Ratgeber

Keine Extras für Privatschüler Steuern aufs Schulgeld

Eltern sollen das Schulgeld für Privatschulen ab 2011 nicht mehr als Sonderausgabe von der Einkommensteuer absetzen dürfen. Dies sieht der Entwurf des Bundesfinanzministeriums für das Jahressteuergesetz 2009 vor, das am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Bisher dürfen die Kosten für allgemein bildende Schulen zu 30 Prozent abgesetzt werden, allerdings ohne den Anteil für Beherbergung und Verpflegung.

Grund für die Änderung ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom September 2007. Danach muss der deutsche Fiskus auch das Schulgeld für teils exorbitant teure Privatschulen im EU-Ausland als steuermindernd anerkennen. Dazu sei der Staat aber langfristig nicht bereit, sagte Staatssekretär Axel Nawrath. "Wer für seine Kinder etwas anderes als das staatliche Bildungsangebot will, muss es selbst bezahlen."

Stufenweise weniger

Der Plan sieht vor, die Absetzbarkeit stufenweise zu verringern: Für 2008 gilt eine Obergrenze von 3.000 Euro, 2009 sind es 2.000 Euro und 2010 nur noch 1.000 Euro. Danach entfällt die Möglichkeit zum Sonderausgabenabzug ganz. Die Maßnahme bringt dem Fiskus rund 50 Millionen Euro jährlich zusätzlich ein.

Im Schuljahr 2006/07 besuchten nach Angaben des Bundesverbands deutscher Privatschulen 656.186 Schüler eine allgemein bildende Privatschule in Deutschland, das entspricht einem Anteil an der gesamten Schülerschaft von sieben Prozent. In Deutschland gibt es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 4.700 Privatschulen. Sie unterteilen sich in 2.867 allgemein bildende und 1.844 berufsbildende Schulen.

Quelle: n-tv.de