Ratgeber

Nasses oder hohes Gras? Viele Akku-Rasenmäher schwächeln

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Akku-Rasenmäher arbeiten wesentlich leiser als welche mit Benzinmotor.

(Foto: imago/Westend61)

Akku-Rasenmäher sind praktisch. Sie sind viel leiser als Benziner und stinken auch nicht so. Und sie sind natürlich mobiler als Modelle mit Kabel. Doch rundum gut mähen nur wenige, sagt die Stiftung Warentest.

Für Manche ist es eine Pflichtaufgabe, für Andere eine Form von Meditation: Rasenmähen. Am komfortabelsten geht das mit Akku-Geräten. Sie sind nicht nur mobiler als die kabelgebundene Konkurrenz, sondern auch deutlich leiser als Benzin-Mäher. Außerdem absolut abgasneutral. Die Nachbarn werden die Investition also danken. Aber wie gut erfüllen die Akku-Mäher ihre Hauptaufgabe, das Rasenmähen? Wie akkurat ist der Schnitt und wie praktisch die Handhabung? Die Stiftung Warentest hat elf Modelle geprüft. Vier waren gut, doch manche hatten deutliche Schwächen.

Auf trockenem und nicht zu hohem Rasen stehen die Akku-Mäher den Kabelgebundenen in nichts nach. Immerhin fünf der Testmodelle leisteten gute Arbeit beim Mähen, der schwere Al-Lo sogar sehr gute. Die meisten anderen mähten immerhin "befriedigend". Nur das mit 360 Euro recht günstige Modell von Greenworks Tools war wenig überzeugend. "Mäßige Schnittqualität. Verstopft schnell", kritisiert Warentest. Auf nassem Rasen sei das Gerät nahezu unbrauchbar. Bis auf den Bosch Rotak hatten aber auch die übrigen Geräte mit feuchtem Boden Probleme. Sie haben nicht genug Power, um das schwere nasse Gras in den Auffangbehälter zu befördern. Einige Anbieter weisen ausdrücklich darauf hin, dass ihre Geräte nur für trockenen Rasen geeignet sind. Doch Warentest findet: Auch mit feuchtem Rasen sollten die Mäher umgehen können, denn "manchmal geht es halt nicht anders".

Nicht immer reicht eine Akkuladung

Die Hersteller empfehlen ihre Modelle für Flächen zwischen 270 und 600 Quadratmetern, das dürfte für die meisten Gartenbesitzer reichen. Allerdings ist es illusorisch, anzunehmen, dass man mit einer Akkuladung einen halben Hektar Rasen bearbeiten könnte. Zwischen 260 und 270 Quadratmeter waren drin, bei niedriger Grashöhe auch mehr. Wer nicht warten will, bis das Gerät wieder aufgeladen ist – je nach Modell dauert das zwischen 40 Minuten und über vier Stunden – braucht einen Ersatzakku. Beim Hitachi ML 36 DAL ist er im Preis inklusive. Ansonsten muss man sich den Zweitakku dazukaufen, je nach Marke werden dafür zwischen 130 und 220 Euro fällig.

Angst vor Akkuverschleiß muss man übrigens nicht haben. Fast alle Modelle überstanden den Dauertest, in dem die Batterien 300 Mal ge- und entladen wurden, ohne größeren Kapazitätsverlust. Beim Stiga Combi 40 AE gaben allerdings gleich zwei Stromspeicher vorzeitig den Geist auf und beim Hitachi waren die Werte am Ende um fast ein Viertel schlechter als vom Hersteller angegeben. Wer seinen Mäher im Winter nicht benutzt, sollte auf die richtige Lagerung achten. Akkus sollten kühl, aber frostfrei aufbewahrt werden, am besten vollgeladen, damit eine Selbstentladung verhindert wird.

Den mechanischen Dauertest haben alle Geräte mit Bestnote überstanden. Wer dauerhaft ansehnliche Mäh-Ergebnisse will, sollte aber auf die Messer-Abnutzung achten, raten die Warentester. Stumpfe Klingen lässt man beim Fachhändler schleifen.

Bosch mäht am besten, Viking am einfachsten

Und wie fällt nun das Gesamtergebnis aus? Testsieger wurde mit knappem Vorsprung der Viking MA339 C, mit 700 Euro auch das teuerste Gerät im Vergleich. Er überzeugte vor allem mit besonders einfacher Handhabung und arbeitete sehr leise. Am besten mähte der Bosch Rotak für 450 Euro, der bei allen Bedingungen saubere Ergebnisse ablieferte. Das preiswerteste Modell mit einer guten Gesamtwertung ist der Ryobi RLM für 390 Euro. Mit hohem Gras kam er allerdings nicht ganz so gut klar wie die teureren Konkurrenten.

Am Ende der Skala landeten die Geräte von Greenworks Tools und Wolf Garten. Bei beiden fanden sich verbotene Chlorparaffine im Griffpolster. Das führte zur Abwertung.

Quelle: n-tv.de, ino

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