Technik

"Passwörter gespeichert" Auch Paris macht Google Ärger

Nach Deutschland und anderen Ländern bekommt Google jetzt auch in Frankreich Ärger wegen des Abgreifens persönlicher Daten bei seinem Street-View-Projekt. Google habe "sehr wohl" Passwörter gespeichert, teilt die zuständige Behörde mit. Über Strafen wird im September entschieden.

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Google hat wegen der Kamerafahrten für "Street View" weltweit Ärger mit den Behörden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Googles Kamerafahrten für "Street View" sorgen jetzt auch in Frankreich für harsche Kritik der Datenschützer. "Das ähnelt dem Abhören von Telefongesprächen", sagte Alex Türk, der Präsident der Datenschutzbehörde CNIL, laut dem Finanzblatt "La Tribune".

Der Internetkonzern hatte neben den Fotos von Häusern auch systematisch die Wifi-Netze registriert und ungeschützt gesendete Daten auf einem Server in den USA gespeichert. Darunter können auch Passwörter und Kreditkartendaten sein.

Google soll Daten herausrücken

"Google hat sehr wohl Passwörter für den Zugang zu E-Mail- Briefkästen gespeichert", erklärte das CNIL. "Google hat Teile der Inhalte elektronischer Botschaften aufgenommen." Das CNIL fordert von Google nun, alle gesammelten "Daten von Wifi-Netzen binnen sieben Tagen" zu übermitteln. In Deutschland lehnt Google entsprechende Aufforderungen der Datenschützer bisher ab. Die "Speicherung der Daten ohne Wissen der betroffenen Personen" sei "ein Eingriff in das Privatleben" und widerspreche dem Datenschutzrecht, erklärt das CNIL. Im September will das Amt über Strafen entscheiden.

Google will die Wifi-Zugänge nutzen, um automatisch die Nutzer lokalisieren und im Rahmen seines Angebots Latitude auf Google-Karten verorten zu können. Das CNIL kritisiert, dass der US-Konzern dem Amt keine Informationen über das Projekt gegeben hat. Es forderte Google auf, unverzüglich die Erfassung der SSID-Namen der Funknetze einzustellen. Google Latitude könne sich auch auf die GPS-Funktionen der Handys stützen.

Bußgelder sind "Peanuts"

In Deutschland hatte Google wegen des Speicherns von WLAN-Daten ebenfalls Probleme mit Datenschützern bekommen. Google Deutschland hatte von einer Panne gesprochen, den Datenschutzämtern aber Einblick in die tatsächlich gesammelten Daten verweigert. In Deutschland und Frankreich sind Bußgelder in Höhe von einigen hunderttausend Euro möglich.

Quelle: n-tv.de

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