Bis zu 13 Jahre nach MarktstartDiese (ur)alten Fritzboxen erhalten noch Sicherheitsupdates
Von Klaus Wedekind
Die Garantiezeit für Fritzboxen ist fünf Jahre, doch sie erhalten oft viel länger Updates. Ein besonders populäres Exemplar sichert der Hersteller sogar noch nach 13 Jahren ab, ein Berliner Router hat 9 Jahre nach dem Marktstart weiter aktuelle Software. Ein Upgrade lohnt sich aber möglicherweise trotzdem, besonders jetzt.
2004 kam die erste Fritzbox auf den Markt. Sie hatte bei Weitem noch nicht den Funktionsumfang späterer Generationen. Doch sie vereinte bereits DSL-Modem und Router in einem Gerät und bot eine einfach zu bedienende Benutzeroberfläche. Schon im selben Jahr brachte Hersteller AVM Modell mit WLAN und Telefonie heraus (Fon WLAN) und begann einen in der Technikwelt außergewöhnlichen Siegeszug.
In einer vom Hersteller im vergangenen Jahr in Auftrag gegebenen Umfrage setzten 51 Prozent der Teilnehmer auf die Berliner Router, laut dem Fachhändler-Portal aetka.de beträgt der Marktanteil in Deutschland, Österreich und der Schweiz sogar bis zu 70 Prozent.
Ein Grund für den großen Erfolg der Fritzboxen ist ihre Langlebigkeit. Das betrifft nicht nur die Hardware, sondern speziell auch die Software, die der Hersteller, der inzwischen Fritz! GmbH heißt, mit regelmäßigen Updates lange aktuell hält. Das geht oft weit über die fünfjährige Garantiezeit heraus, wie eine Anfrage von ntv.de ergeben hat.
13 Jahre ist einsamer Rekord
Die mit Abstand älteste Fritzbox, um die sich die Fritz! GmbH noch kümmert, ist die 7490. Sie kam 2013 auf den Markt und ist vielleicht der bisher erfolgreichste Router des Herstellers. Dass sie bis heute in vielen Haushalten stehe, sei auch der Grund dafür, dass man weiter Aktualisierungen für die 7490 bereitstelle, sagte eine Firmensprecherin ntv.de.
Dabei handelt es sich aber nur noch um Sicherheitspatches und Wartungsupdates, die bei dringendem Bedarf verteilt werden, zuletzt im Januar dieses Jahres. Aber die "Rekord-Fritzbox" erhielt auch außergewöhnlich lange Funktionsupdates. Mit dem im Sommer 2023 bereit gestellten Fritz!OS 7.56 war die 7490 zehn Jahre nach ihrer Veröffentlichung noch topaktuell.
Nach neun Jahren noch aktuell
Die älteste Fritzbox, die die derzeit jüngste Firmware Fritz!OS 8.25 erhalten hat, ist die 7590, die immerhin auch schon neun Jahre auf dem Buckel hat. Auf dem neuesten Stand ist auch noch die Fritzbox 6591 Cable, die im Mai 2019 auf den Markt kam.
Die Fritz! GmbH versorgte auch noch außergewöhnlich lange die zehn Jahre alte Fritzbox 4040 mit aktueller Software. Erst im vergangenen November war mit Version 8.03 Schluss. Aktuell erhält der betagte Router nur noch Wartungs-/Sicherheitsupdates, zuletzt im vergangenen November.
Laut Fritz! GmbH befindet sich ebenfalls die Fritzbox 6820 LTE im Sicherheits-/Wartungszyklus. Doch damit meint das Unternehmen vermutlich nicht die 2015 gestartete erste Version, die zuletzt 2023 ein Update erhielt. Die 2019, 2020 und 2024 veröffentlichten Nachfolger wurden immerhin im November 2024 aktualisiert, ihre jüngste Firmwareversion ist Fritz!OS 7.59.
Ein Langläufer im Sicherheits-/Wartungszyklus ist auch die Fritzbox 6590 Cable. Sie kam 2017 zusammen mit der 7590 heraus, hat aber keine aktuelle Firmware mehr wie ihre Stallgefährtin, sondern ist bei Fritz!OS 7.57 stehen geblieben. Das Gleiche gilt für die fünf Monate jüngere Fritzbox 6890 LTE.
Doch lieber eine neue Fritzbox?
Solange der Router noch funktioniert und sicher ist, gibt es eigentlich keinen Grund, sich ein neues Gerät anzuschaffen. Drumherum kommt man aber nicht, denn irgendwann wird die Fritz! GmbH den Support auch für die oben genannten Fritzboxen einstellen. Deshalb kann es nicht schaden, sich schon mal zu überlegen, welcher neue Router es sein soll.
Möglicherweise stellt man aber bereits Mankos fest, die mit dem alten Gerät zusammenhängen. Das könnten beispielsweise langsame Internetverbindungen sein, obwohl der Vertrag mit dem Anbieter eigentlich viel schnellere Datenraten vorsieht. Vielleicht ruckelt es zunehmend beim Streamen von Filmen und Serien oder in entlegenen Ecken verlieren Geräte trotz eines installierten Repeaters die Verbindung.
Schließlich kommen mit einer neuen Fritzbox auch die neuesten Fritz!OS-Versionen mit frischen oder verbesserten Funktionen. Aktuell steht beispielsweise 8.50 in den Startlöchern. Es bringt unter anderem einen integrierten DNS-Filter, der anhand von Sperrlisten alle Geräte im Heimnetz unter anderem vor Websites mit Tracking, Schad-Software und anderen unerwünschten oder gefährlichen Inhalten schützen kann.
Befürchtungen, ein Wechsel könnte zu kompliziert sein, sind weitgehend unbegründet. In der Benutzeroberfläche findet man einen Assistenten, mit dem man ganz einfach alle Einstellungen von der alten auf die neue Fritzbox übertragen kann. Vorher macht man ein Backup, womit man auf der sicheren Seite ist, falls beim Umzug doch etwas schiefgehen sollte.
40 Euro für die Alte
Für Kurzentschlossene läuft bei der Fritz! GmbH derzeit noch bis 10. September eine Cashback-Aktion. Konkret heißt das, dass man beim Kauf einer neuen Fritzbox für den alten Router 40 Euro angerechnet bekommt, wenn man ihn einschickt. Der Versand ist kostenlos und man muss sich keine Gedanken über die Entsorgung des alten Routers machen - die Fritz! GmbH garantiert, ihn nachhaltig zu recyceln.