Technik

Praktisch statt peinlich Jamie Oliver ist kein Glasshole

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Kochen mit Glass ist cool, die Sonnenbrille nicht.

Jamie Oliver zeigt in einem PR-Video, dass Google Glass nicht in erster Linie dazu da ist, um in der Öffentlichkeit peinlich aufzufallen. Hunderprozentig geschmackssicher erweist sich der Starkoch dabei allerdings auch nicht.

Google hat mit seinem Datenbrillen-Aufsatz Glass bisher kein PR-Glück gehabt. Statt über die Möglichkeiten der Technik wird in der Öffentlichkeit überwiegend darüber diskutiert, wo man sich mit Glass blicken lassen kann und wo nicht. Vielleicht liegt es an den "Early Adopters", die in kindlicher Begeisterung ihre Datenbrille zu jeder passenden und unpassenden Gelegenheit aufsetzen, obwohl sie meistens überhaupt nicht aktiviert ist. Aber auch Google selbst hat es versäumt, weniger technikaffinen Menschen zu erklären, was man mit den Dingern noch machen kann, außer andere heimlich zu fotografieren. Ein Glass-Knigge alleine reicht da nicht.

Jetzt setzt das US-Unternehmen offenbar auf Promis, die auch Otto-Normal-Nutzer kennen, um das schlechte Image der Brillen aufzubessern. Einer von ihnen ist Star-Koch Jamie Oliver, der in seinem Youtube-Kanal sein erstes "Glass-Rezept" veröffentlicht hat. Der Zuschauer sieht darin aus Sicht des Kochs, wie er einen leckeren Salat zubereitet. Das ist zwar profan und geht bei manchen Nerds wahrscheinlich an die Schmerzgrenze, zeigt aber schön, wofür Glass besonders gut geeignet ist: Spezialisten sind damit in der Lage, ihr Können in Schulungsvideos oder Live-Vorlesungen weiterzugeben. Angehende Ärzte können so beispielsweise jeden Handgriff eines Chirurgen am Bildschirm verfolgen - überall auf der Welt, nicht in überfüllten Hörsälen, sondern zu Hause.

Praktisch bei Bauplänen und Speisekarten

So etwas würde zwar auch mit einer schlichten Mini-Kamera funktionieren. Doch mit Glass sind solche Übertragungen besonders einfach und der Träger kann durch Sprachkommandos künftig auch weitere Informationen aufrufen und interaktiv mit seinen Schülern agieren. Eine Datenbrille erleichtert Profis aber auch ihre Arbeit, wenn sie Anweisungen, Baupläne oder andere Perspektiven direkt vor Augen und trotzdem beide Hände frei haben.

Und wenn Touristen vor Sehenswürdigkeiten eine Glass-Brille tragen, werden sie damit auch niemanden belästigen, aber die Technik ermöglicht ihnen dabei beispielsweise, sofort Informationen zu Gebäuden zu erhalten, sobald sie sie ansehen. Und wenn Urlauber eine Speisekarte nicht verstehen, übersetzen Apps wie "Word Lens" die fremden Worte in Echtzeit.

Welche Möglichkeiten Google Glass in Zukunft noch eröffnen wird, lässt sich bisher nur ahnen. Natürlich kann man sie auch missbrauchen, aber damit steht die Datenbrille nicht alleine da. Eine Technik ist nicht gut oder böse, es kommt darauf an, was man mit ihr macht. Jamie Oliver hat's verstanden. Beim nächsten Video sollte er Glass in seiner Küche aber nicht mit einer Sonnenbrille kombinieren, denn das ist dann doch wieder etwas peinlich.

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Quelle: n-tv.de, kwe

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