Auswahl hier auf einige wechselnde Ziele begrenzt. Aktuell kommt man beispielsweise günstig nach Paris, nach Malmö oder nach Norditalien.

Weniger Kosten, weniger Rechte

Das Ganze erfordert allerdings eine gewisse Spontaneität bei der Reiseplanung. Internationale Tickets können frühestens 14 Tage vor der Abfahrt gekauft werden, für deutsche Ziele gibt es nur eine Woche Vorlauf. Zudem sollte man zeitlich flexibel sein, denn das Kontingent an Fernweh-Tickets ist beschränkt. Manchmal gibt es auf einer Strecke nur ein Sparangebot am Tag, oft auch gar keins.

Weitere Einschränkungen: Die Bahncard bringt beim Fernweh-Ticket nichts, günstiger als 27 Euro wird es nicht. Außerdem gilt das Angebot nur für die zweite Klasse, ein Upgrade ist nicht möglich. Tritt man die Fahrt doch nicht an, verfällt das Ticket. Stornieren oder Umtauschen sind nicht drin und auch Verkaufen oder Verschenken sind offiziell verboten. Das Sparpreis-Ticket der Bahn bietet da etwas mehr Flexibilität. Es ist zwar meistens teurer als 27 Euro, kann aber für eine Gebühr von 15 Euro storniert werden. Am Reisetag selbst ist aber nur noch eine Umbuchung auf einen anderen Zug möglich.

Das Sparpreis-Ticktet kann man frühestens 92 Tage und spätestens einen Tag vor der Abfahrt buchen, die günstigen 29 Euro-Angebote sind allerdings sehr schnell vergriffen. Wer mit Kindern reist, fährt mit dem Sparpreis aber trotzdem oft günstiger als mit dem Fernweh-Ticket. Bei der L'Tur-Buchung müssen Kinder ab sechs Jahren nämlich ein eigenes Fernweh-Ticket lösen, beim Sparpreis-Ticket können Kinder bis 14 Jahre dagegen kostenlos bei den Eltern mitfahren. Kinder unter sechs Jahren reisen bei der Bahn grundsätzlich zum Nulltarif.

Bahnfahren zum Fernbuspreis

L'Tur ist nicht mehr die einzige Quelle für günstige Tickets. Mit der Freigabe des Fernbus-Marktes hat die Bahn im letzten Jahr massive Konkurrenz bekommen: Strecken, für die Bahnreisende teils über 100 Euro zahlen, legt man im Bus für weniger als 25 Euro zurück. Das kommt insbesondere bei jungen Reisenden gut an. Im Frühjahr hat die Bahn reagiert und bietet auf Vergleichsportalen wie busliniensuche.de, fernbusse.de oder verkehrsmittelvergleich.de sogenannte Bahn-Spezial-Tickets für 29 Euro an.

Sie sind wie die L'Tur-Tickets frühestens eine Woche vor Fahrtantritt buchbar. Die Bedingungen sind die gleichen wie bei den "Fernweh-Tickets": Zugbindung, zweite Klasse, keine Bahncard, Umtausch oder Erstattung ausgeschlossen. Die Bahn-Spezial-Tickets sind zwar zwei Euro teurer als die L'Tur-Angebote, haben aber einen entscheidenden Vorteil: Es gibt viel mehr Auswahl. Ein Beispiel: Für die Strecke Hamburg - München hat L'Tur am 30.10. gar keine Billig-Tickets, fernbusse.de findet dagegen drei Fahrten für 29 Euro.

Quelle: n-tv.de

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