Ratgeber

Schutz vor Einbrechern Tipps für ein sicheres Zuhause

Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt. Doch man kann sich und sein Zuhause schützen - und braucht dafür nicht unbedingt eine teure Alarmanlage.

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Es ist beängstigend: Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist in vielen Bundesländern erneut gestiegen. Rund 144.000 Fälle von "Wohnungseinbruchdiebstahl" wurden allein für 2012 registriert. Dabei scheitern mehr als ein Drittel aller Einbruchsversuche, weil Wohnungen oder Häuser entsprechend gesichert sind.

Denn häufig sind nicht Profis mit schwerem Gerät am Werk, sondern Gelegenheitstäter, die mit Schraubenziehern schlecht gesicherte Türen oder Fenster aufbrechen.

Um diesen Tätern von vornherein das Handwerk zu erschweren, müssen keineswegs teure technische Sicherungen - wie etwa eine Alarmanlage - zum Einsatz kommen. Die Polizei gibt wertvolle Tipps, wie Einbrechern abgeschreckt oder die Arbeit erschwert wird.

Am helllichten Tag

  • Einbrecher scheuen das Risiko. Gut gesicherte Fenster und Türen zu öffnen, erfordert in der Regel einen hohen Zeitaufwand und verursacht Lärm. Davor schrecken auch Profis zurück. Dabei schützt beispielsweise ein gutes Zusatzschloss mit Sperrbügel an der Eingangstür.
  • Einfache Kunststoffrollläden bieten keinen besonderen Einbruchschutz. Dennoch sollten sie zumindest gegen das Hochschieben gesichert werden.
  • Kellerlichtschächte und Kellerfenster sollten mit massiven, gut verankerten Gittern gesichert werden.
  • Auch in der Nachbarschaft sollte bewusst auf verdächtige Situationen geachtet werden. In Verdachtsfällen sollte sofort die Polizei über Notruf 110 verständigt werden.

Türen

  • In die Eingangstür sollte ein einbruchhemmendes Schloss mit besonders geschütztem Profilzylinder eingebaut werden - beides sollte durch einen Schutzbeschlag mit zusätzlicher Zylinderabdeckung geschützt werden.
  • Im Mauerwerk verankerte oder verlängerte Schließbleche können das Aufhebeln der Tür wesentlich erschweren. Gegen das Aufhebeln im Bandbereich schützen Hintergreifhaken.
  • Auch ein gutes Zusatzschloss mit Sperrbügel sollte eingebaut werden. Dadurch wird auch das Aufstoßen der spaltbreit geöffneten Tür verhindert.
  • Auch ein Querriegelschloss bietet insgesamt gute Sicherheit.
  • An der Tür sollte ein Weitwinkelspion eingebaut werden. So kann beobachtet werden, wer an der Tür ist.
  • Falls das Türblatt zu schwach ist, sollte es am besten zusammen mit dem Rahmen durch eine geprüfte einbruchhemmende Tür ersetzt werden.
  • Bei Neu- und Umbauten sollten geprüfte einbruchhemmende Türen eingebaut werden.
  • Schlüssel dürfen nicht draußen versteckt werden - Einbrecher kennen jedes Versteck.
  • Bei Schlüsselverlust muss der Schließzylinder ausgetauscht werden.

Fenster

  • Fenster, Balkon- und Terrassentüren müssen geschlossen werde, auch dann, wenn das Haus oder die Wohnung nur kurz verlassen wird. Vorsicht! Gekippte Fenster sind offene Fenster.
  • Bei Neu- und Umbauten sollten geprüfte einbruchhemmende Fenster bzw. Fenstertüren eingebaut werden.
  • Fenster und Fenstertüren mit sollten mit absperrbaren Zusatzsicherungen aufgerüstet werden (Aufbruchsperren). Vorsicht: Absperrbare Fenstergriffe allein genügen nicht, denn Fenster werden häufig aufgehebelt. Dazu reicht schon ein Schraubenzieher.
  • Auch Fenster und Balkontüren in den oberen Stockwerken dürfen bei der Sicherheit nicht vernachlässigt werden. Leitern, Gartenmöbel, Kisten, Mülltonnen, Rankgerüste können als Kletterhilfen dienen.
  • Terrassen- und Balkontüren können auch mit Rollgitter oder Gittertüren gesichert werden.
  • Rollläden sollten zumindest gegen das Hochschieben gesichert werden. Wichtig ist die Sicherung der Fenster selbst, denn häufig wird gerade tagsüber eingebrochen.

Sicherheit vor Diebstahl gibt es darüber hinaus zum Nulltarif. Nämlich dann, wenn keine Wertsachen in Haus oder Wohnung aufbewahrt werden. Schecks und Scheckkarten sollten immer getrennt voneinander aufbewahrt werden.

Darüber hinaus sollten keine hohen Hecken oder blickdichte Zäune und/oder Wände Haus oder Wohnung umgeben. Das erschwert Nachbarn und Passanten, Auffälligkeiten zu beobachten - und es ermöglicht Dieben, sich unbeobachtet in den fremden Räumlichkeiten umzusehen.

Quelle: n-tv.de, awi

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