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Ritter Sport triumphiert Stiftung Warentest verliert Schoko-Streit

Der Schokoladen-Hersteller Ritter Sport erringt im Streit mit der Stiftung Warentest einen weiteren Sieg. Das Landgericht München entscheidet, dass eine einstweilige Verfügung gegen die Stiftung Warentest weiterhin Bestand hat.

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Nussschokolade von Ritter Sport hat beim Vergleich von Stiftung Warentest wegen der Verwendun g künstlicher Aromen "mangelhaft" abgeschnitten. Doch dieses Urteil wollte der Hersteller nicht auf sich sitzen lassen. Jetzt hat Ritter Sport im Streit mit der Stiftung Warentest einen weiteren Sieg errungen.

Das Landgericht München entschied, dass eine einstweilige Verfügung gegen die Stiftung Warentest weiterhin Bestand hat. Sollten die Prüfer erneut behaupten, dass die Voll-Nuss-Schokolade von Ritter Sport ein chemisch hergestelltes Vanillearoma enthalte, droht dem Urteil zufolge ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro.

Künstlich hergestelltes Aroma

In dem Test von Vollmilch-Nuss-Schokoladen hatte die Stiftung Warentest der Ritter Sport-Tafel die Note fünf gegeben, weil die Schokolade das Aroma Piperonal enthalte, das künstlich hergestellt worden sei. Ritter schreibt allerdings auf die Verpackung, ausschließlich natürliche Aromen zu verwenden.

Der Hersteller hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und die einstweilige Verfügung erwirkt. Gegen diese einstweilige Verfügung hatte die Stiftung Warentest Einspruch eingelegt, mit dem sie nun gescheitert ist.

Nach Auffassung des Landgerichts wird der Schokoladenhersteller durch die Testergebnis-Veröffentlichungen in seinen Rechten verletzt. Stiftung Warentest könne sich zwar grundsätzlich bei den im Interesse der Allgemeinheit durchgeführten Warentests auf eine weitgehende Meinungsäußerungsfreiheit berufen. Diese Freiheit finde ihre Grenze allerdings in den ebenfalls geschützten Interessen von Ritter Sport, nicht in unbilliger Weise in ihrer Stellung am Markt beeinträchtigt zu werden. Diese Grenze sei vorliegend überschritten, so das Gericht.

Vor Gericht ging es erst einmal nur um die Behauptung, dass ein künstliches Aroma verwendet wurde. Das Testverfahren von Warentest war nicht Gegenstand der Verhandlung. Eine Vertreterin von Stiftung Warentest sagte vor Gericht, es gebe kein Verfahren, in dem man sicher nachweisen könne, aus welcher Quelle Piperonal gewonnen und wie es dann letztlich auch hergestellt wurde.

Nach Angaben des Branchenverbands SG Network ist das natürliche Aroma etwa 30 Mal so teuer wie das künstlich gewonnene.

Quelle: ntv.de, awi/dpa

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