Ratgeber
(Foto: dpa)
Donnerstag, 15. März 2018

Kreditkartengebühren sparen: Gratis-Kreditkarten ohne Girokonto

Wer im Internet einkauft, braucht sie. Wer viel auf Reisen ist, ebenfalls. Kreditkarten sind für Viele ein unentbehrliches Zahlungsmittel. Das bedeutet aber nicht, dass die Karte selbst auch Geld kosten muss, wie ein aktueller Test zeigt.

In den vergangenen Jahren haben fast alle Banken die pauschalen Gebühren für Kreditkarten erhöht: Die FMH-Finanzberatung hat über 2.600 Girokonten verglichen, die auch eine Kreditkarte vorsehen. Im Schnitt fallen die höchsten Gebühren bei Banken in Berlin  an (28,40 Euro pro Jahr), am wenigsten verlangen Direktbanken – mit 10,37 Euro. Der Durchschnittspreis aller Kreditkarten liegt derzeit bei 20,12 Euro pro Jahr.

Doch es geht auch anders. Schließlich ist die Kombination aus Girokonto und Kreditkarte nicht vorgeschrieben. Kunden können das Plastikgeld auch bei einer anderen als ihrer kontoführenden Bank beantragen. Für n-tv hat die FMH-Finanzberatung genau jene Kreditkartenangebote unter die Lupe genommen – und die günstigsten herausgefiltert.

Besonderes Augenmerk lag zum einen auf der Jahresgebühr, aber auch Entgelte fürs Geldabheben an deutschen Geldautomaten und im EU-Ausland wurden berücksichtig. Zudem floss in die Bewertung ein, was es kostet, wenn ein Kunde mit der Karte außerhalb des Euroraums in fremder Währung bezahlt und wie hoch die Sollzinsen für Einkauf und Barabhebungen sind.

Wichtige Funktionen – und was sie kosten

Geld abheben mit der Kreditkarte kann, je nach Anbieter, ganz schön kostspielig werden.  Der teuerste Anbieter in der FMH-Betrachtung, die Targobank, verlangt im Inland 3,5 Prozent des abgehobenen Betrags, mindestens aber 5,95 Euro.  Andere Anbieter, etwa die Advanzia, bieten diesen Service kostenlos an.

Ein wichtiger Kostenfaktor, vor allem für alle, die viel auf Reisen sind, sind Währungsentgelte. Sie fallen an, wenn ein Kunde eine Rechnung nicht in Euro bezahlt. Mit der Advanzia und der Santander gibt es bei den nicht kontogebundenen Kreditkarten gerade einmal zwei Anbieter, die Kunden in diesem Fall nicht belasten. Wer also in England, der Schweiz oder anderen Ländern außerhalb des Euro-Raums unterwegs ist, muss in der Regel mit zusätzlichen Kosten kalkulieren. Selbst die sonst eigentlich als kundenfreundlich bekannte ING-DiBa verlangt in solchen Fällen 1,75 Prozent der Rechnungssumme. Das macht bei einem Betrag von 500 Euro stolze 8,75 Euro extra.

Wichtig für die Bewertung war der FMH zudem der Zinssatz für Kunden, die einen Rechnungsbetrag nicht sofort, sondern in Raten zahlen. Ebenfalls in die Bewertung einfließen ließen die Experten, wann der Kunde einen Rechnungsbetrag zu überweisen hat, ob es eine Guthabenverzinsung gibt und welche sonstige Gutscheine oder Vergünstigungen es gibt (zum Beispiel Tankrabatte oder kostenlose Versicherungen). Umgekehrt hatten auch besondere Auflagen, wie wie die verpflichtende Inhaberschaft einer Bahncard oder einer ADAC-Mitgliedschaft Auswirkungen auf die Platzierung.

Oben ist die Luft dünn

Insgesamt hat die FMH vier Banken ausfindig gemacht, die für eine Kreditkarte ohne Girokonto dauerhaft keine Jahresgebühr verlangen - und nicht nur aus Marketinggründen im ersten Jahr darauf verzichten. Einzelheiten zu den Siegern und deren Besonderheiten finden Sie im FMH-Testbericht. Kostenfreies Geldabheben am Automaten ist bei fünf Kreditkarten möglich und es bleiben nur noch zwei Banken übrig, wenn man auch das Bezahlen in Fremdwährung als Kostenfaktor berücksichtigt. Diese beiden Anbieter sind zugleich auch die Sieger der Gesamtbetrachtung:  Die "gebührenfreie MasterCard Gold" der Advanzia Bank und die 1 plus Visa-Card von der Santander. Einen respektablen dritten Platz belegt die Barclaycard.

Wenn Sie auf der Suche nach der besten Kreditkarte für Ihre Vorgaben sind, können Sie diesen Kreditkartenvergleich nutzen.


Datenschutz

 

Quelle: n-tv.de