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Segway, E-Bike, Inlineskates Wer darf wo fahren?

Autos fahren auf der Straße, Fußgänger laufen auf dem Gehweg. Immerhin, so viel ist klar. Aber wo gehören eigentlich Skateboards oder Inliner hin? Dürfen E-Bikes überhaupt auf den Radweg und müssen Elektro-Rollis tatsächlich auf die Straße? Sind Segways überhaupt für den Straßenverkehr zugelassen? Hier ein Überblick.

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Segways werden oft für touristische Zwecke vermietet. Privatkäufer sind angesichts des Anschaffungspreises von weit über 8000 Euro eher die Ausnahme.

(Foto: picture alliance / dpa)

Autofahrer geraten aus der Fassung, wenn Radfahrer die Straße statt dem Radweg benutzen, Radler wiederum reagieren empfindlich, wenn ihnen Inline-Skater in die Quere kommen oder wenn sie sich an Segway-Fahrer vorbeidrängen sollen. Und Fußgänger sehen es nicht unbedingt gern, wenn auf Bürgersteigen auch noch Skateboards oder Waveboards rollen. Wer darf eigentlich wo fahren?

Bei Fahrrädern ist die Sache klar: Sie dürfen die Straße benutzen. Zumindest, solange es keinen brauchbaren Radweg gibt, der mit dem blauen Radwege-Schild gekennzeichnet ist. Nach einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts darf der Benutzungszwang nur dort angeordnet werden, wo eine "besondere Gefahrenlage" besteht. Faktisch ist das nur selten der Fall, in der Praxis halten viele Kommunen dennoch an der Radwegepflicht fest.

Wenn mindestens 16 Radler als geschlossener Verband unterwegs sind, dürfen sie auf jeden Fall auf der Straße fahren. Für E-Bikes gelten die gleichen Regeln wie für normale Räder - allerdings nur, sofern der Elektromotor bei 25 km/h abriegelt. Speed-Pedelecs, die bis zu 45 km/h erreichen, brauchen ein Kennzeichen und gehören auf jeden Fall auf die Straße.

Segway ist "Mobilitätshilfe"

Neuerdings bekommen Radfahrer auf ihren Wegen Gesellschaft von den sogenannten Segways. Diese einachsigen Elektrofahrzeuge erreichen Geschwindigkeiten bis zu 20 km/h und sind erst seit 2009 bundesweit im Straßenverkehr zugelassen, Mofaführerschein und Haftpflichtversicherung vorausgesetzt. Damals hat der Gesetzgeber auch festgelegt, als was Segways eigentlich zu betrachten sind und sich auf die wenig charmante Bezeichnung "Mobilitätshilfen" verständigt.

In der eigens geschaffenen Mobilitätshilfenverordnung (MobHV) ist genau geregelt, wo Segways rollen dürfen: auf Schutzstreifen, Radfahrstreifen, Radwegefurten und Radwegen. Gibt es nichts davon, dürfen Segway-Fahrer auch auf die Straße ausweichen – allerdings nicht auf jede: Bundes-, Landes- oder Kreisstraßen sind verboten. Auch Bürgersteige sind tabu. Für Fußgängerzonen und andere Verkehrsflächen kann es im Einzelfall Ausnahmegenehmigungen geben, um mobilitätseingeschränkten Menschen die durchgängige Nutzung zu ermöglichen.  

Elektrische Rollstühle gelten, anders als man es vermuten würde, nicht als Mobilitätshilfen, sondern als Kraftfahrzeuge. Als solche dürfen sie am rechten Rand auf der Straße fahren. Auch Bürgersteige sind erlaubt, allerdings müssen sich Rollifahrer hier mit Schrittgeschwindigkeit bewegen.

Rollschuhe sind keine Fahrzeuge

Inlineskater sind in aller Regel deutlich schneller als mit Schrittgeschwindigkeit unterwegs, sportliche Fahrer können es locker mit Fahrrädern aufnehmen. Dennoch gelten Skates nicht als Fahrzeug, sondern als "besondere Fortbewegungsmittel", wie der Bundesgerichtshof 2002 entscheiden hat. Skater müssen also wie Fußgänger auf den Gehweg und dürfen dort natürlich nicht schneller als Schrittgeschwindigkeit fahren. Nur dort, wo es keine Fußwege gibt, dürfen sie auf die Straße ausweichen, außerorts müssen sie sich aber – wie Fußgänger – auf der linken Seite bewegen. Radwege sind dagegen für Inliner verboten, sofern sie nicht durch ein zusätzliches Schild freigegeben sind.    

Skateboards rollen nun zwar schon seit weit über 30 Jahren durchs Land, dennoch ist nicht eindeutig geklärt, ob sie nun eigentlich als Fortbewegungsmittel oder als Sportgeräte eingeordnet werden. Auch bei den relativ neuen, einachsigen Waveboards ist die Zuordnung nicht eindeutig. Als Sportgeräte dürften sie nur auf der Halfpipe oder anderen Sportflächen genutzt werden, außerdem in Spielstraßen oder verkehrsberuhigten Bereichen. Als Verkehrsmittel sind sie hingegen wie Inline-Skates auf die Bürgersteige verbannt und dürften dort nur in Schrittgeschwindigkeit rollen. Wie auch immer: Werden sie auf der Straße erwischt, handelt es sich auf jeden Fall um eine Ordnungswidrigkeit. Solange es nicht zu einem Unfall kommt, dürfte ein Bußgeld aber die Ausnahme sein.

Quelle: ntv.de

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