Ratgeber

Verzehrgutscheine und Pfandzettel Wie lange gelten Wertbons?

Der Pfandbon, der seit Monaten im Geldbeutel vor sich hin bleicht, der Sanifair-Wertbon vom letzten Pinkelstop an der Autobahn - wie lange kann man sich eigentlich Zeit lassen, bis solche Gutscheine verfallen?

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Nach der Leergutabgabe verschwindet der Pfandbon in der Hosentasche - blöd, wenn man ihn da vergisst.

(Foto: imago stock&people)

Geduldig füttert man den Automaten mit Flaschen, geht einkaufen und vergisst dann an der Kasse, den Pfandbon abzugeben. Kein Problem, dann löst man den Gutsche in eben beim nächsten Mal ein. Oder beim Übernächsten. Oder auch erst in drei Monaten, das sollte schließlich kein Problem sein – oder?

Normalerweise nicht. Pfandbons sind rechtlich nämlich wie Gutscheine zu betrachten. Und für die gilt im laut BGB die regelmäßige Verjährungsfrist von drei Jahren. Diese Frist kann der Händler nicht einfach durch seine allgemeinen Geschäftsbedingungen einschränken. Auch wenn das Personal an der Kasse etwas anderes behauptet: Der Pfandbon verfällt nicht so schnell. Im Extremfall behält er sogar fast vier Jahre seine Gültigkeit, denn die Verjährungsfrist beginnt erst am 1. Januar des Folgejahrs zu laufen. Wer also im September 2014 einen Pfandbon zieht, kann diesen bis zum 31.12.2017 einlösen.

In der Praxis kann das allerdings schwierig werden, und das liegt nicht am unwilligen Handel, sondern am Papier, aus dem die Bons bestehen. In der Regel kommt Thermopapier zum Einsatz. Das wird nicht bedruckt, sondern bildet unter Einwirkung von Wärme einen Farbstoff. Auf günstigem Papier hält der sich allerdings nicht allzu lange, oft sind Pfandbons deshalb schon nach ein paar Wochen im Portemonnaie unleserlich. Und da hilft dann auch keine gutwillige Kassiererin. Mit viel Geduld, einem Scanner und einem Bildbearbeitungsprogramm lässt sich die verblichene Schrift manchmal wieder lesbar machen. Aber diesen Aufwand dürften die Wenigsten in Kauf nehmen für ein paar Cent Pfandgeld. Sind die wichtigsten Daten auf dem Bon noch zu erkennen, kann man aber verlangen, dass der Betrag ausgezahlt wird, auch wenn sich der Code nicht mehr in die Kasse einscannen lässt.

Sanifair hält sich bedeckt

Für die Verzehrbons, die man beim Toilettenbesuch an Autobahnraststätten bekommt, gelten die gleichen Regeln wie für Pfandbons. Die meisten Rasthoftoiletten werden inzwischen von Sanifair bewirtschaftet, eine Tochtergesellschaft von Tank & Rast. Wer die Schranke zum Klo passieren will, muss 70 Cent bezahlen, 50 davon bekommt man in Form eines Wertbons zurück. Die Rechte am Wertbon-System werden an Partnerunternehmen verkauft. Das sind beispielsweise Autobahnraststätten, Tankstellen MacDonalds- oder Burger King-Filialen. Wer hier etwas zu Essen oder zu Trinken kauft, kann sich mit dem Wertbon die 50 Cent anrechnen lassen. Nicht nur vor Ort, sondern auch bei einem anderen Vertragspartner in Deutschland.

Die Raststättenbons sind - wie Gutscheine - mindestens drei Jahre gültig. Wer will, kann auch mehrere Bons gleichzeitig einlösen, eine mengenmäßige Beschränkung gebe es in den Sanifair-Betrieben nicht, versichert die Presseabteilung von Tank & Rast. Hat man keine Verwendung für die Bons, kann man sie natürlich verschenken. Auf Ebay werden die Wertbons sogar gehandelt.

Quelle: ntv.de, ino

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