Ratgeber
Wer Alkohol trinkt, sollte am nächsten Morgen nicht den Restalkohol unterschätzen.
Wer Alkohol trinkt, sollte am nächsten Morgen nicht den Restalkohol unterschätzen.
Donnerstag, 08. Februar 2018

Helau hinterm Steuer?: Vorsicht vor Restalkohol!

Am Abend bechern und dann am nächsten Morgen zur Arbeit? Löblich - schließlich kann, wer feiern geht, auch arbeiten. Doch der Wagen sollte dann vielleicht besser stehen gelassen werden. Denn der Körper baut die leicht erworbenen Promille nur langsam ab.

"Wer Sorgen hat, hat auch Likör", wusste schon Wilhelm Busch. Was sicher im einen oder anderen Fall zutreffend ist. Allerdings gilt wohl auch: Getrunken wird immer. Insbesondere, wenn es etwas zu feiern gibt. Karneval etwa wäre so ein Anlass.

Aber egal aus welchem Grund gebechert wurde: Dass man sich an- oder betrunken nicht hinters Steuer setzt, hat sich zwar herumgesprochen. Nicht aber so sehr, wie langsam der Körper die erworbenen Promille wieder abbaut. Und so riskiert so mancher, der sich nach einer durchzechten Nacht ans Steuer setzt, nicht nur seinen Führerschein, sondern auch seine und die Gesundheit anderer.

Zwar ist ein ordentlicher Rausch kein Grund, der Arbeit am nächsten Morgen fernzubleiben. Grundsätzlich gilt: Wer feiern kann, kann auch arbeiten. Nur sollte dann besser das Fahrzeug stehen gelassen werden.

Am Morgen noch blau?

Denn wer beispielsweise bis Mitternacht Alkohol trinkt und eine Blutalkoholkonzentration von 1,5 Promille hat, darf auch am nächsten Morgen nicht Auto fahren. Der Körper baut – je nach individueller Konstitution – pro Stunde etwa 0,1 Promille ab. Um neun Uhr morgens läge der Promillewert rein rechnerisch noch bei etwa 0,6 Promille.

Und das ist zu viel, um Auto fahren zu dürfen. Wer mit 0,5 Promille oder mehr ein Kraftfahrzeug führt und dabei keine alkoholbedingte Auffälligkeit zeigt, muss mit einen Bußgeldbescheid über 500 Euro, einem Monat Fahrverbot und zwei Punkten in Flensburg rechnen. Wer einen alkoholbedingten Fahrfehler begeht – zum Beispiel Schlangenlinien fährt – muss schon ab 0,3 Promille Blutalkohol mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe, Punkten und Führerscheinentzug rechnen, wie der ADAC informiert.

Zu beachten ist aber, dass sich der tatsächliche Promillegehalt im Blut aufgrund diverser Einflussfaktoren nicht einfach ausrechnen lässt. Zu diesen Faktoren zählen beispielsweise die Magenfüllung zum Zeitpunkt der Alkoholaufnahme sowie die individuelle körperliche Voraussetzung. Zudem können Medikamente den Abbau des Alkohols beeinträchtigen oder kritische Wechselwirkungen auslösen. Promille-Abbau-Beschleuniger oder Wundermittel gibt es nicht. Auch Kaffee trinken, schwitzen oder schlafen hilft nicht, um den Promillewert schneller sinken zu lassen.

Wer also am Vorabend ordentlich getankt hat, sollte am nächsten Tag sicherheitshalber den Wagen stehen lassen. Aber auch für Radfahrer ist Vorsicht geboten, denn sind 1,6 Promille erreicht - was vielleicht dann der Fall ist, wenn's von der Kneipe direkt zum Job geht - gilt auch der Radler als absolut fahruntüchtig. Dann drohen ein Bußgeld, die Auferlegung einer medizinisch-technischen Untersuchung (MPU) zur Fahreignung sowie der Entzug der Fahrerlaubnis.

Doch auch Fußgänger sollten auf der Hut sein. Denn neben den üblichen Risiken starken Alkoholkonsums können auch torkelnde Passanten ins Fadenkreuz der Ermittlungen geraten. Wird bei ihnen nämlich ein besonders hoher Promillewert festgestellt, könnte die Fahrerlaubnisbehörde bei entsprechender Kenntnis die Eignung zum Führen eines Fahrzeugs infrage stellen - mit einer MPU als Konsequenz. Wer diese dann verweigert, dem kann von der Fahrerlaubnisbehörde der Führerschein entzogen werden. 

Quelle: n-tv.de