Technik

Wer hat's erfunden? Apple klaut Schweizer Wecker

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Die Uhren auf einem iPad (l.) und eine Schweizer Bahnhofsuhr: Die Ähnlichkeiten sind unverkennbar.

(Foto: Reuters)

Mit Patentklagen hat Apple ja mittlerweile Erfahrung. Doch nun muss sich der Konzern als Beklagter rechtfertigen - gegen die Schweizerischen Bundesbahnen. Die finden, dass Apple im neuen Betriebssystem iOS6 eines ihrer wichtigsten Erkennungszeichen geklaut hat - und fordern einen finanziellen Ausgleich.

Erst sorgte das von Apples neuem Betriebssystem iOS6 für Unmut, nun sieht sich der Konzern aus Cupertino mit dem Vorwurf konfrontiert, Markenrechte verletzt zu haben. Es geht um den Wecker, den Apple auf iPhone und iPad unter dem Namen "Uhr" anbietet.

Das Design soll geklaut sein - von den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Die nutzt die Uhr seit den 40er Jahren. Das Design wurde von Hans Hilfiker entworfen: Vor weißem Hintergrund bewegen sich schwarze Minuten- und Stundenzeiger. Der Sekundenzeiger ist rot mit einer runden Spitze. Das Ziffernblatt besteht aus schwarzen Balken ohne Zahlen, wobei die Fünferschritte hervorgehoben sind.

Die Ähnlichkeit ist nicht bestreitbar - und sorgt in der Schweiz durchaus auch für Stolz: "Zwar haben wir Freude, dass die Schweizer Bahnhofsuhr bei Apple zum Einsatz kommt", sagte SBB-Sprecher Christian Ginsig dem Schweizer "Tagesanzeiger". Das sei ein Beweis mehr dafür, dass die Uhr ein echtes Designerstück sei. Jedoch sei die Nutzung nicht autorisiert, fügte er an.

Da die SBB die Marken- und Urheberrechte an der Uhr haben, wolle das Unternehmen nun eine rechtliche und finanzielle Lösung mit Apple suchen, sagte Ginsig weiter. "Es geht nicht, dass man dieses Design einfach kopiert."

Zuvor hatte bereits das neue Kartentool von Apple für Spott gesorgt. Der Konzern hatte die Anwendung "Maps" vom Konkurrenten Google von seinem Betriebssystem verbannt und durch die Inhalte der Navigationssoftware Tomtom ersetzt. Schnell jedoch berichteten Nutzer von Missgeschicken und Fehlern in den Karten. So waren einige Kartenausschnitte stark verpixelt oder von Wolken verdeckt.

Quelle: ntv.de, mli