Ratgeber

Ewig warten oder einfach drüber? Wenn die Ampel rot bleibt

imago74607447h.jpg

Steht die Ampel auf Dauerrot, könnte ein Defekt vorliegen.

(Foto: imago/blickwinkel)

Gefühlt dauert jede Rot-Phase viel zu lange. Aber es gibt auch Fälle, da bleibt die Ampel einfach auf rot. Dauerhaft. Weil sie defekt ist. Was nun? Ein Bußgeld und Punkte riskieren oder das Fahrverbot ignorieren? Was zu beachten ist, lesen Sie hier.

Wer über eine rote Ampel fährt und dabei erwischt wird, dem sind mindestens 90 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg sicher. Werden bei der Aktion andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, wird das Vergehen mit 200 Euro zuzüglich zweier Punkte und eines Fahrverbots für einen Monat geahndet. Dieselbe Strafe wird fällig, wenn die Ampel bereits länger als eine Sekunde auf Rot steht. Kommt auch noch eine Sachbeschädigung dazu, sind wahlweise 240 Euro, zwei Punkte und ein Fahrverbot oder sogar 360 Euro, zwei Punkte und ein Fahrverbot fällig. Letzteres gilt wieder, wenn das Verkehrslicht länger als eine Sekunde rot aufgeleuchtet hat.

Ein derartiger Verkehrsverstoß sollte also tunlicht unterbleiben. Was nicht immer leicht ist. Vor allem dann, wenn die Ampel auf Rot stehen bleibt und nicht mehr umspringt. Was mitunter der Fall ist, wenn die Anlage kaputt ist. Doch was ist zu tun, wenn die Ampel Dauerrot zeigt?

Die gute Nachricht lautet: Es kann von niemanden erwartet werden, dass er so lange an der Kreuzung stehen bleibt, bis der Defekt behoben ist. Was allerdings nicht bedeutet, dass wenn es sich abzeichnet, dass es mal wieder länger dauert, einfach losgefahren werden darf. Den auch bei funktionierendem Verkehrslicht können mitunter einige Minuten vergehen, bis dieses wieder regulär umspringt.

Das Oberlandesgericht Hamm (Az.: 2 Ss OWi 486/99) hat zum Beispiel entschieden, dass von einer defekten Ampel erst nach deutlich mehr als drei Minuten Rotlichtzeit ausgegangen werden kann. Auf der sicheren Seite sind Verkehrsteilnehmer aber wohl erst ab einer Wartezeit von fünf Minuten. Nach dieser Zeit kann wohl davon ausgegangen werden, dass mit der Ampel etwas nicht stimmt. Der Wartende kann dann in die Kreuzung einfahren - mit äußerster Vorsicht. Allerdings auch nur dann, wenn die Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer auszuschließen ist. Kommt es dennoch zu einem Unfall, liegt die Schuld - ungeachtet der kaputten Ampel - voll beim "Rotfahrer". 

In aller Regel sind moderne Ampelanlagen aber so programmiert, dass bei einem Defekt für alle Verkehrsteilnehmer das gelbe Licht blinkt. Dann gilt an Kreuzungen die Beschilderung beziehungsweise die Anweisung der Polizei. Ansonsten gilt "rechts vor links".

Quelle: ntv.de, awi