Fußball

Zwangspause nach Muskelfaserriss Neuer-Diagnose bedrückt den FC Bayern

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Die Wade spielt nicht mehr mit und zwingt Bayern-Keeper Manuel Neuer zu einer Zwangspause.

(Foto: imago images / Team 2)

Nach dem souveränen Sieg bei der Fortuna in der Fußball-Bundesliga verlässt Manuel Neuer auf Krücken das Stadion. Die spätere Diagnose drückt beim FC Bayern dann noch weiter auf die Stimmung. Ein anderer Münchener Stammspieler kommt wohl mit dem Schrecken davon.

An den Auftritt in der Düsseldorfer Staatskanzlei war nicht mehr zu denken. Dort sollte Fußball-Nationaltorhüter Manuel Neuer am Sonntagabend den Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen "für seinen vorbildlichen sozialen Einsatz" verliehen bekommen. Doch gegen 17 Uhr rief der Präsident des FC Bayern München, Uli Hoeneß, bei Ministerpräsident Armin Laschet an und sagte ab.

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Neuer hatte sich beim 4:1 (2:0) bei Fortuna Düsseldorf verletzt, musste ausgewechselt werden und humpelte mit Krücken aus dem Stadion. Als der gebürtige Gelsenkirchener eigentlich seinen Orden entgegennehmen sollte, befand er sich im Krankenhaus. "Muskelfaserriss bei Neuer", lautete in der Nacht zum Montag die niederschmetternde Diagnose, wie der FC Bayern mitteilte. Das habe die eingehende Untersuchung durch die Vereinsärzte Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und Peter Ueblacker ergeben. Der Kapitän und Nationaltorhüter werde dem Verein damit "rund 14 Tage fehlen", hieß es. Damit dürfte Neuer das Halbfinale des DFB-Pokals bei Werder Bremen am 24. April verpassen.

"Er hat gesagt, er habe direkt ein Ziehen in der Wade gemerkt", beschrieb Abwehrspieler Niklas Süle die ungewöhnliche Aktion, in der Neuer einen Ball stoppen wollte und mit einem Bein wegrutschte: "Er hat auch sofort gerufen: Schieß ihn aus." Trainer Niko Kovac erklärte nach dem Abpfiff: "Es ist dieselbe Wade, die ihm vor zwei Wochen schon Probleme bereitet hat." Noch ohne Kenntnis der späteren Diagnose sagte er: "Wenn er sich verletzt hat, würde uns das schon treffen", betonte aber auch: "Wir haben in Sven Ulreich einen sehr guten Torhüter und haben das absolute Vertrauen in ihn."

Hummels erleidet Zerrung

Sein Können durfte Ulreich zuletzt öfter als vermutet zeigen. Weil Neuer immer wieder ausfiel. In der Rückrunde verpasste der 33-Jährige schon zwei Spiele wegen einer Daumenverletzung und eines wegen Wadenproblemen. In der vergangenen Saison war er wegen eines Mittelfußbruches nur auf drei Liga-Einsätze gekommen.

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Mats Hummels zog sich im Spiel bei der Fortuna eine Zerrung zu.

(Foto: imago images / Nordphoto)

Neuers Verletzung war nicht die einzige schlechte Nachricht an diesem Sonntag für den FC Bayern. Nach dem Abpfiff verließ auch Mats Hummels humpelnd das Spielfeld. Bei ihm wurde laut Klubmitteilung eine Zerrung diagnostiziert. Demnach erwartet den Verteidiger aber nur eine  "kurze Trainingspause".

Im Gegensatz zu den personellen Belangen lief es für den FC Bayern sportlich perfekt im Spiel bei der Fortuna. Mit meisterlicher Souveränität hatte der Titelverteidiger den zuletzt starken Aufsteiger Düsseldorf komplett beherrscht und Rivale Borussia Dortmund so nach nur einer Nacht wieder an der Tabellenspitze abgelöst.

"Den ersten Platz wollen wir jetzt nicht mehr hergeben", sagte Kovac. Sportdirektor Hasan Salihamidzic betonte: "Wir haben alles in den eigenen Händen. Es liegt an uns." Und auch die Spieler strotzten vor mia-san-mia-Selbstvertrauen. "Ich glaube schon, dass Dortmund gefestigt ist", sagte Süle: "Aber wir sind einen Punkt vorne. Wir müssen einfach unsere Aufgaben machen."

Coman und Lewandowski versöhnen sich

Auch die handfeste Trainingsrangelei zwischen Robert Lewandowski und Kingsley Coman vom Donnerstag bewerteten alle nun locker. "Die beiden wissen auch, dass sie sich nicht im Training aufs Maul hauen sollten", sagte Süle. Salihamidzic meinte schmunzelnd: "Die Aggressivität aus dem Training haben wir gut umgesetzt."

Mit Coman avancierte einer der Raufbolde zum besten Mann auf dem Platz. Mit seinem Doppelschlag (Salihamidzic: "Ein gutes Wortspiel") zum 2:0 (15. Minute/41.) sorgte er früh für Gelassenheit. Serge Gnabry (55.) und Leon Goretzka (90.+2) sorgten für den klaren Sieg. Das zwischenzeitliche 1:3 hatte Bayerns Hinspiel-Schreck Dodi Lukebakio per Handelfmeter erzielt (89.).

"Ich freue mich, dass er die beiden Tore erzielt hat", sagte auch Lewandowski, der Coman auf dem Platz auch herzlich gratulierte. Der Sportdirektor lobte den Franzosen überschwänglich. "Was er alles kann, ist einmalig", sagte Salihamidzic: "Er hat schon viele Rückschläge hinnehmen müssen. Aber er wird fitter und fitter. Und er kann noch viel mehr."

Quelle: n-tv.de, cri/dpa/sid

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