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Wie kann ich mich ... ... von Rezept-Zuzahlung befreien lassen?

Der Klassiker: Rosa Rezepte gibt es für Arzneien, die von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden. Etwas zuzahlen müssen Patienten häufig trotzdem. Foto: Oliver Berg

Bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln beträgt die Zuzahlung zehn Prozent des Preises, mindestens aber fünf Euro und höchstens zehn Euro.

(Foto: dpa)

Wer gesetzlich krankenversichert ist, kann sich von der Zuzahlung für rezeptpflichtige Medikamente befreien lassen. Eine schon für 2021 ausgestellte Bescheinigung kann eine finanzielle und bürokratische Erleichterung sein. Welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen, lesen Sie hier.

Rund eine halbe Milliarde Mal greifen Mediziner jährlich zum Rezeptblock, damit sich Kassenpatienten hierzulande die entsprechenden Medikamente aus der Apotheke besorgen können. Was ordentlich ins Geld geht, denn meist ist eine Zuzahlung fällig. Egal, ob das Rezept rosa, blau, gelb oder weiß ist. Unter bestimmten Voraussetzungen kann man sich jedoch davon befreien lassen.

Ein Beispiel der Verbraucherzentrale Bundesverband zeigt, was Patienten für die Medikation aufbringen müssen:

  • Kostet ein Medikament 10 Euro, beträgt ihr Anteil 5 Euro.
  • Kostet ein Medikament 75 Euro, beträgt ihr Anteil 7,50 Euro.
  • Kostet ein Medikament 400 Euro, beträgt ihr Anteil 10 Euro.
  • Kostet ein Medikament 4,75 Euro, beträgt ihr Anteil 4,75 Euro.
  • Kostet die Salbe 7 Euro, beträgt ihr Anteil 5 Euro.

Grundsätzlich gilt: Der Eigenanteil beträgt zehn Prozent des Arzneimittelpreises, mindestens fünf und maximal zehn Euro. Kostet das Medikament weniger als fünf Euro, müssen die Kosten allein getragen werden. Die Zuzahlung gilt pro Medikament und nicht pro Rezept.

Insbesondere für Menschen, die regelmäßig auf Medikamente angewiesen sind, bedeutet dies eine hohe finanzielle Belastung. Doch Versicherte können sich auch von der Zuzahlung für rezeptpflichtige Medikamente befreien lassen. Dazu muss ein Befreiungsantrag für das Kalenderjahr 2021 bei der Krankenkasse gestellt werden, wie der Deutsche Apothekerverband (DAV) informiert. Was besonders sinnvoll für Patienten ist, die ein planbares Einkommen haben und regelmäßige Zuzahlungen erwarten. Derzeit ist etwa bereits jeder elfte gesetzlich krankenversicherte Bürger oder mehr als sechs Millionen Menschen von der Zuzahlung für rezeptpflichtige Medikamente befreit.

Voraussetzung für die Befreiung ist, dass die finanzielle Belastung zwei Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens überschreitet, wobei auch Freibeträge zur Anwendung kommen. Bei chronisch kranken Patienten ist es nur ein Prozent, während Kinder und Jugendliche bis zum 18. Geburtstag immer zuzahlungsbefreit sind.

Befreiungsbescheinigung für 2021 beantragen

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Auf dem Gesundheitsportal aponet.de lässt sich mit dem aktuellen Zuzahlungsrechner für 2021 ermitteln, ob die Belastungsgrenze im Laufe des Jahres erreicht wird. Ein Beispiel: Ein Familienvater ist mit einer Frau verheiratet, die unter einer chronischen Krankheit leidet. Das Paar hat zwei gesunde Kinder. Das monatliche Bruttoeinkommen der Eheleute beträgt 4000 Euro, demnach 48.000 Euro pro Jahr. Nach Abzug des Freibetrages von 5922 Euro für die Ehefrau und von insgesamt 16.776,00 Euro für die beiden Kinder ergibt sich ein zu berücksichtigendes Einkommen von 25.302 Euro. Da die Frau chronisch krank ist, muss die Familie zwar sämtliche Zuzahlungen bis zur Belastungsgrenze von einem Prozent (253,02 Euro) selbst tragen, ist darüber hinaus jedoch davon befreit.

Eine schon zum Jahresbeginn 2021 ausgestellte Befreiungsbescheinigung kann nicht nur in der Apotheke, sondern auch bei Arzt- oder Klinikbesuchen eine finanzielle und bürokratische Erleichterung sein. Wenn vom verordnenden Arzt ein Befreiungsvermerk auf dem Rezept eingetragen ist oder der Patient einen entsprechenden Bescheid in der Apotheke vorlegen kann, wird keine gesetzliche Zuzahlung für die Krankenkasse eingezogen.

Quelle: ntv.de, awi