Ratgeber
Die  Finanztest-Experten  haben den Zukunftsfonds als ausgewogenen Mischfonds klassifiziert.
Die  Finanztest-Experten  haben den Zukunftsfonds als ausgewogenen Mischfonds klassifiziert.(Foto: imago/Hermann J. Knippertz)
Dienstag, 05. Juni 2018

Zukunft für den Zaster: Was taugt der Ex-"Bild"-Chef-Fonds?

Der frühere "Bild"-Macher Diekmann sorgt sich um das Wohl der Bürger. Denn denen macht der Niedrigzins das Leben schwer. Gemeinsam mit ein paar Bankern möchte er das ändern und bringt den Zukunftsfonds an den Start. Ob der Name Programm ist, hat Warentest überprüft.

Wer sich gefragt hat, was der ehemalige "Bild"-Chefredakteur so treibt, bekommt dieser Tage eine Antwort, in Form von Werbung für seinen Mischfonds. Denn Kai Diekmann ist mittlerweile Kommunikationsvorstand des Unternehmens DFG (Deutsche Fondsgesellschaft SE Invest), welches den sogenannten "Zukunftsfonds" aufgelegt hat. Somit sollte zumindest etwaige Sorge um die finanzielle Zukunft Diekmanns zerstreut werden können.

Ob der Fonds wie beworben für den Rest des Landes als rentable Alternative für Sparbuch und Festgeldkonto herhalten kann - bekanntermaßen nagt an diesen der Niedrigzins - muss sich noch herausstellen. Finanztest hat sich vorab schon mal die Mühe gemacht und einen Blick auf die Ausgangsdaten geworfen.

Und stellt fest, dass es sich bei dem "Zukunftsfonds" um einen Mischfonds handelt, dessen laufende Kosten aktuell bei 1,4 Prozent p.a. liegen. Laut Prospekt ist aber allein eine Verwaltungs­vergütung von bis zu 1,75 Prozent möglich. Im Gegensatz zu anderen Fonds ist dann aber kein Ausgabeaufschlag fällig. Immerhin. Zudem gibt es keine Erfolgsgebühr. Kleinanleger können sich via Sparplan monatlich mit 25 oder mit Einmalbeträgen ab 1000 Euro an dem Fonds beteiligen.

Die Finanztest-Experten haben den Zukunfts­fonds als ausgewogenen Misch­fonds klassifiziert, da er für bisherige Simulationen eine Aufteilung von rund 25 Prozent Aktien, 15 Prozent Rohstoffe sowie einen 50-prozentigen Geldmarkt- und Renten­anteil zugrunde gelegt hat. Aktuell hat er allerdings noch einen etwa 80-prozentigen Barbestand. Für einen im Aufbau befindlichen Fonds ist das nicht ungewöhnlich. Insgesamt wirkt die Zusammensetzung denn auch noch provisorisch.

Zukunft per se ungewiss

Die Titelauswahl wirkt dann allerdings - wenn auch noch unter Vorbehalt - etwas eigen.  Hat sie doch wenig mit denen des MSCI World - der üblichen Messlatte für globale Aktienfonds - gemein. Unter seinen Positionen findet sich keiner der großen Welt­konzerne wie Apple, Microsoft, Facebook oder Johnson & Johnson. Stattdessen setzt das Management auf Titel wie den Bezahl­dienst­leister Paypal, den Ölkonzern Equinor, den Industrieroboterspezialisten Fanuc und das Wert­papier­handels­haus Lang & Schwarz.

Problematisch bewerten die Tester, dass der Fonds von den Initiatoren in einen direkten Rendite­vergleich zu Spar­buch und Fest­geld gesetzt wird, da diese Anlageformen insbesondere in Sachen Sicherheit nicht mit einem Misch­fonds vergleich­bar sind. Zwar gibt es Risikohin­weise auf der Webseite, diese kommen aber deutlich unscheinbarer daher als die ­Vergleiche, bei denen der Fonds auf den ersten Blick mit Renditen zwischen 2 und 4 Prozent deutlich lukrativer erscheint. Tatsäch­lich sind bei einer Aktien- und Rohstoff­quote des Fonds von 40 Prozent im Falle eines Börsencrashs zwei­stel­lige Verluste möglich. Gerade Anleger, die bisher ausschließ­lich sichere Zins­anlagen gewohnt sind, sollten darauf ausdrück­lich hingewiesen werden.

Fazit: Da die Zunkunft per se ungewiss ist, kann Finanztest keine abschließende Bewertung vornehmen. Bis es so weit ist, wird aber jenen, die es bequem, rentabel und vergleichsweise sicher mögen, ein Investment in Indexfonds (ETFs) in Kombination mit Festgeld empfohlen. Denn auf lange Sicht sind Anleger mit einer konstanten Aktienquote - je nach Risikoneigung - bislang deutlich besser gefahren als mit den meisten Mischfonds.

Quelle: n-tv.de