Ratgeber

Ist IBAN wirklich so schrecklich? Was Bankkunden zu SEPA wissen sollten

Die Überweisung fürs Ferienhaus in Holland oder die Lastschrift des italienischen Onlineversenders - dank der internationalen Kontonummer IBAN sind solche Transaktionen schneller und günstiger geworden. Doch bald muss man auch innerhalb Deutschlands auf die neuen Kontodaten umstellen. Sind Sie vorbereitet?

SEPA ist das Kürzel für den einheitlichen europäischen Zahlungsraum. Künftig sind auch Lastschriften in andere EU-Länder möglich. Foto: Franziska Koark

SEPA gilt in den EU-Staaten, aber auch in einigen anderen.

Mehr Wettbewerb und mehr Effizienz im bargeldlosen Zahlungsverkehr, das soll SEPA bringen, der einheitliche europäische Zahlungsverkehrsra um, der in gut sieben Monaten in Kraft tritt. Verbraucher interessiert das bisher nur am Rande, solange sie sich noch keine ellenlangen Kontonummern merken müssen. Doch auch Unternehmen und Organisationen scheint das Thema kaltzulassen – und das könnte Folgen haben. Denn Anfang nächsten Jahres müssen sie die Umstellung über die Bühne gebracht haben. Wenn nicht, "drohen Liquiditätsengpässe und Kosten durch fehlerhafte Zahlungsabwicklung" warnt Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele. Das könnte dann auch die Gehälter betreffen.

Abgesehen von diesen möglichen Problemen werden Verbraucher vom Wechsel zunächst nicht viel mitbekommen. Denn für sie gelten längere Übergangsregelungen. Doch was bedeutet SEPA eigentlich für die Bankkunden? Und wie soll man sich künftig die langen Kontonummern merken? Eine kleine Einführung in SEPA:

Was bedeutet SEPA konkret?

Um den Zahlungsverkehr innerhalb Europas zu vereinfachen, werden standardisierte Verfahren für Überweisungen und Lastschriften eingeführt. Jeder, der ein Konto in einem der 27 EU-Staaten hat, bekommt eine neue Kontonummer. Die muss er zunächst nur bei internationalen Transaktionen verwenden, später aber auch bei nationalen. Betroffen sind nicht nur EU-Bürger: Auch Island, Liechtenstein, Norwegen, Monaco und die Schweiz machen bei SEPA mit.

Ab wann gilt SEPA für alle?

SEPA ist ab dem 1. Februar 2014 verbindlich, bis dahin müssen die nationalen Überweisungen und Lastschriftverfahren umgestellt werden. Das gilt zumindest für Firmen, Institutionen oder Organisationen. Für Verbraucher in Deutschland gibt es eine Schonfrist: Sie können im nationalen Zahlungsverkehr erst mal weiter ihre altern Nummern verwenden, die Banken übernehmen die SEPA-Umstellung. Ab dem 1. Februar 2016 gilt SEPA dann aber auch für Privatleute.

In einigen Bereichen ist SEPA schon jetzt im Alltag angekommen. So werden Renten und Kindergeld per SEPA-Überweisung ausgezahlt, für Renten- und Kindergeldanträge braucht man deshalb auch heute schon die international gültige Kontonummer IBAN.

Wie schrecklich ist IBAN wirklich?

"IBAN die Schreckliche" wird die neue, international gültige Kontonummer scherzhaft genannt. Schrecklich, weil sie so lang ist: Bis zu 34 Zeichen sind laut EU erlaubt. Deutschland ist mit 22 Zeichen zum Glück weit darunter geblieben. Auch das ist nicht gerade wenig, doch das Auswendiglernen ist trotzdem machbar. Einen Großteil der IBAN kennt man nämlich schon: Sie besteht aus der alten Kontonummer und der Bankleitzahl, gegebenenfalls ergänzt durch ein paar Nullen. Neu sind die zweistellige Prüfnummer und ein Ländercode. Für Deutschland lautet er DE.  

Was passiert, wenn man sich bei der IBAN vertippt?

Bei 22 Ziffern können sich schon mal Zahlendreher einschleichen. Die zweistellige Prüfziffer in der IBAN soll verhindern, dass der Auftrag falsch ausgeführt wird. Beim Online-Banking oder der Überweisung am Automaten wird dann eine Fehlermeldung angezeigt.

Was wird aus der Bankleitzahl?

Die Bankleitzahl in ihrer alten Form geht in der IBAN auf. Wenn im Jahr 2016 SEPA für alle Pflicht wird, dann wird man keine zusätzliche Bankleitzahl mehr brauchen. Bis muss man aber für Überweisungen nach Europa zusätzlich die internationale Bankleitzahl BIC (Business Identifier Code) verwenden. Bei Inlandsüberweisungen mit SEPA fällt die BIC schon im Februar 2014 weg.

Wo findet man IBAN und BIC?

Beide Nummern stehen schon seit 2003 auf den Kontoauszügen, manchmal auch auf Bankkarten. Auch beim Online-Banking findet man IBAN und BIC, etwa unter den Rubriken "Meine Daten" oder "Kontodetails".

Was ist mit laufenden Daueraufträgen und Einzugsermächtigungen?  

Bestehende Einzugsermächtigungen werden automatisch als SEPA-Lastschriftmandate weitergeführt. Auch Daueraufträge stellen die Banken in der Regel selbst um, so dass man nichts weiter tun muss.  

Kann man Abbuchungen durch eine Einzugsermächtigung auch weiterhin zurückrufen?

Bisher können sich Bankkunden von ihrem Konto abgebuchte Lastschriften zurückholen. Ob das auch weiterhin funktioniert, war lange strittig. Doch nun ist klar: Auch künftig können Kunden Lastschriften ohne Angabe von Gründen rückgängig machen. Dafür haben sie acht Wochen Zeit. War die Abbuchung widerrechtlich, verlängert sich die Frist auf 13 Monate. 

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Quelle: ntv.de