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Nicht erstattete Tickets Verbraucherzentrale verklagt Lufthansa

Wer ein Flugticket bucht, muss sofort den vollen Preis bezahlen - egal ob der Flieger in drei Tagen oder sechs Monaten abheben soll. Foto: Malte Christians

Die Verbraucherzentrale hat den Eindruck, dass die Lufthansa versucht, "mit allen Mitteln" eine Rückzahlung bereits bezahlter Flugtickets zu verhindern.

(Foto: dpa)

Storniert die Airline bereits bezahlte Flüge, muss sie Kunden darüber informieren, dass diese ihr Geld zurückfordern können, und das Geld dann innerhalb von sieben Tagen zurückerstatten. Die Lufthansa ignoriert nach Auffassung von Verbraucherschützern die Rechtslage und kassiert nun eine Klage.

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg verklagt die Lufthansa wegen nicht erstatteter Flugtickets. Sie habe die Fluggesellschaft zunächst mit einer Unterlassungserklärung aufgefordert, Verbraucher über die ihnen zustehenden Rechte zu informieren, das Recht auf Rückerstattung nicht zu verschweigen und den Flugpreis innerhalb der gesetzlichen Frist zurückzuzahlen, erklärten die Verbraucherschützer. Da das Unternehmen nicht auf die Abmahnung reagiert habe, habe die Verbraucherzentrale nun Klage vor dem Landgericht Köln erhoben.

Rückzahlungen "verschleiert und verschleppt"

Die gesetzliche Regelung sei klar, betonte die Verbraucherzentrale: Storniert ein Anbieter bereits bezahlte Flüge, muss er seine Kunden darüber informieren, dass sie ihr Geld zurückfordern oder freiwillig einen Gutschein annehmen können. Entscheiden Verbraucher sich für die Rückzahlung, muss das Unternehmen innerhalb von sieben Tagen den Flugpreis erstatten. Verbraucherbeschwerden zeigten jedoch, dass sich die Lufthansa derzeit kaum an diese Regelungen halte und Rückzahlungen "verschleiert und verschleppt", kritisierten die Verbraucherschützer.

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Mit ihrem Verhalten versuche die Lufthansa, "mit allen Mitteln" eine Rückzahlung bereits gezahlter Flugtickets zu verhindern, das sei der Eindruck der Verbraucherzentrale. "Verbraucher, die nicht wissen, dass sie einen Anspruch auf die Rückzahlung haben, werden durch die falschen Informationen getäuscht", kritisierte der Reiseexperte der Verbraucherzentrale, Oliver Buttler. Auch wenn die Corona-Pandemie derzeit vielen Anbietern in der Reisebranche schwer zusetze: Gerade ein Unternehmen, das durch staatliche Mittel massiv unterstützt wird, dürfe sich nicht so vor seiner Verantwortung und vor seinen gesetzlichen Pflichten drücken.

Ein Termin für die Verhandlung vor dem Kölner Landgericht steht laut Verbraucherzentrale derzeit noch nicht fest.

Quelle: ntv.de, awi/AFP