Ratgeber

Arbeitnehmer-Kernpflichten Tagesberichte ausfüllen

Verweigert ein Mitarbeiter das Ausfüllen von Tagesberichten, kann er dafür außerordentlich gekündigt werden. Dies gilt allerdings nicht dann, wenn zum Zeitpunkt der außerordentlichen Kündigung bereits feststand, dass das Arbeitsverhältnis wenig später auf Grund der Eigenkündigung des Arbeitnehmers enden wird. Dies entschied das Hessische Landesarbeitsgericht (Az.: 8 SA 765/05), wie der Deutsche Anwaltverein (DAV) in Berlin mitteilt.

Im vorliegenden Fall hatte ein Mitarbeiter eines Möbelgeschäfts sich geweigert, Tagesberichte auszufüllen und abzugeben. Das Gericht stellte fest, dass das Verhalten des Mitarbeiters grundsätzlich ein wichtiger Grund sei, der eine außerordentliche Kündigung rechtfertigt. Im verhandelten Streitfall sei es dem Arbeitgeber aber zumutbar gewesen, das Arbeitsverhältnis bis zur bereits feststehenden Beendigung wenige Wochen später fortzusetzen.

Bei der Erstellung von Tagesberichten habe es sich um eine erst kurz vorher eingeführte Pflicht gehandelt, die nicht zu den Kernpflichten des Arbeitnehmers gehört habe. Auch ohne solche Tagesberichte konnten die Einrichtungsgegenstände verkauft werden.

Zudem hatte der Arbeitgeber zwischen Abmahnung und außerordentlicher Kündigung nicht einmal einen Arbeitstag verstreichen lassen, um festzustellen, ob der Tagesbericht am nächsten Tag nachgereicht wird. Unter diesen Umständen habe das Interesse des Arbeitnehmers, der auf Grund seines Alters und Familienstandes von einer außerordentlichen Kündigung auch hinsichtlich seines beruflichen Fortkommens stark betroffen ist, Vorrang vor den Interessen des Arbeitgebers.

Informationen: Informationen: Deutsche Anwaltauskunft (Tel.: 01805/18 18 05 für 12 Cent/Min, Internet: www.anwaltauskunft.de).

Quelle: ntv.de