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Entspannt im Ruhestand Wie ein Finanzplan gelingen kann

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Zunächst steht eine Bestandsaufnahme an.

(Foto: imago/McPHOTO)

Viele Menschen werden im Alter nicht allein mit ihrer gesetzlichen Rente auskommen. Doch wie viel muss man wirklich zusätzlich vorsorgen? Tipps dazu von Finanzexperte Gerd Kommer.

Mit der gesetzlichen Rente allein wird es für die meisten künftigen Rentner im Alter knapp. Das bedeutet: Um später seinen Lebensstandard halten zu können, muss man einen Plan entwickeln. "Das machen allerdings erstaunlich wenige", sagt der Finanzexperte und Buchautor Gerd Kommer im Interview mit dem dpa-Themendienst. Dabei ist das mit dem Plan nicht kompliziert und braucht auch nicht viel Zeit.

Wie kann ich einen Plan für meinen Ruhestand entwickeln?

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Gerd Kommer: Sie müssen sich zuerst einmal mit ihrer finanziellen Ist-Situation auseinandersetzen, also eine Bestandsaufnahme machen. Dazu können Sie an einem Wochenende Ihre Kontoauszüge durchforsten. So können Sie ermitteln, wie viel Sie in etwa ausgeben. Wenn Sie das gemacht haben, haben Sie den ersten Schritt schon gemacht. Denn dann wissen Sie, wie hoch Ihr Finanzbedarf ist.

Außerdem sollten Sie die Vermögenswerte zusammenrechnen, die Sie besitzen - also zum Beispiel Immobilien, Ihre Ansprüche aus der gesetzlichen Rente und eventuell weitere Lebens- oder Rentenversicherungen. Daraus ergibt sich Ihr Vermögen, das Sie zum Ruhestand zur Verfügung haben. Wichtig dabei, dass die Summen nicht bloß aufaddiert werden. Am besten eignet sich dafür die sogenannte Barwertmethode.

Was brauche ich denn im Alter wirklich?

Ihre Lebenshaltungskosten werden vermutlich sinken. Eine Faustregel sagt, dass man im Ruhestand etwa 20 Prozent weniger braucht. Allerdings gilt das nicht unbedingt von Anfang an, denn vielleicht werden Sie erst einmal reisen. Das sollten Sie berücksichtigen.

Wichtig sind darüber hinaus zwei Punkte: Unterschätzen Sie nicht Ihre Lebenserwartung und überschätzen Sie nicht das Pflegerisiko.

Bei der Lebenserwartung orientieren sich die meisten an den statistischen Mittelwerten. Die Hälfte aller Menschen wird aber älter, viele fünf oder mehr Jahre älter. Das heißt: Sie brauchen, um sicherzugehen, entsprechend auch mehr Geld für den Ruhestand. Beim Pflegerisiko ist es andersherum. Das volle Risiko abzusichern, ist sehr teuer - zu teuer für die meisten. Deshalb plädiere ich tendenziell dafür, über die gesetzliche Pflegeversicherung hinaus nichts zu tun.

Aktien im Ruhestand - ist das nicht zu riskant?

Die große Mehrheit der Bundesbürger meidet Aktien, dabei ist das die langfristig ertragreichste Anlagekategorie. Wenn man es richtig macht, gehören Aktien in jedes Portfolio - unabhängig vom Alter. Es gibt eine Faustformel: 100 oder 110 minus Lebensalter ist gleich Aktienanteil. Demnach könnte ein 70-Jähriger also noch 30 Prozent Aktien in seinem Depot haben - vorausgesetzt er kann mit den Kursschwankungen leben.

Wichtig dabei ist, dass das Investment breit gestreut wird, zum Beispiel in einen ETF auf den MSCI World Index, also rund 1600 Einzelwerte. Das kann man kombinieren mit einem Tagesgeld innerhalb der staatlichen Einlagensicherung und sich dann einen Auszahlplan einrichten. Zwischen der jährlichen Entnahmequote und der angenommenen durchschnittlichen Rendite sollte immer ein kleiner Puffer sein, damit das Depot nicht vor seinem Besitzer stirbt.

Quelle: ntv.de, awi/dpa