Formel1

Formel 1 werkelt vor Saisonstart Red Bull protzt mit WM-Form, Ferrari rätselt

imago45348766h.jpg

Red Bull rechnet sich Chancen auf den Titel aus - wenn Verstappen wieder so brillant fährt.

(Foto: imago images/Motorsport Images)

Die Cockpits für die neue Formel-1-Saison sind vergeben. Die Arbeiten an den neuen Boliden laufen hingegen noch auf Hochtouren. Während Red Bull bereits den WM-Kampf ausruft, sorgt bei Mercedes Abschiedsgerüchte von Weltmeister Lewis Hamilton für die meisten Diskussionen.

Bevor am 19. Februar in Barcelona die ersten Testfahrten anstehen, haben die Konstrukteure noch einiges zu tun. Und das, obwohl 2020 nur als "Übergangsjahr" vor der großen Regelreform 2021 gilt. Während sich Mercedes mit Blick auf die Ziele in diesem Jahr noch betont zurückhaltend gezeigt hat und es aktuell gar Gerüchte um einen kompletten Rückzug am Ende des Jahres gibt, kündigten die Red-Bull-Bosse bereits ehrgeizig an, 2020 endlich um den Weltmeistertitel mitfahren zu wollen. Die Fans der Scuderia Ferrari hingegen registrierten zuletzt, dass die Entwickler noch nicht zufrieden waren mit den jüngsten Testergebnissen. Wie weit sind die großen Rennställe der Formel 1 drei Wochen vor den ersten offiziellen Testfahrten?

Mercedes sucht perfekte Aerodynamik

"Mercedes-AMG F1 W11 EQ Power+" wird er heißen, der neue Silberpfeil von Weltmeister Lewis Hamilton und Valtteri Bottas. Geht es nach den Designern und Ingenieuren des Teams, soll er genauso schnell und erfolgreich werden wie seine sechs Vorgängermodelle. Offiziell präsentiert wird der neue Silberpfeil am 14. Februar.

imago45665957h.jpg

Wieder der lachende Sieger? Lewis Hamilton.

(Foto: imago images/Independent Photo Agency)

Auch in diesem Jahr startet der Konstrukteurs-Weltmeister der letzten sechs Saisons als der große Favorit. Die Stärke der letzten Jahre war neben der nahezu perfekt austarierten Balance des Fahrzeugs auch seine Zuverlässigkeit. Champion Lewis Hamilton blieb 2019 nicht zufällig als einziger Fahrer im gesamten Feld ohne jeden Ausfall. Schon während der letzten Saison tüftelten die Entwickler der Silbernen an einer noch besseren Aerodynamik, versuchten es mit immer raffinierteren Teilen an Frontflügel, Bargeboard oder Außenspiegeln. Dieser Trend wird sich auch in diesem Jahr weiter fortsetzen. Die Detailarbeit findet im Geheimen statt, umso interessanter wird der Tag des Shakedowns bei den Silbernen.

Hamilton und Wolff überraschen

Sport.de

Dieser Text ist zunächst bei den Kollegen von sport.de erschienen.

Der meiste Gesprächsstoff wird derzeit von Superstar Lewis Hamilton selbst produziert, dessen Vertrag bei den Silbernen am Jahresende ausläuft. Laut "Corriere dello Sport" verlangt der Brite künftig 60 Millionen Euro Grundgehalt pro Jahr und will für vier weitere Saisons unterschreiben. "Ich hoffe, dass unsere Zusammenarbeit weitergeht, aber ich habe nicht die komplette Kontrolle darüber", ließ Toto Wolff die Öffentlichkeit zuletzt noch im Unklaren.

Apropos Wolff: Der soll gemeinsam mit Milliardär Lawrence Stroll an einem Notfallplan (in Form eines neuen Teams) basteln, für den Fall, dass Daimler im Februar einen Formel-1-Ausstieg von Mercedes nach der kommenden Saison beschließt. "Racefans" und "Autocar" berichteten, dass der Mutterkonzern Daimler wohl vor allem aus Imagegründen angeblich über die Einstellung des eigenen Teams beratschlagt. Schließlich sind unter anderem aufgrund des Diesel-Skandals im Konzern viele Stelleneinsparungen geplant. Nach Informationen von RTL, das die Rennen der Königsklasse seit vielen Jahren begleitet, sei die Geschichte allerdings schlichtweg falsch. Aus Teamkreisen hieße es, es gebe keinen Grund, am Bekenntnis des Rennstalls zur Formel 1 zu zweifeln.

Ferraris Angst vor dem nächsten Debakel

Die offiziellen Testfahrten haben noch gar nicht begonnen und schon herrscht bei Ferrari wieder Nervosität und Unruhe. Nachdem die zweite Jahreshälfte 2019 mit drei ersten und drei zweiten Plätzen noch großen Anlass zur Hoffnung für die bevorstehende Saison gab, soll es jetzt bereits Defizite in der Entwicklung des neuen Aerodymanik-Pakets geben. Laut eines Berichts der "Auto Bild Motorsport" soll der neue Bolide sogar für Kopfschütteln bei den Ferrari-Ingenieuren gesorgt haben.

imago45363385h.jpg

Ferrari musste sich mit so einigen Fehlern herumärgern.

(Foto: imago images/Action Plus)

Das Problem: Der offensichtliche Fehler bei der Aerodynamik konnte bis zuletzt noch nicht identifiziert, geschweige denn ausgemerzt werden. Auch hier werden erst die Barcelona-Tests Aufschluss geben, wie gravierend das Problem wirklich ist. Gelauncht wird der neue rote Renner übrigens schon am 11. Februar.

Auf Wunsch beider Fahrer Sebastian Vettel und Charles Leclerc wird sich an der Balance des neuen Ferraris ebenfalls etwas ändern. In 2019 galt die Rote Göttin zwar als schnellster Bolide auf langen Geraden, war gleichzeitig viel zu unruhig und schwer kontrollierbar in langsamen Kurvenpassagen. Ein Nachteil, der bis zum Ende nicht in den Griff zu bekommen war und dafür sorgte, dass neben den Silberpfeilen auch Max Verstappen im Red Bull noch an beiden Piloten vorbeizog.

"Wir analysieren auch alles genau, und es zeigt sich, dass wir uns rundum verbessern müssen. Das ist die Herausforderung, die wir in diesem Jahr meistern müssen", wurde Teamchef Mattia Binotto jüngst bei speedweek.com zitiert und verwies dabei auf eine weitere Schwäche des Traditionsteams: die Boxenstopps.

Red Bull: Große Klappe und viel dahinter?

*Datenschutz

Neben Mercedes-Weltmeister Lewis Hamilton war Max Verstappen im Red Bull der herausragende Fahrer der letzten Saison. Mit ihm als absolute Nummer eins im Team - 16:5 in den direkten Duellen gegen die Teamkollegen Gasly und Albon - schaffte es Red Bull, an alten Glanzzeiten zu kratzen. Neun Podestplätze von Verstappen in 2019 machen Lust auf mehr. Red-Bull-Berater Helmut Marko stellte unmissverständlich klar, worum es in diesem Jahr gegen wird: "Wir wollen um die WM mitkämpfen und dazu wissen wir, dass wir von Beginn an, also vom absolut ersten Rennen, wettbewerbsfähig vom Chassis sein müssen", so der Österreicher gegenüber motorsport-total.com.

Wie stark die Performance des neuen Red Bull Racing RB16 ist, bleibt noch abzuwarten. Technische Einzelheiten oder Testergebnisse sind bisher nicht nach außen gedrungen. Dafür aber die vollmundigen Ankündigungen Markos, der ebenfalls verlauten ließ: "Wir haben keine Ausreden für das nächste Jahr. Zum ersten Mal sind wir 14 Tage vor unserem normalen Zeitplan. Wir starten besser als je zuvor und mit einem großartigen Konzept in das neue Jahr. Jetzt müssen wir endlich liefern."

Quelle: ntv.de