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Streit um Kredit- und Debitkarten Visa will Gebühren senken

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(Foto: picture alliance / dpa)

Das Kreditkartenunternehmen Visa will laut EU-Kommission bestimmte Gebühren für Zahlungen mit Debitkarten senken, die sogenannten Interbanken-Entgelte. Die Senkung würde bei inländischen Transaktionen im Schnitt rund 60 Prozent und bei grenzüberschreitenden Zahlungen rund 30 Prozent betragen und käme letztlich den Verbrauchern zugute, teilte die Kommission mit. Die Behörde hatte die Gebühren wegen einer  möglichen Verletzung der europäischen Wettbewerbsregeln unter die Lupe genommen, Visa drohten Strafen.

Zahlt ein Kunde in einem Geschäft mit seiner Visa-Karte, bucht die Bank des Verbrauchers den vollen Betrag von dessen Konto ab. Beim Händler kommt aber deutlich weniger an, denn Visa behält Gebühren ein. "Die entsprechenden Kosten wälzen die Händler wiederum auf ihre Kunden ab", erklärte die Kommission. Visa habe nun eine Senkung auf 0,20 Prozent der Kauf- oder Dienstleistungssumme vorgeschlagen. Dies betrifft aber nur  Visa-Debitkarten, bei denen wie bei EC-Karten das Konto des Kunden umgehend belastet wird. Die Kommission untersucht weiter die Gebühren bei Zahlungen mit Privatkunden-Kreditkarten und sogenannten Charge-Karten, die vor dem Bezahlen mit Guthaben  aufgeladen werden müssen.

Bei den grenzüberschreitenden Zahlungen kämen Kunden in ganz Europa in den Genuss der Senkung. Bei inländischen Zahlungen wäre nur eine Reihe von Ländern betroffen, zu denen Deutschland nicht gehört. Hier setzen die Banken selbst die Gebühren fest, nicht Visa. Zu den Vorschlägen können jetzt Wettbewerber Stellung nehmen, anschließend kann die Kommission sie für rechtsverbindlich erklären und ihr Verfahren einstellen.

Quelle: ntv.de, AFP