Ratgeber

Investieren in Indexfonds Strategien für ETF-Einsteiger

Einen großen Markt in einem einzigen Papier originalgetreu abzubilden ist die Idee der börsennotierten Indexfonds, kurz ETFs. Immer mehr Anleger setzen auf die Chance, so von der Markt-Entwicklung zu profitieren, und das zu günstigeren Preisen als etwa beim klassischen Aktienfonds. Und immer ist es ein ausgewählter Index, der die Grundlage für ein ETF-Papier bildet - eine Mischung mit vielen Vorteilen.

„Viele Statistiken zeigen, dass es langfristig sehr schwer ist, die Märkte outzuperformen, also besser als die Märkte zu sein" sagt Thomas Meyer zu Drewer, Deutschlandchef von Lyxor ETFs in Frankfurt am Main. "Das ist ein Vorteil für Langfrist-Investoren. Und hier haben Exchange Traded Funds, die in der Masse passiv gemanagte Fonds sind, ihre großen Stärken.“

Passiv gemanagte Fonds

Wohin bewegt sich der Markt? Sogenannte „passiv gemanagte Fonds“ gehen ganz pragmatisch vor: Sie verzichten einfach auf teure Fondsmanager, die - ohne Erfolgsgarantie - versprechen, durch ihre Aktien-Auswahl besser als der Markt abzuscheiden. Stattdessen bilden ETFs zum Beispiel den DAX originalgetreu ab. Der Anleger kauft den gesamten Markt über den Index, und das zu günstigeren Kosten als bei einem aktiv gemanagten Aktienfonds. „Wenn Sie auf die großen ETFs gucken, die in Deutschland bekannt sind – der Dax wird von mehreren Indexanbietern angeboten – so liegen sie bei Preisen von 0,15 Prozent", so Meyer zu Drewer. "Im Vergleich kosten aktiv gemanagte Aktienfonds durchschnittlich 1,55 Prozent. Da sieht man schon einen deutlichen Vorteil.“

Jährlich rund ein Prozent Kostenersparnis bei den ETFs - die über Zinseszinseffekte auch noch kräftig zunimmt, je länger das Papier gehalten wird - ist einer der Gründe für den Boom bei den börsennotierten Indexzertifikaten. Hinzu kommt, dass sich ETFs längst nicht mehr nur auf die Anlage in Aktienindices konzentrieren. „Die Portfolio-Diversifikation besagt ja gerade, dass man beispielsweise in Renten investieren soll, in Rohstoffe und Aktien", erklärt Thorsten Michalik, Director dbx-trackers beim Deutsche Bank Exchange Traded Funds in Frankfurt am Main. "Bis vor zwei Jahren gab es eigentlich nur Aktien-ETFs. Aber in den letzten Jahren kamen Geldmarkt-ETFs, ETFs auf Renten, Währungen oder auf Rohstoffe dazu. Und so kann man nun sein ganzes Portfolio nach der Portfolio-Diversifikation zusammenstellen.“

Einkaufpolitik für Einsteiger

Die Möglichkeiten eines ETF-Investments sind stark gewachsen - was die Auswahl nicht gerade erleichtert. Hier stellt sich die Frage, welche Einkaufspolitik speziell für den ETF-Einsteiger am besten geeignet ist. „Ich würde sicher nicht gleich in die Emerging Markets reingehen, sondern mir die großen Märkte anschauen, zum Beispiel einen MSCI-World-Index", rät Michalik. Dort kauft man 1900 verschiedene Aktien von 23 verschiedenen Ländern in einem einzigen Produkt. Das Produkt sei nicht allzu volatil, also allzu schwankungsanfällig. "Sie investieren nichtsdestotrotz fast in den gesamten, weltweiten Aktienmarkt. Das ist ein Standardinvestment, mit dem man anfangen kann."

Wenn diese Strategie noch mehr Anleger überzeugt, wird der ETF-Boom weiter anhalten. Schon heute fließen in Europa rund 75 Prozent aller Gelder, die neu in Fonds investiert werden, in die Exchange Traded Funds. „Im Jahr 2000 kamen die ersten ETFs hier nach Europa", erzählt Meyer zu Drewer. In der Zeit ist das Volumen in allen ETF's auf über 100 Mrd. Euro gestiegen." Die Anzahl der ETFs allein an der Deutschen Börse auf Xetra sei auf über 300 angewachsen. Und er ist optimistisch: "Das wird auch so weitergehen.“

Quelle: ntv.de

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