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"Die Nutzer haben es satt" Antworten auf Jobs' Pöbelei

Google, RIM und Entwickler reagieren auf den Rundumschlag von Steve Jobs. Sie sagen ihm klar, was Sache ist und nehmen dabei auch kein Blatt vor den Mund.

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Apple-Chef Steve Jobs ist wohl etwas übers Ziel hinausgeschossen.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Steve Jobs hat die Veröffentlichung der neuesten Apple-Zahlen zu einem außergewöhnlichen Rundumschlag gegen seine Konkurrenten genutzt. RIM sei mit seinen Blackberrys nicht mehr konkurrenzfähig, Googles mobiles Betriebssystem Android sei zergliedert, unübersichtlich und für Entwickler ein Alptraum. 7-Zoll-Tablets kämen für Apple nicht in die Tüte, weil es dafür schlicht keinen Bedarf gebe.

Jetzt gibt es erste Antworten auf Jobs' Pöbel-Attacke. RIM-Chef Jim Balsille weist den Apple-Chef in einem wütenden Blogeintrag zurecht. Menschen, die außerhalb von Apples "Störfeld" lebten, wüssten sehr wohl, dass 7-Zoll-Tablets großes Marktpotential hätten, schreibt er. Die Unterstützung von Adobe Flash sei für viele Nutzer sehr wichtig und eine eine geschlossene Plattform nütze vor allem Apple und nicht seinen Kunden. "Wir glauben, dass es viele Kunden satt haben, von Apple gesagt zu bekommen, was sie denken sollen", schreibt Balsille. Und übrigens habe RIM fünf Rekord-Quartale hintereinander hingelegt und zähle im aktuellen Quartal bereits bis zu 14,4 Millionen verkaufte Blackberrys. Apple sei in seinem besten Quartal nur 8,4 Millionen Geräte losgeworden. Wie beim Antennen-Problem oder dem Nutzen von Flash kapierten auch die Menschen innerhalb Apples Störfeld früher oder später, dass man ihnen nur die halbe Warheit erzählt, prophezeit Balsille.

Deutlich gelassener reagiert man bei Google auf den außergewöhnlichen Auftritt des Apple-Chefs. Android-Chef-Entwickler Andy Rubin twitterte seine "Definition von Offenheit": einen kurzen Kommandozeilenbefehl, mit dem jeder Android herunterladen und für seine Zwecke kompilieren kann.

Auch die Entwickler der beliebten App TweetDeck stellten auf Twitter klar, dass es keineswegs ein Albtraum gewesen, das Programm zu schreiben. Steve Jobs' Behauptung, die Entwickler hätten wegen der Fragmentierung des Betriebssystems über 100 verschiedene Android-Versionen testen müssen, beantwortet Iain Dodsworth von TweetDeck mit dem Hinweis, dass sich lediglich zwei Entwickler um die Android-App kümmerten.

Quelle: n-tv.de, kwe

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