Fußball-WM 2018

Der n-tv.de WM-Routenplaner England tröstet, "Ibra" nervt, Südkorea trickst

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Trägt die Binde und die Hoffnungen Englands: Harry Kane (r., mit Dele Alli).

(Foto: imago/Colorsport)

Weiter, immer weiter: Heute startet mit England ein traditionell verlässliches Allheilmittel gegen WM-Kater ins Turnier. Südkorea trickst gegen die Schweden, die ihren Schattenmann loswerden wollen.

Dieses Spiel dürfen Sie nicht verpassen

Tja, wie den WM-Kater vertreiben nach diesem "Fiasko Mexicana" der deutschen Nationalmannschaft? Nun, es gäbe da eine Möglichkeit, aber die führt noch schneller auf die dunkle Seite als der Aufzug zur VIP-Tribüne im Luschniki-Stadion und ist unter allen Umständen nur auf den Sport anzuwenden: Man könnte sich am Leid anderer erfreuen. Da wären wir auch schon bei England und den "30 Years of Hurt", aus denen seit der Europameisterschaft 1996 stolze 52 Jahre geworden sind.

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Für die Diagnose muss man nicht einmal "Doktor Google" bemühen: Das sind mittlerweile eindeutig chronische Schmerzen - die ein neutraler Fan nicht fühlt, was die "Three Lions" zur klassischen Win-Win-Mannschaft macht. Entweder sie halten endlich einmal, was sie versprechen, dann dürfte das Auftaktspiel um 20 Uhr (ARD, Sky/n-tv.de Liveticker) gegen Tunesien eine fluffige Angelegenheit mit zwei bis drei Törchen werden. Oder sie machen das, was alle erwarten, und blamieren sich bis auf die Knochen. So oder so eine angenehmere Geschichte als diese vermaledeiten 90 Minuten in Moskau gestern.

Zeit für ein WM-Päuschen

Die Spiele am Montag, den 18. Juni

14 Uhr Schweden - Südkorea (Gruppe F, in Nischni Nowgorod)

17 Uhr BelgienPanama (Gruppe G, in Sotschi)

20 Uhr TunesienEngland (Gruppe G, in Wolgograd)

Alle Spiele können Sie im n-tv.de-Liveticker verfolgen.

So, wer hier allen Ernstes noch die Worte "Belgien" und "Geheimtipp" in einem Satz verwendet, wird für eine Woche mit Philipp Lahm auf der Couch am Tegernsee festgeschnürt, bei Wasser und Nüsschen, einziges erlaubtes Gesprächsthema: Portfolio-Diversifizierung für sicherheitsorientierte Anleger. Für "Goldene Generation" gibts gleich nochmal eine Woche drauf. Also: Belgien hat seit einigen Jahren feine Fußballer zusammen, aber weder bei der WM 2014 noch bei der EM 2016 das Viertelfinale überstanden.

Es wäre so langsam an der Zeit für den großen Wurf. "Wir wollen ins Finale", sagt denn auch Chelseas Eden Hazard, der Weg beginnt um 17 Uhr in Sotschi (ARD/n-tv.de Liveticker) mit einem lockeren Aufgalopp gegen Panama, das laut Trainer Hernan Dario Gomez ein etwas bescheideneres Ziel hat: "Wir wollen nicht die Lachnummer der WM werden." Also keine Sorge, das sollten die Belgier auch ohne Sie am Fernsehgerät schaffen. Und wenn die "Roten Teufel" wirklich was zu beweisen haben, dann lohnt vielleicht sogar das Zuschauen.

Was verursacht WM-Herzrasen?

Bei aller Liebe zu Uli Borowka, aber so richtig beruhigend war das nicht, was er dem Kollegen Tobias Nordmann auf die Frage antwortete, warum er sich so sicher sei, dass Deutschland am Sonnabend gegen Schweden gewinnt: "Weil wir immer gegen Schweden gewinnen." Erstens stimmt das nicht - erinnert sei da an einen Abend im Berliner Olympiastadion vor einigen Jahren, an dem die deutsche Mannschaft mit 4:0 führte und trotzdem nicht gewann. Immerhin sagte Löw damals: "Es soll uns eine Lehre für alle Zeiten sein." Nur wird sich der Bundestrainer zweitens bei einer Leistung wie gegen Mexiko nicht den Kopf über die bestmögliche Verwaltung einer 4:0-Führung machen müssen.

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Im Gegenteil muss Löw drittens Angst und Bange werden vor jedem Team, das da noch kommt. Also genau hingeschaut um 14 Uhr in Nischni Nowgorod, wenn mit Schweden und Südkorea die verbleibenden Gruppengegner aufeinandertreffen. Und zwar ganz genau, die Südkoreaner haben nämlich einen Trick angewendet, wie Trainer Shin Tae-yong enthüllte: "Menschen aus westlichen Regionen haben Probleme, uns Asiaten voneinander zu unterscheiden, also haben wir in verschiedenen Testspielen vor der WM einfach die Nummern der Spieler vertauscht." Jaja, alle Asiaten sehen gleich aus - allerdings nur dem Betrachter völlig unvertraute Menschen. Was so einiges über den Kader der Südkoreaner aussagt. Übrigens funktioniert der Effekt auch andersherum, Shin Tae-yong - und vielleicht steht ja doch Zlatan Ibrahimovic im Sturm?

Ras, dwa, tri – die Zahl des Tages: 5

Fünfmal hat Harry Kane, Englands bester Stürmer und größte WM-Hoffnung, schon die Kapitänsbinde tragen dürfen. In allen fünf Spielen hat er auch einen Treffer erzielt. Gegen Tunesien wird der 24-Jährige nun jüngster englischer WM-Spielführer aller Zeiten, er löst damit den legendären Bobby Moore ab, den Kapitän der Weltmeister von 1966. Eine Geschichte, die er auch schreiben will: "Ich werde hier nicht lügen. Ich will den Pokal gewinnen", sagte Kane, und wo er gerade dabei war – den Goldenen Schuh für den besten Torschützen peilt er auch noch an, trotz Cristiano Ronaldos Dreierpack. "Ja, das hat mich unter Druck gesetzt. Hoffentlich schieße ich auch drei Tore, dann liegen wir gleichauf."

Angeberwissen fürs Public Viewing

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Angela Merkel schaut gern mal in der Kabine oder im Trainingslager vorbei, Frank-Walter Steinmeier nimmt republikflüchtigen Spielern die Beichte ab, Markus Söder … na ja, über die Vorn-hinten-Schwäche des bayrischen Landesvaters hüllen wir mal das Bayern-Trikot des Schweigens.

Jedenfalls kümmern sich die höchstrangigen deutschen Politiker rührend um den Fußball, lassen dabei aber die letzte Hingabe vermissen. Nicht so Juan Carlos Varela, Panamas Präsident. Kaum hatte sein Land die Qualifikation zur Weltmeisterschaft in Russland geschafft, rief er einen nationalen Feiertag aus - und unterschrieb das Dekret stilecht im Trainingsanzug der "Canaleros".

Redelings WM-Zeitreise

Ohne besondere Vorkommnisse, so lautet bislang der Arbeitsnachweis aus dem VAR-Room in Moskau - der Videoschiri funktioniert besser als befürchtet. Am 18. Juni 2002 hätte den Italienern ein VAR gegen den vogelwilden Schiedsrichter Byron Moreno beistehen können, der das Achtelfinale gegen Südkorea zur Farce machte. Ben Redelings erzählt die Geschichte eines Skandalspiels, von italienischem Hass und später Genugtuung heute Vormittag auf n-tv.de.

Der Spruch zum Spieltag

"Schweden hat jetzt weniger Druck, weil ich nicht dabei bin. Wenn ich dabei wäre, wäre die Erwartungshaltung, dass wir alles gewinnen."

Zlatan Ibrahimovic steht zwar nicht im WM-Kader der Schweden, aber ständig in den Schlagzeilen. Was einigen Landsleuten dermaßen auf die Nerven geht, dass sich Journalisten bei Schwedens Teammanager Lars Richt erkundigten, ob er "Ibra" bitten werde, ruhiger zu sein. Die Antwort: "Glauben Sie wirklich, das würde etwas bringen?"

Quelle: n-tv.de

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