Ratgeber
(Foto: imago/Gerhard Leber)
Freitag, 27. April 2018

Gewaltiges Sparpotenzial: Langfristige Hypothekendarlehen im Test

Die goldenen Zeiten für Immobilienkäufer – sie neigen sich dem Ende zu. Zwar sind die Baugeldzinsen noch immer sensationell günstig. Doch die Tendenzen nach oben sind nicht zu übersehen. Daher möchten sich viele die günstigen Konditionen so lange wie möglich sichern. Doch welche Angebote sind zu empfehlen?

Für alle, die derzeit bauen oder kaufen, lohnt es  sich, die aktuellen Konditionen möglichst lange festzuschreiben. Doch wo gibt es die günstigsten Hypothekendarlehen mit Zinsbindungsfristen von bis zu 30 Jahren?

Zinssicherheit zum Bestpreis

n-tv hat die FMH-Finanzberatung beauftragt, die besten Anbieter zu ermitteln. Im Musterfall, auf dem der Vergleich fußt, kauft eine junge Familie ein Haus für 300.000 Euro, davon bestreiten sie 90.000 Euro aus eigenen Mitteln. Die fehlenden 210.000 Euro werden über ein Darlehen finanziert – wahlweise mit einer Zinsbindung von 20, 25 und 30 Jahren.

In zwei Varianten rechneten die Experten jeweils zwei Szenarien durch: Einmal unterstellten sie, dass das Darlehen am Ende der Zinsbindung vollständig getilgt ist. Im zweiten Szenario gingen sie bei 20 Jahren Zinsbindung von drei Prozent Tilgung pro Jahr aus, bei 25 Jahren von 2,5 Prozent.

Volltilger haben die Nase vorn

Die Auswertung ergab ein klares Bild. Die günstigsten Konditionen gibt es für Volltilgerdarlehen. Wer sich bereit erklärt, seinen Kredit innerhalb der Zinsbindung komplett abzuzahlen, zahlt insgesamt weniger Zinsen als Kunden, bei denen am Ende der Laufzeit noch eine Restschuld offen ist. Zudem fällt auf, dass Versicherungen als Geldgeber bei langlaufenden Darlehen fast überall ganz vorne mitmischen: Bei 20 und 25 Jahren fest schafft es die Allianz Lebensversicherung sowohl in der Volltilger-Variante als auch bei drei und 2,5 Prozent Tilgung aufs Treppchen. Aber auch die Angebote der Postbank können sich sehen lassen. Sie schafft es bei den bundesweiten Banken insgesamt viermal auf Platz eins. 

Und noch eine generelle Schlussfolgerung lässt sich aus den Berechnungen der FMH ziehen: Je länger die Zinsbindung eines Kredits, desto wichtiger ist es, vor Abschluss die Konditionen zu vergleichen. Unsere Musterfamilie etwa verschenkt bei 30 Jahren Zinsbindung bis zu 42.000 Euro, wenn sie beim falschen bzw. dem teuersten Anbieter in der FMH-Datenbank unterschreibt. Selbst die Unterschiede in der TOP-Liste sind schon gewaltig: Bei einem Volltilgerdarlehen und einer Laufzeit von 30 Jahren beträgt die Differenz stolze 18.900 Euro.

Zinsen sind viel, aber nicht alles

Auch wenn die Spitzenkonditionen der Volltilgerdarlehen verlockend sind, sollten Kunden dennoch überlegen, welche Faktoren ihnen neben der Zinshöhe noch wichtig sind. Wollen sie während der Laufzeit die Tilgungsquote verändern? Eine solche Flexibilität ist gerade bei langlaufenden Darlehen ein echter Vorteil, um auf unvorhergesehene Engpässe (oder Zusatzeinnahmen) reagieren zu können –   ist aber bei Angeboten mit Volltilger-Rabatt nur selten möglich.

Am Ende ist es eine persönliche Entscheidung, ob man Mehrkosten für flexible Lösungen in Kauf nimmt (und wenn ja, in welcher Höhe) oder ob man lieber den größtmöglichen Rabatt ausschöpfen will. Für beide Varianten gibt es gute Argumente – und gute Anbieter.

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Quelle: n-tv.de