Ratgeber

Versicherungen für Computer Wenn das Notebook futsch ist

Eine Computerversicherung kann man in der Regel gleich zusammen mit dem Gerät beim Händler erwerben. Will man darüber erst einmal nachdenken und seinen Computer oder Laptop später woanders versichern lassen, sollte man sich damit nicht zu lange Zeit lassen: Denn für den Versicherungsschutz muss das Gerät neu und darf nicht älter als drei Monate sein. Für gebrauchte Laptops oder Computer kommt er gar nicht in Frage.

Versichert sind gewöhnlich Schäden durch fehlerhaftes Bedienen, durch Überspannung, Unfälle oder Stürze. Wichtig vor allem für Besitzer eines Laptops ist die Möglichkeit, den Versicherungsschutz auch für den Fall eines Diebstahls auszuweiten. Dieser greift auch, wenn das Notebook auf einer Reise ins Ausland zu Schaden gekommen ist oder entwendet wurde.

Bei Diebstählen gilt: Wer sein Notebook auf dem Tisch der Bibliothek stehen lässt, um zur Toilette zu gehen, wird von seiner Versicherung keinen Ersatz bekommen. Der Kunde sollte sein Notebook auch nicht an einem Bahnhof neben sich stellen, weil er schnell eine Fahrkarte ziehen will. Im Falle eines Diebstahls hat er auch in diesem Fall das Nachsehen. Die Versicherung zahlt nur dann, wenn der Kunde sein Notebook die ganze Zeit im Auge behalten beziehungsweise am Körper getragen hat. Auch pure Schusseligkeit wird nicht belohnt: Wer sein Gerät in der Straßenbahn oder im Caf liegen lässt, ist selber Schuld und muss die Kosten allein tragen.

Kunde muss sich an Kosten beteiligen

Eine Laptop- oder Computerversicherung ist monatlich ab rund fünf Euro zu haben, der endgültige Beitrag hängt aber vom Wert des Geräts und der Versicherungsleistung ab. Eine Versicherungspolice, die auch Diebstahl abdeckt, kostet mehr als eine, die nur für Beschädigungen aufkommt.

Die Versicherung übernimmt die Kosten für eine Reparatur oder sorgt im schlimmsten Fall für ein Ersatzgerät. Der Kunde hat dabei nur Anspruch auf "Naturalersatz", nicht aber auf eine Geldzahlung. Vom Kunden wird eine Beteiligung an den Kosten erwartet. Bei einer Reparatur oder einem notwendigen Ersatz wegen eines Schadens liegt dieser Selbstbehalt bei durchschnittlich zehn Prozent, bei Diebstahl bei immerhin 25 Prozent.

Hinzu kommt der Wertverlust des Geräts über die Monate, denn die Versicherung kommt nur für den aktuellen Wert des Computers oder Laptops auf. Bei der Versicherung über "schutzbrief24" liegt der nach einem Jahr nur noch 80 Prozent, nach Ablauf von zwei Jahren nur noch 60 Prozent des ursprünglichen Kaufpreises.

Beispielrechnung: 1000-Euro-Notebook

Eine Beispielrechnung mit dem schutzbrief24: Ein Laptop, der ursprünglich 1000 Euro gekostet hat, muss nach 15 Monaten wegen eines Kurzschlusses repariert werden. Sein aktueller Wert beträgt zu diesem Zeitpunkt noch 800 Euro, der Kunde muss sich mit 100 Euro an den Kosten beteiligen. Berücksichtigt man, dass er bis dahin insgesamt bereits 89,25 Euro an Versicherungsbeiträgen eingezahlt hat, "erhält" er von seiner Versicherung maximal 610,75 Euro.

Im Falle eines Diebstahls sähe seine Bilanz bereits etwas aus. Dann beliefe sich der Beitrag seiner Versicherung auf 460,48 Euro immerhin aber noch eine gute Summe, die beim Kauf eines neuen Laptops hilfreich ist. Nach 30 Monaten würde die Versicherung abzüglich der bereits gezahlten Monatsbeiträge nur noch 271,50 Euro für den Ersatz aufbringen, also nur noch knapp ein Drittel des Kaufpreises.

Beispielrechnung: 2000-Euro-Laptop

Beim Diebstahl eines Laptops im Wert von ursprünglich 2000 Euro fällt der Zuschuss sogar noch magerer aus. Zwar zahlt die Versicherung nach 30 Monaten 700 Euro an ihren Kunden, der hat aber bis dahin bereits 328,50 eingezahlt. Die Aufwendung der Versicherung belaufen sich also auf tatsächliche 371,50 Euro etwa ein Fünftel des Kaufpreises. Bei Schäden, die vor allem noch in den ersten beiden Jahren auftreten, fällt die Bilanz allerdings noch etwas besser aus; die Beteiligung der Versicherung liegt dann bei maximal 1.235,75 Euro.

Wesentlich kundenfreundlicher sind die Policen, die über "Jamba" erworben werden können. Hier entspricht der Zeitwert in den ersten beiden Jahren der vereinbarten Deckungssumme, erst danach verringert sie sich um zehn Prozent jährlich.

Letztendlich muss man sich wohl fragen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass der eigene Laptop geklaut wird oder zu Boden fällt. Gehen wichtige Daten verloren, hilft einem die Versicherung ohnehin nicht; das regelmäßige externe Abspeichern der eigenen Arbeit ist da immer noch der beste Schutz. Auch für Verluste und Instandsetzungen durch Softwarefehler, Viren oder Hacker sieht sich die Computerversicherung nicht in der Verantwortung. Für das Beheben von "Schönheitsfehler" wie Schrammen kommt sie ebenfalls nicht auf.

Auch die Hausratversicherung deckt Schäden ab

Der Mehrwert der Computer- und Laptopversicherung besteht sicherlich in der Haftung bei Diebstahl des Gerätes auch außer Haus und bei einer Reihe selbstverschuldeter Schäden. Andere Schäden sind in der Regel durch die Hausratversicherung (sofern man eine hat) gedeckt. Materialschäden oder Konstruktionsfehler werden in den ersten beiden Jahren nach Kauf auf Grund der gesetzlichen Gewährlistungsfrist vom Hersteller getragen.

Übrigens: Die Versicherung übernimmt nur dann die Haftung auch für Monitor, Drucker oder Scanner, wenn dieses Zubehör direkt im Paket mit dem Computer gekauft worden ist. Einzelkomponenten, die der Kunde erst im Nachhinein erwirbt, fallen nicht unter den Versicherungsschutz.

Der Kunde, der seinen Laptop oder PC billiger erwerben konnte, weil er sich für ein Ausstellungsstück entschieden hat, kann das Gerät übrigens nicht versichern lassen.

Quelle: n-tv.de