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Battle Pass veröffentlicht "Apex Legends"-Spielern geht's ans Geld

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Der neue Erfolgstitel im EA-Universum: "Apex Legends".

(Foto: Electronic Arts)

Apex Legends erobert weiter die Konsolen und Computer. Das Battle-Royal-Spiel liefert beeindruckende Zahlen und lädt nun mit "Wildes Grenzland" zur ersten offiziellen Season. Die Entwickler profitieren vom Überraschungsmoment und werfen nun erstmals die Geldmaschine an.

Der Hype um Apex Legends geht weiter: Der Shooter im Battle-Royal-Modus erobert seit Erscheinen Konsolen und Streaming-Plattformen. Für Entwickler und Publisher Electronic Arts soll sich die Geheimniskrämerei und das Überraschungsmoment mit der ersten offiziellen Saison "Wildes Grenzland"nun auch finanziell lohnen.

Bereits einen Monat nach der Veröffentlichung des Spiels hat der Shooter im Battle-Royal-Modus über 50 Millionen registrierte Spieler. Auf der Livestreaming-Plattform Twitch löste das Spiel Konkurrent Fortnite auf Platz eins mit den meisten Zuschauern im Monat Februar ab. Im Schnitt schauten pro Stunde über 200.000 Menschen Gamern beim Apex-Zocken zu.

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Vor allem die "Legenden" in Apex Legens begeistern die Spieler. Wie hier der neue spielbare Charakter "Octane".

(Foto: EA/Respawn Entertainment)

Der Battle Pass wird die Zahlen noch einmal ordentlich pushen und lässt bei den Entwicklern die Kasse klingeln. Dabei geht es in der rund 9,50 Euro teuren Erweiterung eigentlich nur darum, in 100 Stufen kosmetische Erweiterungen freizuspielen. Ein neues Outfit für die jeweiligen Charaktere, neue Designs für Waffen oder Statistik-Tracker werden als Belohnungen für den Stufenaufstieg aufgerufen. Für 28 Euro kann man gleich die ersten 25 Stufen überspringen und den entsprechenden Loot einsammeln. Für einen negativen Beigeschmack sorgt allerdings das erschwerte Stufensystem. Um die neuen Inhalte freizuspielen, müssen deutlich mehr Punkte erspielt werden, die nach jeder Runde auf die Spieler verteilt werden.

EA und Respawn profitieren erneut vom Überraschungsmoment. Beim Release gab es gar keine Vorankündigung, der Battle Pass hatte nur einen Vorlauf von 24 Stunden. Im Battle Pass lassen sich dazu Belohnungen freispielen, deren Inhalt nicht bekannt ist.

Für die Spieler besteht die Entwicklung des Titels ohnehin aus reiner Spekulation und der Interpretation von Pfaden, die Dataminer im Quelltext entdeckten. Die lagen beim neuen spielbaren Charakter "Octane" sogar richtig. Bereits Wochen vor der Veröffentlichung wurde die "Legende" im Quellcode des Spiels ausgemacht - und erst jetzt mit dem Battle Pass veröffentlicht.

Apex: Nix mit Bauen, weniger bunt

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Aber was unterscheidet das Spiel von seiner Konkurrenz? Die Mischung macht's. Zum einen sind es die vielseitigen und liebevoll inszenierten "Legenden" mit ihren speziellen Fähigkeiten, die man unterschiedlich kombinieren kann, zum anderen der Fokus auf Teamplay. Das spiegelt sich wohl am besten im Ping-System des Spiels wieder. Hier können Gegenstände, Gegner oder Punkte auf der Karte schnell markiert werden, ohne mit den Teamkollegen sprechen zu müssen. Seine bereits eleminierten Mitspieler kann man jederzeit wiederbeleben und beliebig oft ins Spiel zurückbringen. Dazu ist das Gameplay flüssig, die Grafik detailliert und das Gunplay - also die Nutzung und Präzision von Waffen - sehr gut ausbalanciert.

Außerdem grenzt es sich schon mit seiner Altersfreigabe von USK 18 vom großen Konkurrenten Fortnite ab. Die realistischere Optik dürfte ebenfalls alle ansprechen, die die bunte Szenerie von Fortnite weniger mögen. Was viele Fortnite-Spieler auch stört, ist das Bauen von Festungen, Treppen und Verteidigungsmauern. Apex ist da puristischer. Der Spieler muss die Umgebung nutzen, statt sie zu verändern. Denn bis auf Türen lässt sich nichts zerstören - außer die Gegner.

Warum Apex das EA-Image aufpoliert

Apex ist für die Entwickler gleich ein doppelter Segen. Ein Pluspunkt ist die gute Publicity für Electronic Arts durch das Spiel, in dem nur kosmetische Aufbesserungen zu erwerben sind. Dem Spieleriesen wird in anderen Titeln wie der Fifa-Reihe gerne eine "Pay to win"-Strategie nachgesagt. Bedeutet: Je mehr Geld der Spieler investiert, desto größer die Siegchancen. Aufgebaut ist dieses Konstrukt durch Ingame-Käufe. Die als Lootbox bekannte Variante wird mittlerweile in verschiedenen Ländern allerdings als Glücksspiel gewertet. Den nationalen Urteilen musste sich EA bereits beugen und die Funktion aus ihren Titeln entfernen.

Ein weiterer positiver Aspekt von Apex: EA kann damit ein wenig vom fast zeitgleich veröffentlichten und leicht desaströsen Start des Shooters "Anthem" ablenken, der vom Prinzip Apex ähnelt, aber ein käuflicher Titel ist. Die Kritiken reichten vom Verriss bis hin zum Spieler-Boykott in der Community. Auch wenn der Bezahltitel im EA-Universum zu floppen scheint, ist ein Ende der Erfolgsstory von Apex Legens vorerst nicht in Sicht.

 

Quelle: n-tv.de

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