Technik

Kult-Multitool wird magnetisch Leatherman Free schützt die Fingernägel

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Der Leatherman Free P4 ist ein Stück US-amerikanische Wertarbeit.

(Foto: kwe)

Nicht nur bei Outdoor-Fans sind die Leathermans sehr beliebt, weil sie hochwertig, vielseitig und extrem langlebig sind. Jetzt gibt es das kultige US-Multifunktionswerkzeug in einer neuen Konstruktion, was nicht nur für die Fingernägel gut ist.

Tim Leatherman soll die Idee zu seinem ersten Multifunktionswerkzeug gehabt haben, als er 1976 als junger Mann mit einem alten Fiat 600 durch Europa reiste und für die Reparaturen seines Autos nicht die nötige Ausrüstung an Bord hatte. Ob es wirklich so war, weiß man nicht. Vielleicht hat Tim auf seinem Trip ja auch ein Schweizer Taschenmesser entdeckt und beschlossen, so etwas noch besser in den USA zu bauen. Egal, der erste Leatherman war 1980 ein Riesenerfolg und seitdem genießen die hochwertigen Multitools bei Outdoor-Fans, Handwerkern und Hobbybastlern Kultstatus. Jetzt gibt es das Werkzeug in einer komplett überarbeiteten Version. Das Premium-Modell ist der Leatherman Free P4, n-tv.de hat ausprobiert, was es draufhat.

Neue Bauweise mit Magneten

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Das dunkelgraue Rechteck ist einer der Magnete im Leatherman Free P4.

(Foto: kwe)

Grundsätzlich sieht auch das jüngste Multifuktionswerkzeug aus Oregon wie seine Vorgänger aus. Es besteht nahezu komplett aus Stahl und die ausklappbaren Tools befinden sich in zwei Griffhälften. Öffnet man sie, wird der Leatherman zur Zange. Der P4 hat insgesamt 21 Werkzeuge, die sich auf elf Module verteilen. Das bedeutet beispielsweise, dass die Zange gleichzeitig eine normale Zange, eine Spitzzange, ein Drahtschneider und ein Hartdrahtschneider ist. Es gibt auch noch weitere Free-Varianten, wobei der P2 sich lediglich durch die Anzahl der Werkzeuge unterscheidet, während die für Juli angekündigten T- und K-Serien eher vielseitige Taschenmesser sind.

Neben der griffigen geprägten Oberfläche unterscheidet sich der Leatherman P4 vom Verkaufsschlager Wave + durch eine kompaktere und völlig neu entwickelte Bauweise. Die beiden Griffhälften haften magnetisch aneinander und die ausklappbaren Module sind neu angeordnet und werden größtenteils ebenfalls magnetisch gehalten. Dadurch ist es einerseits möglich, den Leatherman komplett mit einer Hand zu bedienen. Zum anderen lassen sich die einzelnen Elemente viel leichter und weicher bedienen, weshalb umgeknickte Fingernägel der Vergangenheit angehören.

Einhandbedienung klappt

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Hier zeigt das Multitool alles, was es hat.

(Foto: kwe)

Besonders viel Spaß macht es, die Zange auszupacken. Dabei stemmt man die Griffhälften mit dem Daumen auseinander und sie klappen bis zu einem 45-Grad-Winkel locker auseinander. Dann drückt man die beiden Griffe mit der ganzen Hand zusammen und sie rasten mit einem angenehmen haptischen und akustischen Feedback ein.

Um alle anderen Werkzeuge zu erreichen, muss man den Leatherman nicht mehr auseinanderklappen, sondern lediglich die Hand wechseln. Die kürzeren und ungefährlicheren Werkzeuge haften magnetisch in der Mitte der Griffe an. Damit können sie ohne große Kraftanstrengung durch einen Druck mit dem Daumen auf kurze Hebel an den Gelenken gelöst und dann ausgefahren werden.

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Die innenliegenden Werkzeuge drückt man mit dem Daumen raus.

(Foto: kwe)

Die Messer und die Schere befinden sich an der Seite, werden aus Sicherheitsgründen mechanisch gesichert und haften nicht magnetisch an. Sie sind etwas schwergängiger, können aber durch breite Ösen ebenfalls problemlos mit den Daumen gelöst werden. In ihre Endpositionen rasten alle Elemente mechanisch ein. Um sie einzufahren, drückt man die Sicherung mit dem Daumen herab und schiebt die Werkzeuge mit dem Zeigefinger zurück in den Griff. All das geht auch ohne Handwechsel, aber nur mit einigen Verrenkungen.

Stabil wie immer

Im Test hat die Bedienung nach einer kurzen Eingewöhnung tadellos funktioniert und das kompakte und nur 244 Gramm schwere Gerät liegt hervorragend in der Hand - während der rund dreiwöchigen Testphase stürzte der Leatherman kein einziges Mal ab. Die neue Mechanik macht das Multitoll auch nicht instabiler als die Vorgänger. Der neue Leatherman fühlt sich ebenso grundsolide an, nichts wackelt und nichts hat zu viel Spiel. Der Hersteller gewährt daher wie immer eine 25-jährige Garantie.

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Um ein Messer auszuklappen, muss man erst die Sicherung lösen.

(Foto: kwe)

An dem Multifunktionswerkzeug gibt es eigentlich rein gar nichts auszusetzen, die Neuauflage ist Leatherman ausgezeichnet gelungen. Aber die Ausstattung könnte nicht alle Nutzer zufriedenstellen. Schade ist vor allem, dass es keine Free-Variante mit Bit-Halter gibt, die unter anderem Fahrradfahrer vermissen dürften. Außerdem sind die Preise ziemlich hoch, der P4 kostet 200 Euro. Das war bei Leatherman aber nie anders und für so ein Stück Wertarbeit ist die Summe wohl auch berechtigt.

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Quelle: n-tv.de

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