DSL/VDSL, Glasfaser, Kabel, FunkWelche Fritzbox passt zum Haushalt?
Von Klaus Wedekind
Die teuerste und am besten ausgestattete Fritzbox ist nicht unbedingt die ideale Wahl für jeden Haushalt. Bei der Auswahl eines neuen Geräts kommt es darauf an, was man damit machen möchte und was der Internetanschluss bietet. ntv.de zeigt, welche Modelle es gibt und was sie können.
Im Hightech-Bereich sind deutsche Erfolgsgeschichten vor allem in Sachen Hardware ziemlich rar, aber es gibt welche. Ein echtes Traditionsunternehmen ist die Berliner Fritz! GmbH, die in diesem Jahr bereits ihren 40. Geburtstag feiert. Angefangen hat alles 1986 mit BTX-Anwendungen für Online-Banking und Preisvergleiche. Damals hieß die Firma noch AVM - erst vor einem Jahr wurde sie umbenannt. 1988 kommt der ISDN-Controller A1 auf den Markt, 1995 feiert die Marke Fritz! Premiere.
Bis zu 70 Prozent Marktanteil
2004 kam die erste Fritzbox heraus, die danach einen Siegeszug feierte. In einer vom Hersteller in Auftrag gegebenen Umfrage setzten 51 Prozent der Teilnehmer auf die Berliner Router, laut dem Fachhändler-Portal aetka.de beträgt der Marktanteil in Deutschland, Österreich und der Schweiz sogar bis zu 70 Prozent.
Zur Zuverlässigkeit gehört, dass der Hersteller die Software der Fritzboxen lange aktuell hält. Fünf Jahre Garantie gewähren die Berliner, doch die Geräte erhalten oft deutlich länger Updates. Doch so gut die Fritzboxen auch sind, irgendwann müssen sie ersetzt werden. Und dann gibt es ja noch Haushalte, in denen zum ersten Mal eine Fritzbox einziehen soll.
Die Auswahl ist riesig, doch nicht jede davon passt an jeden Internetanschluss, und nicht jeder Nutzer benötigt das stärkste Modell mit allen Funktionen. ntv.de erklärt, welche Fritzboxen es gibt und was sie jeweils können.
An welchen Anschluss soll die Box?
Bevor man sich eine Fritzbox aussucht, gilt es, die Anschlussart zu kennen. Noch haben die meisten deutschen Haushalte DSL-Anschlüsse, weitverbreitet ist nach wie vor auch Internet über einen Kabel-TV-Anschluss. Möglicherweise hat man bereits einen superschnellen Glasfaseranschluss, und für manche Nutzer kann auch ein Gerät mit integriertem Mobilfunk-Modul die beste Wahl sein. Entsprechend der Internetleitung und der gebuchten Geschwindigkeit sollte dann auch die Fritzbox ausgestattet sein.
Welche Ansprüche soll sie erfüllen?
Als Nächstes gilt es zu überlegen, was die Fritzbox im Haushalt auf dem Kasten haben muss. In kleinen Wohnungen mit wenigen verbundenen Geräten (Clients) muss es beispielsweise nicht das schnellste WLAN mit mehreren Funkeinheiten sein. Auf Smart-Home-Funktionen kann man in so einem Fall wahrscheinlich auch verzichten.
Was das TV-Streaming betrifft, darf man sich nicht ins Bockshorn jagen lassen. Selbst die Datenraten der einfachsten Verträge reichen dafür in Verbindung mit der schlichtesten Fritzbox normalerweise locker aus, solange nicht mehrere Nutzer gleichzeitig streamen. Wichtiger ist, dass die Übertragung stabil ist und das WLAN nicht zu lange Strecken überbrücken muss.
In größeren Haushalten mit mehreren Nutzern und zahlreichen Clients sollte es mindestens eine Mittelklasse-Fritzbox sein. Das Gerät erlaubt dann auch, Festnetz-Telefone (DECT) anzuschließen, wenn man sie noch benötigt. Und sie kann als Zentrale im vernetzten Heim dienen - die jüngsten Modelle unterstützen über den Zigbee-Standard auch Geräte anderer Hersteller.
Aufs Alter achten
Eine Fritzbox ist langlebig. Das betrifft nicht nur die zuverlässige Hardware, sondern auch einen für die digitale Welt verhältnismäßig langen Software-Support. Fünf Jahre Updates erhalten die Geräte garantiert, bis die Unterstützung komplett endet, vergeht aber oft deutlich mehr Zeit.
Natürlich funktionieren die Geräte auch danach noch einwandfrei, aber die Sicherheit wird ohne Updates immer löchriger. Gerade bei den teureren Top-Modellen ist es sinnvoll, darauf zu achten, eine möglichst neue Fritzbox zu kaufen, damit sich die Investition auch langfristig lohnt.
Ohne Modem
Wenn vom Internetanbieter ein vernünftiges Modem im Preis inbegriffen ist, auf kleinerem Raum keine Highspeed-Datenraten benötigt werden und auch sonst keine Extras gefordert sind, findet man in der Fritzbox 4050 die günstigste Lösung, die man bereits für unter 130 Euro bekommen kann. Sie unterstützt Wi-Fi 6, erreicht im 5-Gigahertz-Frequenzband (5 GHz) bis 2400 Megabit pro Sekunde (MBit/s), über 2,4 GHz bis 600 Mbit/s. Die Fritzbox 4050 hat drei 1-Gigabit-LAN-Anschlüsse, eine 1-Gigabit-WAN-Buchse für die Verbindung zum Modem und einen USB-2.0-Anschluss.
Der Router kann auch als Basisstation für bis zu sechs DECT-Telefone und als Smart-Home-Zentrale dienen, bietet Fax- sowie Anrufbeantworter-Funktionen und verfügt als Mediaserver oder NAS über einen internen Speicher. Und wie alle aktuellen Fritzboxen ist die 4050 Mesh-fähig. Das heißt, unter einer einheitlichen WLAN-Adresse übergibt sie ohne Unterbrechung Smartphones und andere Geräte an Repeater oder Powerline-Sender, wenn diese eine bessere Verbindung bieten.
Moderner und nur rund 30 Euro teurer ist die Fritzbox 4630, die im vergangenen März auf den Markt kam. Sie unterstützt Wi-Fi 7. Sie erreicht Datenraten von bis zu 2880 MBit/s und 688 MBit/s. Dazu hat sie zwei 2,5-Gigabit-Anschlüsse (LAN/WAN) und eine 1-Gigabit-LAN-Buchse. Auch die USB-Schnittstelle ist mit Version 3.0 schneller.
Ein Jahr älter ist das Top-Modell dieser Kategorie, die Fritzbox 4690. Sie unterstützt Wi-Fi 7 mit theoretischen Übertragungsraten von bis zu 5.760 MBit/s im 5-GHz-Frequenzband und bis zu 1200 Mbit/s bei 2,4 GHz (Wi-Fi 6). Die etwa 285 Euro teure Fritzbox bietet drei 2,5-Gigabit-LAN-Ports und zwei 10-Gigabit-Anschlüsse für WAN und LAN.
Kabelanschlüsse
Bereits seit Dezember 2021 gibt’s die Fritzbox 6690 Cable, die der Online-Handel ab etwa 260 Euro im Angebot hat. Damit ist sie zwar auch nicht mehr die Allerjüngste, hat aber immerhin Wi-Fi 6 an Bord, mit dem sie Übertragungsgeschwindigkeiten von theoretisch bis zu 4800 Mbit/s erreichen kann. Wer auf Highspeed steht, wird sich auch freuen, dass die 6690 Cable neben drei Gigabit-LAN-Anschlüssen einen weiteren 2,5-Gbit-Port auf der Rückseite hat. Dazu kommen zwei USB-3.0-Buchsen und zwei analoge Eingänge.
Die betagte 6690 Cable lohnt sich aber nur noch, wenn man sie als Schnäppchen bekommt. Denn es steht bereits die Nachfolgerin Fritzbox 6690 Pro in den Startlöchern. Ab dem 27. August können sie zunächst Vodafone-Kunden für knapp 10 Euro pro Monat mieten. Wann sie in den freien Verkauf kommt, ist noch offen, vielleicht gibt die Fritz! GmbH den Termin bei der in Kürze startenden IFA bekannt. Der Preis dürfte bei 300 Euro liegen.
Das Update des Kabel-Flaggschiffs bietet nicht nur Wi-Fi 7, sondern funkt zusätzlich zu 2,4 und 5 auch auf dem 6-GHz-Band. Das entlastet die anderen Frequenzen, erlaubt höhere Geschwindigkeiten, ist stabiler und bietet kürzere Verzögerungszeiten. Die Fritzbox 6690 Pro kommt auf bis zu 5760 Mbit/s bei 5 und 6 GHz, bei 2,4 GHz sind 688 Mbit/s möglich.
Der neue Kabel-Router unterstützt außerdem Zigbee und Matter, wodurch er als Zentrale im vernetzten Zuhause auch Geräte anderer Hersteller einbinden kann, die die Standards beherrschen.
Obwohl schon zweieinhalb Jahre alt, ist auch die Fritzbox 6670 Cable eine recht moderne Alternative. Sie bietet für knapp 290 Euro unter anderem ebenfalls Wi-Fi 7 und beherrscht Zigbee und Matter. Allerdings nutzt ihr WLAN nicht die 6-GHz-Frequenz und sie hat nur vier Antennen an Bord, während 6690 Cable und 6690 Pro jeweils acht haben. Neben einem 2,5-Gigabit-Port besitzt die 6670 Cable vier Gigabit-Anschlüsse, aber nur einen USB-2.0-Eingang.
DSL-Mittelklasse
Ab rund 130 Euro findet man die Fritzbox 7510 (Marktstart Dezember 2021) im Online-Handel. Sie beherrscht auch Telefon- und Smart-Home-Funktionen. Der Einsteiger-DSL-Router ist allerdings eher etwas für spezielle Kunden. Denn die 7510 unterstützt zwar Wi-Fi 6, hat aber für ältere verbundene Geräte nur Wi-Fi 4 statt des schnelleren Wi-Fi 5 parat. Außerdem nutzt die 7510 nur die 2,4-GHz-Frequenz, mit der sie auf lediglich 600 Mbit/s kommt.
Für rund 30 Euro mehr bekommt man die Fritzbox 7530 AX. Sie bietet Wi-Fi 6, funkt auch im 5-GHz-Netz und erreicht hier mit bis zu 1800 Mbit/s die wesentlich höheren Übertragungsraten. Sie hat zudem vier LAN-Anschlüsse, während die 7510 nur einen hat. Das Gerät kam allerdings bereits im November 2020 auf den Markt, weshalb ihr Support-Ende nicht mehr lange auf sich warten lassen könnte.
DSL-/VDSL-Oberklasse
Deutlich jünger ist die seit Juni 2024 erhältliche Fritzbox 7690. Für Preise ab etwa 280 Euro unterstützt sie unter anderem Wi-Fi 7 und kann im Smarthome als Zigbee-Zentrale dienen. Überdies erreicht sie mit bis zu 1376 Mbit/s hohe Geschwindigkeiten über 2,4 GHz.
Die Fritzbox 7630 kam im vergangenen März heraus und ist als Nachfolger der 7530 AX für rund 245 Euro im Online-Handel der aktuelle Standard-DSL-Router der Fritz! GmbH mit Wi-Fi 7. Sie funkt nicht im 6-GHz-Band, mit 5 und 2,4 GHz kommt sie auf bis zu 2880 und 688 Mbit/s.
Auch wenn sie schon über zwei Jahre alt ist, ist die Fritzbox 5690 Pro aktuell noch das Flaggschiff der Fritz-Router und kostet etwa 370 Euro. Sie war die erste Fritzbox, die die Vorteile von Wi-Fi 7 voll ausschöpfen konnte, indem sie zusätzlich zu 2,4 und 5 GHz auch im 6-GHz-Frequenzband funkt. Damit schafft sie theoretische Höchstgeschwindigkeiten von bis zu 1200, 5760 und 11.530 Mbit/s. Die 5690 Pro kann ebenfalls als Zigbee-Zentrale dienen. Zusätzlich zu DSL/VDSL kann sie auch an Glasfaseranschlüssen betrieben werden.
G.fast
G.fast ist eine Technik für Mehrfamilienhäuser mit Glasfaseranschluss im Keller, aber Kupferkabeln zu den einzelnen Wohnungen. Sie ermöglicht bei solchen Anschlüssen theoretische Übertragungsraten bis zu einem Gigabit pro Sekunde (Gbit/s). Aktuell bietet die Fritz! GmbH zwei G.fast-Router an, die auch an DSL-/VDSL-Anschlüssen einsetzbar sind.
Seit November 2024 ist die Fritzbox 7682 im Angebot. Sie ist ab etwa 350 Euro zu finden. Sie bietet Wi-Fi 7 und Übertragungsraten über 5 und 2,4 GHz von bis zu 5760 und 1200 Mbit/s.
Die Fritzbox 7632 wurde erst im vergangenen Herbst auf den Markt gebracht und ist mit einem Preis von rund 300 Euro günstiger als die 7682 zu bekommen. Sie bietet außerdem USB 3.0 statt 2.0 und hat drei statt zwei 1-Gigabit-LAN-Anschlüsse. Mit bis zu 2880 und 688 Mbit/s ist der neuere G.fast-Router allerdings langsamer und verfügt nicht wie die 7682 über einen 2,5-WAN-Anschluss. Matter und Zigbee unterstützen beide Modelle nicht.
Glasfaser
Die Fritz! GmbH hat inzwischen sechs Glasfaser-Router im Angebot. Außer der Fritzbox 5690 Pro handelt es sich dabei um Spezialisten. Sie unterstützen bis auf einen XGS-PON-Spezialisten jeweils aktive (AON) als auch passive Anschlüsse (GPON, XGS-PON). Im ersten Fall hat jeder Haushalt eine eigene Leitung zum Netzbetreiber, im anderen teilen sich mehrere eine Leitung.
Die Fritzbox 5530 Fiber ist schon seit Dezember 2020 auf dem Markt und kostet etwa 170 Euro. Mit Wi-Fi 6 erreicht sie über 2,4 und 5 GHz Übertragungsraten von bis zu 2400 MBit/s. Neben einem 2,5-Gigabit-Anschluss hat die 5530 Fiber zwei Gigabit-LAN-Buchsen. Einen USB-Anschluss für Speichermedien findet man an dem Gerät nicht.
Die Fritzbox 5590 Fiber ist eineinhalb Jahre jünger und 50 Euro teurer. Sie hat unter anderem zwei zusätzliche Gigabit-LAN-Buchsen, zwei USB-3.0-Eingänge und einen WAN-Anschluss für externe Modems. Außerdem kann sie im Gegensatz zur 5530 Fiber als Mediaserver dienen.
Seit Mai 2026 ist die Fritzbox 5630 im Handel ab rund 270 Euro erhältlich. Der brandneue Router unterstützt Wi-Fi 7 und ist mit Datenraten bis zu 2880 und 688 Mbit/s schnell unterwegs. Zusätzlich hat sie einen USB-3.0-Anschluss.
Für rund 280 Euro bekommt man die ebenso junge Fritzbox 5690. Der Preisunterschied macht sich vor allem im 5-GHz-Band bemerkbar, wo sie mit bis zu 5760 Mbit/s einen deutlichen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber der 5630 hat.
Ein Spezialist für den Betrieb an einem XGS-PON-Anschluss ist die Fritzbox 5690 XGS (340 Euro), das heißt, sie ist nicht mit AON- oder GPON-Anschlüssen kompatibel. Mit Wi-Fi 7 erreicht sie in den Frequenzbändern 2,4 und 5 GHz Übertragungsgeschwindigkeiten bis zu 5760 und 1376 Mbit/s.
Mobilfunker
Fritzboxen für den LTE- oder 5G-Empfang kommen vor allem dort zum Einsatz, wo kein kabelgebundenes Internet zur Verfügung steht. Das einfachste Modell ohne jedes Extra ist die Fritzbox 6820 LTE, die es seit März 2020 bereits in der dritten Auflage gibt. Ab rund 90 Euro unterstützt sie lediglich Wi-Fi 4, mit dem Übertragungsraten von bis zu 450 MBit/s möglich sind. Das Gerät funkt nur mit 2,4 GHz, und es ist gerade mal ein Gigabit-LAN-Anschluss an Bord.
Besser ausgestattet ist die gleich alte Fritzbox 6850 LTE, die man ab etwa 190 Euro kaufen kann. Sie bietet WLAN-ac mit bis zu 866 MBit/s, nutzt auch das 5-GHz-Band, hat vier Gigabit-LAN-Buchsen und einen USB-3.0-Anschluss. Zudem kann der Router als Telefonanlage dienen.
Es gibt auch eine Fritzbox 6850 5G. Wer von ihr allerdings mehr als die allgemeinen Vorteile von 5G erwartet, wird enttäuscht. Die Variante hat exakt die gleiche Ausstattung wie das LTE-Modell. Preislich unterscheidet sie sich mit knapp 500 Euro aber gewaltig von der LTE-Version.
Die Fritzbox 6890 LTE ist gleichzeitig ein kabelgebundener Router, der ADSL(+) und VDSL beherrscht. Die LTE-Funktion dient als Notfall-Lösung. Mit bis zu 1733 MBit/s (WLAN AC) bietet das Gerät eine schnellere WLAN-Datenrate. Ansonsten ist der Router ähnlich wie die Fritzbox 6850 LTE ausgestattet. Die Kombi-Lösung hat ihren Preis, unter 350 Euro bekommt man das Gerät nicht.
Erst seit Januar 2025 ist die Fritzbox 6860 5G im Handel. Sie kostet aktuell rund 400 Euro und war lange die einzige Mobilfunk-Fritzbox, die Wi-Fi 6 unterstützt. Damit erreicht sie im 5-GHz-Frequenzband bis zu 2400 Mbit/s, bei 2,4 GHz sind es höchstens 600 Mbit/s. Eine weitere Besonderheit ist, dass sie über einen Ethernet-Eingang mit Strom versorgt werden kann. Sie hat aber nur einen Gigabit-LAN-Anschluss und keinen internen Speicher.
Für nur rund 100 Euro bekommt man die Fritzbox 6825 4G, die im März dieses Jahres herauskam. Sie unterstützt ebenfalls Wi-Fi 6, funkt aber nur im 2,4-GHz-Band mit bis zu 600 Mbit/s. Für viele mobile Einsätze, beispielsweise im Urlaub, reicht das aber völlig aus.




