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Sabu arbeitete begeistert fürs FBI Lulzsec-Chef fiel sofort um

Der ehemalige Chef der Hackergruppe Lulzsec muss vom FBI nicht lange bearbeitet werden, bevor er seine Freunde verrät. Gerichtsdokumenten zufolge singt "Sabu" schon am ersten Tag und arbeitet danach mit viel Enthusiasmus für die Regierung. Unterdessen kommt heraus, dass der Hacker auch bei seinen Nachbarn nicht sonderlich beliebt ist.

Der ehemalige Lulzsec-Chef Hector Xavier M. hat mit seinem heldenhaften Internet-Alter-Ego "Sabu" im echten Leben nicht viel gemein. Im Gegenteil. Sabu, der auf Twitter mit großer Leidenschaft gegen die US-Regierung und ihre Behörden wetterte, arbeitete am Ende offenbar mit großer Leidenschaft für die Ermittler, die seine Kumpane verhafteten.

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Sabu scheint kein besonders sympatischer Zeitgenosse zu sein.

(Foto: www.creax.wordpress.com)

Dem "Wall Street Journal" liegen Gerichtsakten vor, aus denen hervorgeht, dass Hector Xavier M. nicht eine Sekunde zögerte, nach seiner Verhaftung am 7. Juni 2011 die Seiten zu wechseln. "Buchstäblich vom ersten Tag an kooperierte der Angeklagte aktiv mit uns", sagte laut Akten einer der ermittelnden Staatsanwälte. Manchmal sei er die ganze Nacht wach geblieben, um Gespräche mit anderen Hackern zu führen. Die Chats zeichnete das FBI auf, um Informationen für Anklagen gegen Sabus Freunde zu gewinnen.

Das FBI ließ den 28-jährigen Puerto Ricaner im Gegenzug nach Hause in seine Sozialwohnung in der Lower Eastside von Manhattan gehen. Dort wurden allerdings Videokameras und auf seinem Computer eine Überwachungs-Software installiert. Wie bereits erwähnt, arbeitete Sabu mit viel Enthusiasmus für seine ehemaligen Gegner. Insgesamt konnte das FBI durch seine Informationen mehr als 300 Hacker-Attacken verhindern.

Nachbarn klagten über Lärmbelästigung

Sabus Nachbarn dürften froh sein, wenn Sabu im Rahmen des Zeugenschutzprogramms des FBI untertaucht. Wie die Webseite "Gizmodo" berichtet, erstattete eine ältere Frau, die unter Sabus Wohnung lebt, Anzeige wegen Ruhestörung gegen Hector Xavier M., weil er sie über zwei Jahre hinweg durch "exzessiven Lärm" zwischen 7 Uhr abends und 4 Uhr morgens vom Schlafen abgehalten habe. Unter anderem beschwerte sich die geplagte Frau über laute Musik, einen kläffenden Pitbull, Geschrei und Getrampel. Offenbar hatte Sabu auch kein Problem damit, dass seine beiden kleinen Töchter mitten in der Nacht durch die Wohnung tobten. Seit dem 5. März - einem Tag, bevor seine Lulzsec-Freunde verhaftet wurden - sei Hector Xavier M. nicht mehr zu Hause gewesen, sagte die Frau. Vermutlich schläft sie seitdem viel besser.

Quelle: n-tv.de, kwe

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