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Sicherer als Dropbox & Co. Fritzbox zur Cloud machen - so geht's

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Mit der MyFritz-App kann man ganz einfach auf seine Daten zugreifen, die auf dem Fritzbox-Speicher liegen.

(Foto: kwe)

Was viele Nutzer nicht wissen: Die Fritzbox lässt sich ganz einfach in einen Cloud-Speicher verwandeln. So hat man übers Internet von überall Zugriff auf seine Dateien und weiß, dass sie sicher aufgehoben sind.

Viele Dienste bieten heutzutage Cloud-Speicher an, wo Nutzer Fotos, Videos, Dokumente und andere Dateien speichern können. Manche kosten Geld, andere sind sogar gratis. So ein Cloud-Speicher ist sehr praktisch, denn so nehmen die Daten keinen Platz auf dem Smartphone oder Computer weg und man kann sie immer abrufen, egal ob man zu Hause, bei der Arbeit oder unterwegs ist. Alles, was man dazu braucht, ist eine Internetverbindung.

Persönliche Cloud

Allerdings vertraut man seine wichtigen und vertraulichen Daten einem Unternehmen an und man muss sich darauf verlassen, dass sie auf dessen Server auch sicher sind. Die beste Alternative ist deshalb eine persönliche Cloud, bei der der Speicher in den eigenen vier Wänden steht. Auch hier gibt es zahlreiche Anbieter, aber viele Nutzer müssen sich dafür gar keine neue Hardware anschaffen oder höchstens ein USB-Laufwerk kaufen. Denn was viele nicht wissen: Sie können ihre Fritzbox als Cloud-Speicher einrichten. n-tv.de zeigt, wie einfach es geht. Dies geschieht anhand der Firmware FritzOS 6.83, die für neuere Fritzboxen zur Verfügung steht. Grundsätzlich sind bei älteren Geräten mit älterer Software die Schritte weitgehend identisch.

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Der USB-Speicher ist jetzt ein NAS-Speicher.

(Foto: kwe)

Der Speicher der Fritzbox ist nicht besonders groß. Deshalb benötigt man ein zusätzliches USB-Laufwerk. Für die Demo nutzte n-tv.de einen Speicher-Stick mit 15 Gigabyte, man kann aber auch beliebige Festplatten anschließen. Wichtig ist, dass der Speicher mit den Dateisystemen NTFS, FAT/FAT32 oder ext2/ext4 formatiert ist. Außerdem gestattet die Fritzbox maximal vier Partitionen.

Zunächst öffnet man am Computer die Benutzeroberfläche der Fritzbox, indem man in der Adresszeile des Browsers "fritz.box" eingibt. Dort muss man zunächst das Kennwort für den Zugang eingeben. Falls man kein eigenes vergeben hat, steht es auf der Plakette an der Unterseite der Box.

Viele Haken, aber einfach

In der Übersicht prüft man dann in den Einstellungen, ob die Erweiterte Ansicht aktiviert ist (Die Einstellungen öffnet man über die drei weißen Punkte rechts oben). Falls nicht, schiebt man hinter dem Eintrag den Regler nach rechts. Dann klickt man im Menü links auf Heimnetz und dann auf USB-Geräte. Im Anschluss wählt man den Reiter USB-Fernanschluss. Ist er aktiviert, muss man den Haken bei USB-Speicher entfernen. Wird der Fernanschluss nicht genutzt, kann man dies so belassen. Am Ende klickt man auf Übernehmen und verlässt den Dialog.

Jetzt steckt man den USB-Speicher an die Fritzbox und fügt ihn dem Netzwerk hinzu, damit er ein "Network Attached Storage" (NAS) wird. Dazu klickt man in der Benutzeroberfläche der Fritzbox unter Heimnetz auf Speicher (NAS) und setzt ein Häkchen vor dem angesteckten Laufwerk. Wichtig ist auch, dass ein Häkchen bei Speicher (NAS) aktiv gesetzt ist.

Zugang regeln

Damit nicht jeder auf die Inhalte des NAS-Speicher zugreifen kann, legt man unter System einen neuen Fritzbox-Benutzer an, indem man auf Benutzer hinzufügen klickt. Dort gibt man einen Namen, E-Mail-Adresse und ein frei wählbares Passwort ein und setzt ein Häkchen vor Zugang zu NAS-Inhalten. Danach klickt man auf Verzeichnis hinzufügen. Entweder gibt man dann den Zugriff auf Alle an der Fritzbox verfügbaren Speicher frei, wozu gegebenenfalls auch Fax- oder Anrufbeantworter-Nachrichten gehören. Alternativ klickt man Verzeichnis auswählen und dann den angeschlossenen USB-Speicher beziehungsweise einzelne Partitionen oder Ordner an. Dann schließt man das Fenster und das Benutzerkonto jeweils mit ok.

Im nächsten Schritt aktiviert man den Zugriff aus dem Heimnetz, indem man wieder links im Menü auf Fritzbox-Benutzer klickt und dann den Reiter Anmeldung im Heimnetz auswählt. Dort aktiviert man Anmeldung mit Fritzbox-Benutzernamen und Kennwort und klickt anschließend auf Übernehmen.

Mehrere Wege führen zu den Daten

Zu Hause kann man jetzt auf den NAS-Speicher zugreifen, indem man im Browser "http://fritz.nas" eingibt und sich mit Benutzernamen und Kennwort anmeldet. In der Benutzeroberfläche findet man die Inhalte unter MyFritz, wo man unter anderem auch einen Anrufbeantworter einrichten oder Smart-Home-Geräte verwalten kann.

Wahlweise kann man den NAS-Speicher auch auf dem Computer als Netzlaufwerk einrichten. Unter Windows 10 gibt man dazu unten in der Suchleiste "\\fritz.box ein", drückt die Eingabetaste und gibt Benutzernamen und Kennwort ein. Danach kann man den kompletten Ordner "FRITZ.NAS" als Netzwerklaufwerk einrichten, indem man ihn mit der rechten Maustaste anklickt und Netzlaufwerk verbinden ... wählt. Soll nur ein Unterordner eingebunden werden, klickt man links auf Dieser PC und dann in der Menüleiste oben auf Computer und dann auf Netzlaufwerk verbinden. Dort gibt man die Adresse des Ordners ein. Heißt er beispielsweise "Test", wäre die Adresse "\\fritz.box\FRITZ.NAS\Test".

Auf einem Mac-Rechner öffnet man den Finder und klickt oben in der Menüleiste auf Gehe zu, dann auf Mit Server verbinden ..., gibt als Serveradresse "smb://fritz.box" ein und klickt auf Verbinden und bestätigt nochmal mit Verbinden. Im folgenden Fenster kann man dann den Ordner auswählen, den man in den Finder einbinden möchte. Danach klickt man im Menü des Fensters auf das Zahnrad und wählt Alias erzeugen. Die Verknüpfung kann man dann beispielsweise auf dem Schreibtisch ablegen oder in der Menüleiste auf Ablage klicken und den Ordner Zur Seitenleiste hinzufügen.

Auf Smartphones oder Tablets nutzt man am besten die MyFritz-App, die es für Android und iOS gibt. Sie findet zu Hause die Fritzbox alleine, wenn sie sich im gleichen WLAN-Netz befindet. Man muss dann nur noch seine Zugangsdaten eingeben.

MyFritz-Zugang nur mit öffentlicher Adresse

Um von außerhalb des Heimnetzes auf die Fritzbox und den angeschlossenen Speicher zugreifen zu können, nutzt man entweder die App oder meldet sich im Browser bei MyFritz an. Hat man noch kein MyFritz-Konto, kann man dies in der Benutzeroberfläche der Fritzbox über Internet - MyFritz-Konto nachholen. Dies klappt aber nur, wenn die Fritzbox vom Internetanbieter eine öffentliche IP-Adresse bekommen hat. Manchmal hat sie lediglich eine private Adresse, die nicht einzigartig ist und nur innerhalb des Heimnetzes verwendet wird. Das erkennt man in der Übersicht, wenn man die IP-Adresse unter Verbindungen betrachtet. Stammt sie aus folgenden Bereichen, ist die Adresse privat:

  • 10.0.0.0 - 10.255.255.255
  • 100.64.0.0 - 100.127.255.255
  • 172.16.0.0 - 172.31.255.255
  • 192.168.0.0 - 192.168.255.255

Quelle: n-tv.de

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