Technik

Samsung hat den Dreh raus Gear S3 ist eine klasse Smartwatch

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Die Gear S3 Frontier sieht einer herkömmlichen "Taucheruhr" sehr ähnlich.

(Foto: kwe)

Noch rechtzeitig vor Weihnachten bringt Samsung die neue Smartwatch Gear S3 auf den Markt. Sie überzeugt durch ein wunderbar einfaches Bedienkonzept und bietet fast alles, was man sich von so einem Gerät wünschen kann. Mehr aber auch nicht.

Nachdem Samsung die Gear S3 zu Beginn der IFA im September in Berlin vorstellte, hat es eine ganze Weile gedauert, bis die neue Smartwatch den Weg auf den Markt gefunden hat. Doch die Koreaner haben es gerade noch rechtzeitig geschafft, um im Weihnachtsgeschäft mitzumischen - zumindest ist sie jetzt lieferbar. Und das ist gut so. Denn im Test hat sich die Gear S3 als beste Smartwatch für Android-Smartphones herausgestellt.

Samsung setzt aber nicht auf Android Wear als Betriebssystem, sondern auf Tizen. Damit ist die Uhr zwar zu allen nicht allzu alten Android-Smartphones kompatibel, im Test wurde sie beispielsweise mit einem Google Pixel XL gekoppelt. Die App-Auswahl ist aber vergleichsweise beschränkt. Das ist allerdings nicht wirklich schlimm, denn Benachrichtigungen kann die Gear S3 auch von auf dem Smartphone installierten Anwendungen anzeigen und gewöhnlich stehen auch die üblichen Reaktionen zur Verfügung - beispielsweise Direktantworten. Und die essenziellen Apps gibt's auch in Samsungs eigenem Store. Etwas schade ist, dass das Zusammenspiel mit Google Maps nicht klappt. Dafür gibt's jetzt aber eine kostenlose Tizen-App von Here WeGo, die es auch erlaubt, ohne Smartphone zu navigieren.

Relativ unabhängig

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Zum Stromtanken dockt die Uhr magnetisch an einer Ladestation an.

(Foto: kwe)

Die Unabhängigkeit vom Handy ist allgemein die große Stärke der Gear S3, die sie vom Vorgängermodell unterscheidet. Sportler können jetzt nicht nur ohne Smartphone Musik über gekoppelte Bluetooth-Kopfhörer hören. Per GPS-Modul und neue Sensoren zeichnet sie auch die zurückgelegte Strecke inklusive Höhe und Geschwindigkeit auf. Im Test klappte dies vorzüglich. Der optische Pulsmesser der Gear S3 misst dazu ziemlich akkurat den Herzschlag. Geht unterwegs etwas schief, kann man schnell einen Notruf absetzen, indem man dreimal den Home-Button drückt. Größere Entfernungen zum Smartphone kann die Gear S3 wie gehabt überbrücken, indem sie von Bluetooth auf WLAN umschaltet. Und wer möchte, kann mit der Smartwatch auch Anrufe entgegennehmen und über die Freisprecheinrichtung telefonieren. Alleine kann aber auch die neue Gear keine Funkverbindungen aufbauen.

Glanzstück der Samsung-Uhr ist nach wie vor die ausgeklügelt einfache Bedienung, die weitgehend ohne Touchscreen auskommt. Dreht man die Lünette nach rechts, scrollt man durch die Widgets, in die andere Richtung durch die Benachrichtigungen. Das Drehrad dient auch in Untermenüs zur Auswahl. Mit dem unteren Knopf der rechten Seite öffnet man die App-Sammlung, darüber sitzt der Home-Button.

Knackiges Display, großer Akku

Am Design hat Samsung nicht viel verändert, was auch nicht nötig war. Die wasserdichte Gear S3 gibt es in zwei Varianten: ein Classic-Modell und eine etwas sportlichere Frontier-Version. Beide Ausführungen kosten 400 Euro. Die Lünette der Classic ist feiner gezackt und die Knöpfe rund. Bei der etwas schwereren Frontier sind Rad und längliche Tasten griffiger. Das knackige OLED-Display ist zwar auf 1,3 Zoll angewachsen, die Pixeldichte von 278 ppi ist aber immer noch hoch genug, um ein ausreichend scharfes Bild zu liefern. Treppeneffekte an Uhrzeigern verhindert das sogenannte Antialiasing (Kantenglättung).

Der Zwei-Kern-Prozessor und 768 Megabyte Arbeitsspeicher gewährleisten eine flüssige Bedienung. Verzögerungen waren im Test nicht wahrnehmbar. Wichtiger als die verbesserte Rechenkraft ist die aufgestockte Akku-Kapazität. Mit 380 Milliamperestunden sind zwei Tage ohne Ladestation kein Problem, längere Laufzeiten durchaus realistisch.

Nicht unentbehrlich, aber empfehlenswert

Unterm Strich hat Samsung mit der Gear S3 das umgesetzt, was derzeit bei Smartwatches möglich ist - und das besser als die meisten anderen Hersteller. Zum unentbehrlichen Technik-Accessoire wird die Computeruhr so zwar auch nicht, aber wer so ein Gerät haben möchte, ist mit Samsungs Lösung bestens bedient. Die Koreaner arbeiten auch an einer iOS-App, die man über verschiedene Quellen im Internet schon bekommen kann. Aber iPhone-Besitzer dürften bei vergleichbaren Preisen kaum von der Apple Watch wegzulocken sein, wenn sie jemals in den App Store kommt - so attraktiv ist die Gear S3 auch wieder nicht.

Quelle: n-tv.de

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