Fußball

München will Ur-Bayer halten Es müllert bei Bayern wohl bis 2023

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Trifft wie zu besten Zeiten: Thomas Müller wird beim FC Bayern wohl bis 2023 verlängern.

(Foto: picture alliance/dpa)

Im Herbst schmort er auf der Ersatzbank, im Winter ist er fast schon weg: Doch unter Hansi Flick erlebt Thomas Müller seinen zweiten Frühling und verlängert nun wohl seinen Vertrag. Die Bayern-Bosse wissen, dass der Ur-Bayer immer noch auf Topniveau spielen kann - und noch mehr bietet.

Anfang Februar gab es bereits den Fingerzeig von oberster Stelle, nun ist der FC Bayern München sich wohl über ein neues Arbeitspapier mit Thomas Müller bis 2023 einig geworden. Laut "Bild"-Informationen gehe es nur noch ums Geld. Damals im Winter hatte FCB-Präsident Herbert Hainer dem "kicker" erklärt, dass er sich seinen Klub ohne das Urgestein nur "sehr schwer vorstellen könne". Schließlich sein "alle Erfolge und Titel des FC Bayern in den vergangenen zehn Jahren eng mit dem Namen Thomas Müller verbunden." Eine offizielle Bestätigung des Vereins steht noch aus.

Finale Dahoam, Tripple-Jahr, sieben Meisterschaften in Folge - Müller, der Unverwüstliche, war stets einer der Hauptgründe für die Erfolge. Auch diese Saison sprechen seine Leistungen eine klare Sprache und ein Verlängerung des diesen Sommer auslaufenden Vertrags ist nur logisch. Der 30-Jährige ist der viertbeste Scorer und mit Jadon Sancho vom BVB sogar der Top-Vorlagengeber (16 Assists) der Bundesliga. Im letzten Spiel vor der Corona-Unterbrechung hielt er den FC Bayern im zähen Derby beim FC Augsburg mit seinem Tor zum 1:0 auf Meisterkurs.

Unter Flick blüht Müller auf

Dabei schien vor der Winterpause ein Abgang des Dienstältesten beim FCB durchaus realistisch. Der erste Teil der Bundesliga-Saison 2019/20 verlief für Müller alles andere als gut. Trainer Niko Kovac setzte nicht mehr auf den Ur-Bayern, immer wieder schmorte er auf der Bank, wurde nur spät eingewechselt. Die Müller'sche Frechheit und Energie schienen abhandengekommen. Bis zum Trainerwechsel am 4. November hatte Müller in zehn Bundesligaspielen keinen einzigen Treffer erzielt und lediglich vier Vorlagen gegeben. Er selbst war nicht mehr glücklich bei seinem Heimatverein und kokettierte mit einem Abgang. Zwar schloss Sportdirektor Hasan Salihamidzic einen Wechsel im Winter immer wieder aus, aber Inter Mailand buhlte heftig. Selbst ein anderer Ur-Bayer, Bastian Schweinsteiger riet in der "Bild am Sonntag": "Eine Luftveränderung kann zum Ende der Karriere hin guttun."

Aber Thomas Müller sah sich noch gar nicht am Ende seiner Laufbahn - und blühte unter Münchens neuem Coach Hansi Flick noch mal so richtig auf. Der alte Müller war wieder da, sprühte vor Energie wie zu besten "Raumdeuter"-Zeiten am Anfang seiner Karriere. In den ersten zehn Spielen unter dem Neu-Trainer traf er fünf Mal und gab acht Assists. "Auch in dieser Saison zeigt Thomas wieder seinen großen Wert, insbesondere unter Hansi Flick ist er wieder ein absoluter Leistungsträger", lobte Hainer. Beste Voraussetzungen für eine Vertragsverlängerung also. Laut "Bild" könnte nun sein Gehalt von etwa 15 Millionen Euro pro Jahr sogar angehoben werden, oder bei gleichen Bezügen ein Vertrag bis 2024 winken.

Noch drei Jahre Spitzenfußball drin

Neben Präsident Hainer hat Müller auch einen anderen Unterstützer im Verein: Mitte März sagte Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß in Bezug auf die "vier oder fünf wichtigen" Profis - darunter Müller, David Alaba und Manuel Neuer - deren Verträge 2021 enden: "Ich weiß, dass mit allen Spielern derzeit gesprochen wird und hoffe, dass das alles erfolgreich laufen wird."

Der FC Bayern dürfte sich über die fast fixe Vertragsverlängerung diebisch freuen: Ein Thomas Müller in der Form dieser Saison kann national wie international noch zwei oder drei Jahre Spitzenfußball bieten. Und der Ur-Bayer zeigte auch in der Corona-Krise, was der Klub an ihm hat und welche Identifikationsfigur er in der Region geworden ist: Als er den Helfern in seinem Heimatort Pähl am Ammersee eine Runde Schnitzel spendieren wollte, musste wegen der großen Nachfrage die Aktion auf Anordnung der Behörden als Lieferservice stattfinden. Das zunächst angedachte Abholen der Speisen in zwei Restaurants wurde wegen der erwartet großen Nachfrage untersagt.

Quelle: ntv.de