Ratgeber

Niedrige Kosten, guter Service Welches Geschäftskonto passt?

imago78479764h (1).jpg

Aus Sicht der FMH-Finanzberatung sollten Geschäftskonten standardmäßig mit einer GiroCard und Kreditkarte ausgestattet sein.

(Foto: imago/photothek)

Niedrige Kontoentgelte und -gebühren, guter Service und keine Negativzinsen: Wer das passende Geschäftskonto sucht, muss die eigenen Bedürfnisse kennen - und die Angebote genau vergleichen.

Aus eins mach zwei: Diese Taktik vieler Jungunternehmer oder Selbstständiger, das Privatkonto auch als Geschäftskonto zu nutzen, ist Banken ein Dorn im Auge. Vielfach folgt das Verbot, sobald der Vorgang auffällt.

Die FMH-Finanzberatung hat daher die preiswertesten Anbieter von Geschäftskonten ausfindig gemacht. Dabei unterscheiden die Frankfurter Experten zwischen Konten für kleine Unternehmen mit bis zu 40 Buchungsvorgängen pro Monat und solchen mit bis zu 120 Buchungsvorgängen pro Monat. Zudem wurden bei der Auswertung die unterschiedlichen Anforderungen berücksichtigt, die unterschiedliche Unternehmertypen an ihr Geschäftskonto stellen.

Für jeden das passende Konto

Variante eins ist der Pragmatiker. Dieser Typus des Selbstständigen wünscht sich vor allem eine Bank, die kostengünstig ist, aber nicht zwangsläufig vor Ort sein muss. Ganz anders der zweite Unternehmertyp. Der Bodenständige ist fest in seiner Region verwurzelt. Für ihn ist der persönlichen Kontakt zum Bankberater unabdingbar. Daher wird er sich als Geschäftsbank meist eine Filialbank und keine Direktbank suchen.

Um möglichst aussagekräftige Ergebnisse zu erzielen, hat die FMH zudem noch zwischen bundesweit und regional agierenden Geldhäusern unterschieden. Eine regionale Bank hat meist einen guten Überblick über die Geschäftsmöglichkeiten im Umfeld und passt damit eher zu dem lokal verwurzelten Selbstständigen. Eine bundesweit tätige Bank hingegen betrachtet das Große und Ganze - was wiederum dem Pragmatiker gelegen kommen könnte.

Knapp 500 Euro Kostendifferenz pro Jahr

Die meisten Banken verlangen ihren Kunden mehr oder minder hohe Kontogebühren und -entgelte für bestimmte Transaktionen ab. Die Bandbreite bei 40 Kontobewegungen pro Monat liegt zwischen null und 248 Euro ohne Kreditkarte und bei 120 Buchungsvorgängen zwischen null bis 456 Euro pro Jahr.

Die FMH-Auswertung zeigt zudem, dass fast alle Anbieter ab einer gewissen Guthabensumme Strafzinsen verlangen. Meist liegt die Grenze bei 100.000 Euro. Eine unrühmliche Ausnahme ist die HypoVereinsbank. Sie verlangt ab dem ersten Euro Guthaben einen Strafzins von 0,5 Prozent - und erhielt daher eine Abwertung.

Die Targobank, klarer Sieger bei den Filialbanken, verzichtet ganz auf Minuszinsen. Positiv fällt auch die Fidorbank auf: Sie kommt (noch) ohne Kontoentgelte aus, allerdings verlangt sie ab 100.000 Euro 0,4 Prozent Negativzinsen von ihrem Kunden. Auch die netbank hat ihren guten Platz aus dem vergangenen Jahr gehalten - allerdings verlangt auch sie Negativzinsen.

Mehr zum Thema

Fazit

Auf der Suche nach einem guten Geschäftskonto sind die Gebühren für Geldeingang und Geldausgang ein wesentlicher Faktor. Wer regelmäßig größere Guthaben auf seinem Geschäftskonto parken muss, sollte zudem darauf achten, dass die eigene Bank möglichst spät und möglichst niedrige Negativzinsen verlangt. In jedem Fall lohnt es sich, unterschiedliche Kontomodelle zu vergleichen und eine bewusste Entscheidung anhand der eigenen Bedürfnisse zu treffen.

Quelle: ntv.de, awi